Dresden - Kapstadt per Motorrad

Bericht ist fertig, die Bilder stehen noch immer am falschen Platz ...

Mi

10

Mär

2010

Wieder daheim : Frost, Kälte, Dunkelheit ...

So, nachdem ich meine tschechischen Freunde Ende Januar mit nem rechtsgelenkten Japaner ( oh Gott ! ) zum Flughafen gefahren hatte und herzlich verabschiedete, kümmerte ich mich dann um den ganzen Zoll- und Verladekram für die bereits in drei großen Holzkisten verpackten Motorräder. Insgesamt hatte ich neun Tage Zeit, bis mein Flieger gen Germny fliegen sollte. Sportler wie ich bin, wurde die Zeit natürlich sinnvoll ( nach meinen bescheidenen Maßstäben ) genutzt und mit nem recht schweren Leihrennrad ging es fast jeden Tag, neben dem Weg zur Spedition und dem Zollamt, in alle Himmelsrichtungen ( okay, außer Westen, denn da war der Atlantik ). Nach über 1000 Km und mit den besten Trainingsstreifen sowie dem schlimmsten Sonnenbrand den ich je hatte, gab ich es dann schweren Herzens am 4.02.10 wieder bei Cycleteknic Tableview ab und nen Tag später wurde ich durch Raum und Zeit gebeamt ... Nach unglaublich kurzen ( in Anbetracht des ungleich längeren Hinweges ) 11 Stunden Flug bis München, 1,5 h Flug bis Berlin und dann nochmal 2 h Zug bis Dresden wurde ich gegen Mitternacht bei Frost am Dresdner Hauptbahnhof freudig von Freundin, Famile und einigen Freunden empfangen - Dank auf diesem Weg an alle die da waren und danke Anja für die langen Hosen sowie der dicken Jacke ...

Nach einer Woche Urlaub mit meiner Freundin ging es dann am 13.02.10 gleich wieder auf Arbeit recht doll zur Sache - links, mitte und rechts demonstriert, blockiert und ( manchmal auch randaliert ) in Dresden und wir mitten drin.

Vor lauter Erzählen von meiner Reise komme ich auf Arbeit ständig in Zeitnot und nun wurde angeregt, einen größeren Vortrag für alle Kollegen welche es interessiert durchzuführen.

Weil mich immer alle Fragen, wieviel denn alles gekostet hat, hier eine kleine Auflistung : 

die Kosten im Vorfeld ( Ausrüstung, Impfungen, Visa etc. ) waren ca. 1000 Euro plus Zeit und Nerve,

die Kreditkarten- sowie EC-Cardabrechnung ergab : 5400 Euro allein unterwegs, plus 370 Euro Rückflug plus Bahn, 600 Euro Motorradtransport mit Schiff bis Prag

macht also 6400 Euro, plus 1000 Euro welche in die Yamse gesteckt werden müssen, sowie 1500 Euro Wertverlust, 350 Euro für diverse Krankenversichungen.

das ganze dann durch 120 Tage macht : 53 Euro am Tag, jeder einfache Türkeiurlaub dürfte also ( pro Tag ) wesentlich teurer sein.

Davon entfallen im Einzelnen :

gefahren Strecke : 25312 Km, Verbrauch 4,38 Liter/100 Km = 1108 Liter, Preis im Schnitt 80 cent = rund 900 Euro für Sprit

für diverse Visa an der Grenze ca. 300 Euro, allein die Einreise mit allem Papieren nach Ägypten 180 Euro, Internet und Telefonie zus. ca. 250 Euro, diverse Nationalparks ca. 500 Euro, neuer Fotoapparat in Luxor 120 Euro, Mietmotorräder in Sansibar 3 Tage für zus. 50 Euro, Fähre nach Sansibar 40 Euro, 1000 Euro wurden allein in Südafrika ausgegeben - ist halt fast wie Europa dort, die Zahl der Hotelübernachtungen war in Europa recht hoch und ging dann ab Sudan gegen null, dafür immer mehr kostenloses Outdoorcampen.

Die längste Tagesetappe : Tag eins 400 Km mit dem Auto nach Berlin um das Sudanvisa persönlich abzuholen, dann mit dem Motorrad exakt 500 Km Autobahn durch CZ nach SK Bratislava - sowie irgendwo in Äthiopien genau 8 h ( reine Fahrzeit ) ist das Motorrad gerollt über 400 Km, fast alles elende Piste.

Die schwerste Etappe : Fahrt über die Grenze von Tansania nach Mosambik, viel Tiefsand, Sonne im Zenit, nix gescheites zu Essen ...

Die höchste Temperatur : 49 Grad im Schatten, Wüstenstrasse / Piste im Ostsudan

Die tiefste Temperatur : 0 Grad auf 3600 m Höhe in Ähtiopien Simmien Mountains ( und mir ging es echt elend )

Das beste Essen : Forraskut Südostungarn, ich habe das letzte Drittel nicht geschafft - unglaublich, dort muss ich wieder mal hin !!

Das schlechteste : "Huhn" am Äquator in Kenia - was war das denn wirklich ?

Die nettesten Leute : Araber ( in Syrien, Jordanien, Sudan ), sowie in Ungarn, Türkei, und die weissen in Südafrika ( ja Peter ich weiss ... )

Die unangenehmsten : ( jetzt bekomme ich wieder Ärger von dem Peter ) teilweise Ägypten ( Touristengegenden ), Tansania ( speziell Daressalam ), Äthiopien ( nicht auf dem Lande ) - naja man wird eben oft abgezogen, reingelegt und betrogen sowie permanent angebettel. Aber genauso oft gibt es auch postive Erlebnisse. Ich habe mich oft gefragt, was denn wohl vor 100 Jahren war, als noch keine Hilfslieferungen nach Afrika kamen ( wie haben die Völker dann dort überlebt ?) und zu welchem Zweck werden die eigentlich gemacht - denn die Leute gewöhnen sich daran und oft gibt es heftige Auseinandersetzungen um die Hilfslieferungen ? Wem hilft es, wenn wir tonnenweise getragen Sachen nach Afrika "spenden" ( um mal das wegwerfen in den Kleidersammler so zu nennen ), dann daran einige wenige gewaltig verdienen und zuletzt die heimische Bekleidungsindustrie keine Chance hat, sich zu entwickeln. Die fettesten Autos und Leute waren übrigens oftmals die Fahrzeuge und Mitarbeiter - oder soll ich Absahner schreiben -  diverser Hilfsorganisationen, dies mal nur am Rande.

Nun Gut, das auch mir eigene Gefühl für Demut und Dankbarkeit - und dies habe ich ohne Zweifel auch überdurchschnittlich und bin mit wenigen Dingen glücklich und nicht materiell eingestellt ( Autos, Luxus, Komfort sind mir echt voll egal, z.B. heute früh wieder bei minus 12 Grad 12 Km mit dem Rad auf Arbeit gefahren ... das gabs in Afrika so nicht ) - ja Gefühl für Demut und Dankbarkeit geht dann leider nach einigen Wochen des Daueranbettelns bei 40 Grad im Schatten leicht verloren, trotzdem habe ich nie vergessen, dass nur ganz wenige Menschen weltweit die Möglichkeit haben, Reisen wie diese zu realisieren. Und leider hatte ich nur 2 x 40 Liter Alukoffer ( die Kritiker sollen erstmal damit auf nem Motorrad unter diesen Bedingungen durch die Welt fahren ) mit und keinen 40 Tonner mit Hilfsgütern. Bis Tansania hatte ich mir im Tagebuch - nett und hilfbereit wie ich ja eigentlich immer bin - diverse Adressen von Leuten notiert, denen ich dann von D aus diverse Sachen schicken wollte, da wir bei Ihnen schlafen konnten oder diese uns sonstwie positiv aufgefallen waren. Leider wurde mir dies dann auch alles gestohlen - nochmal herzlichen Dank dafür an den xxx Täter. Auch kaufte ich oft in Städten mehr essen als nötig um es dann auf dem Lande den Kindern zu verschenken, aber der Effekt ist sicher gleich null - von daher sinnlos. Es beruhigt wohl nur das schlechte Gewissen.

Nun ja man könnte ewig darüber philosophieren, es wäre auch echt nett, wenn meine "Kritiker" - welche nur über die Kommentarleiste schreiben, mir mal persönlich schreiben würden.

 

Letzten Freitag habe ich die Yamaha aus Prag geholt. Es gab ein Wiedersehen mit meinen CZ Freunden und da das Wetter so extrem winterlich war ( minus 8 Grad und Schneesturm ) musste die letzte Fahrt der Yamse ins deutsche Heimatland mit dem Hänger vom Polo-Shop erfolgen.

 

Ich denke dies war der letzte Eintrag auf meiner Seite, ich danke allen Lesern, meiner Freundin Anja fürs durchhalten ohne mich, Birgit meiner Reisepartnerin bis Daressalam ( ich hatte und habe immer Respekt vor ihrer Leistung als Frau ... ), meinen CZ Freunden Radek, David sowie später dann noch Silva der Freundin vom Radek, dem Freistaat Sachsen weil nicht in allen Berufen Reisen wie diese möglich sind, dem Hersteller Yamaha für den Bau eines absoluten Adventure Reisebikes, meinen Eltern dafür dass ich so bin wie ich bin, der Mopo DD für den Bericht, meinem Schutzengel, der Fa. Held und Salewa - top Ware, keine Frage !, Roland Kaiser - dessen Lieder hörte ich oft abends im MP3 Player - es war der Klang der Heimat, sowie stellvertretend für hunderte nette Kontakte wenigstens aus jedem Land einen oder zwei : der freundliche Tankstellenmitarbeiter in Bratislava der mit den Weg zum Hostel zeigte, der LKW Fahrer mit der Landkarte in HU; die netten Polizeibeamten in Rumänien auf der Suche nach dem Hotel, den jungen Leuten aus dem alten fünfer BMW welche uns in Bulgarien ( Vidin ) den Weg zum Hotel zeigten, die Tankstellenbetreiberin in GR wo wie schlafen durften, dem netten Motorradpolizisten in Bolu TR, dem Hotelchef in Alleppo SYR, unserer Gastgeberfamilie bei Amman JOR, der Lehrer in New Valley und der Hotelmanager in Assuan Ägypten, dem Busfahrer in der sudanischen Wüste bei meinem Platten, dem Scout in den Simmien Mountains, ein zäher Hund !! Ähtiopien, der Lodgebetreiber am Fuße des Mt. Kenia  - danke für den tollen Preis nach Biggis Vorarbeit; dem netten Pfarrer aus Leipzig in Tansania, dem Enduroverleih für den Toppreis in Sansibar, der Mitarbeiterin im Fahrzeugteilehandel bei Pemba Mosambik - vier Seiten nur über mich geschrieben - unfassbar, Brad aus Kapstadt für die Hilfe in Simbabwe im Nationalpark - Zufälle gibts ..., und in Südafrika Dank an Yamaha Durban, dem Lemontree Backpacker - ganz verrückte Jungs und Schicksale sowie den Erbauern des Chapmans Peak, wo ich mit dem Rennrad mehrfach darübergebügelt bin und nun bald auch Lance Armstrong dies tun wird.

 

Das wars !! Auf ein neues Abenteuer irgendwann, erstmal haben mich andere Aufgaben und Verpflichtungen fest im Griff ...

 

Es war schön, jederzeit wieder.

 

Thomas Kiraly

 

 

 

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Mi

20

Jan

2010

Südafrika - I did it !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Cape Agulhas - weiter nach unten geht nicht mit nem Landfahrzeug Cape Agulhas - weiter nach unten geht nicht mit nem Landfahrzeug
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Di

05

Jan

2010

Simbabwe - man kann durchaus mit den Crocs baden ...

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Do

24

Dez

2009

Dank an alle, frohes Fest von hier aus - Pemba Mosambik

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Sa

28

Nov

2009

Sturz, 496 Km Hoelle, Regen : Willkommen in Kenia !!

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Mo

16

Nov

2009

Raus aus dem Sudan, hoch, hoeher Aethiopien

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Fr

06

Nov

2009

Sudan, wir leben und es ist toll !!!

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Mi

28

Okt

2009

Aegypten, einmal quer durch

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Di

20

Okt

2009

von Jordanien nach Aegypten - es wird heiss !!!!

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Do

15

Okt

2009

Syrien - wir sind im Orient !

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Sa

10

Okt

2009

Wir sind in Asien - unglaublich

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Mo

05

Okt

2009

jetzt gehts los- der "Horizontsehnsucht" hinterher

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Fr

02

Okt

2009

es wird hektisch ...

also was heute wieder los war ... diese hektik wünsch ich keinem. biggis reisepass musste heute auch noch amtlich ins arabische übersetzt werde, den hat sie extra nach dresden gesandt, da ich hier nen guten draht zu nem amtlichen gerichtsübersetzer habe - danke hamid. weiter gings : ein paar reifen und nen kettenkit nach ägypten zu versenden ist schon ein kleines abenteuer. als heute auch noch unsere dritte person absagte, welche als materialdepot geplant war, wurde entschieden, die reifen nun doch mitzubuckeln. stunden später, so kurz vor ladenschluß bei der post, fand ich dann über den adac mit gutem zureden nun doch noch eine gescheite möglichkeit und wir brauchen die pakete nun nur nach münchen zu senden - gott sei dank. parallel dazu kämpfte ich heute den halben tag, neben der arbeit - quasi wieder im multitasking modus, mit der sudanischen botschaft, welche mir meinen reisepass eigentlich schon lange wieder zurücksenden wollten. da er heute nicht mit der post kam und montag mittag eigentlich start sein sollte, wurde auch ich unruhig. nach gefühlten 100 versuchen - die vier von mir ermittelten inoffiziellen "geheimnummern" der bearbeiter kenn ich nun schon auswendig, ging endlich einer ran - und das mitten bei der verkehrskontrolle am carolaplatz... es war ringsrum laut, er sprach kaum deutsch und hatte den hörer sicher nicht in der nähe des mundes. resultat des zähen gesprächs : er hatte den pass noch immer nicht bearbeitet ( kurzer seelischer infarkt meinerseits ) aber er will sich bis mittwoch !!!! drum kümmern - nach meinem endlosen gebettel mit schier unendlich verzweifelter stimme, erbarmte er sich und kam mir in 12 stunden schritten entgegen. am ende war der termin dann am montag mittag und ich darf den pass nun selbst in berlin in der botschaft abholen, mein gott. dann nachmittags in dd kurzer fotoshoot mit der mopo und anschließend große verabschiedung von familie und paar freunden - die eben in der woche mittags zeit haben. morgen steht umrüstung auf die enduro light reifen an, im selfmade verfahren, das kann auch wieder heiter werden, danach besuche, besuche, besuche ... aber, alles wird gut. good night.

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So

27

Sep

2009

noch eine woche

so, der zeitpunkt des startes rückt näher, das motorrad ist fit, heute habe ich die ausrüstung outdoor im wald an der grenze zu cz ( mit kleinem lagerfeuer ) getestet, klappte alles super - obwohl sich die yamse nun leider fahrphysikalisch sehr meiner dienst bmw nähert ( träge, schwer, unhandlich )

die impfungen sind alle im körper, papierkram ist fast fertig ( sudan visa kommt die woche hoff. per post ), in ägypten wird die woche ein materialdepot angelegt ( reifensatz, kettenkit und kupplungsbeläge ), ab dann kommt bis kenia nichts mehr an tauglichen zweiradwerkstätten. wenn ich an die ganzen verpassten radrennen denke tut mir dies schon etwas weh, aber nächstes jahr wird wieder angegriffen. die mopo hat den artikel leider noch nicht gedruckt, soll wohl diese woche werden. nun denn, bis die tage ...

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Di

15

Sep

2009

vorletzte Impfung, Sudan Visa, Mopedbauerei

gestern gab es nun die vorletzte impfung, montag gibts dann def. die letzte.

das visa für den sudan muss echt hart erkämpft werden  -  derren mailbox habe ich jetzt schon zum überlaufen gebracht, ans telefon geht eh keiner ran - never ever ... das syrische klappte dagegen echt gut. die yamse ist heute zur abwechslung mal im garten umgekracht, nicht wie sonst beim geländetraining sondern beim abbocken vom hauptständer - ich dummie ... der adac rief an und meinte das carnet kommt nächste woche - war auch teuer genug. noch 19 tage, die spannung steigt.

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Fr

04

Sep

2009

viele Baustellen ...

so die seite ist nun online, für mich als laien schaut sie ganz okay aus - ich will ja hiermit keinen pokal gewinnen - davon sind die regale bei mir eh schon voll. der google analytics zähler bringt interessante statistiken und ohne dabei mit dem in diesem lande ach so wichtigen tät.. äh datenschutz zu konfrontieren

es gibt immer noch viel zu tun, allein das syrische visa zu bekommen ist ein geduldsspiel - genau einmal riefen die mich die tage an und genau in diese drei minuten hatte ich  keine netz, rückruf ca. 20 x : immer wieder besetzt.

langsam schein ja auch der sommer zu enden aber wir fahren ja gott sei dank bald der sonne hinterher.

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Mo

31

Aug

2009

noch knapp vier Wochen bis zum take off ...

Im März diesen Jahres, als von meiner Dienststelle im Rahmen der Möglichkeiten grünes Licht für diese Reise gegeben wurde, konnte ich nun anfangen, die Sache zu präzisieren. Leider schob ich zuviel Dinge lange vor mir her und ging lieber jeden Tag auf dem Rad trainieren. Dies rächt sich nun leider etwas und jetzt überschlagen sich die Probleme bzw. Termine ... Aber ich denke ich bekomme alles bis zur geplanten Abfahrt Anfang Oktober erledigt. Meine Oberarme schmerzen schon von den ganzen Impfungen, oftmals glühe ich von innen, wenn der Körper dagegen ankämpft. Über elftausend Kilometer hat meine Yamaha nun schon weg, bei nem grob geschätzten 50 er Schnitt sind das über 200 Stunden welche dieses Jahr für das Radtraining fehlten - heul ! Und die ganze Bastelei am Motorrad ist da noch gar nicht mit dabei.

 

Noch stehen drei Impfungen an, zwei Visa müssen besorgte werden, am Motorrad diverse Sachen angebaut bzw. verbessert werden, Landkarten gekauft und nen Fahrttest mit der bepackten Yamse muss dann auch noch über die hiesigen ( abgeernteten ) Felder bzw. Feldwege erfolgen. Dazu noch neben der Arbeit diverse Gerichtstermine und die Freundin sowie Freunde und Familie wollen auch nicht zurückstehen. Leider komme ich, zum einen aus Zeitgründen zum anderen durch die seit Juli laufenden Tropenschutzimpfungen, nicht mehr zum Trainieren. Das trifft mich hart , aber man muss Prioritäten setzen im Leben. Nun denn, am kommenden Sonnabend treffen wir drei Fahrer uns in Nürnberg zur großen, letzten Absprache.

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Mi

10

Mär

2010

Wieder daheim : Frost, Kälte, Dunkelheit ...

So, nachdem ich meine tschechischen Freunde Ende Januar mit nem rechtsgelenkten Japaner ( oh Gott ! ) zum Flughafen gefahren hatte und herzlich verabschiedete, kümmerte ich mich dann um den ganzen Zoll- und Verladekram für die bereits in drei großen Holzkisten verpackten Motorräder. Insgesamt hatte ich neun Tage Zeit, bis mein Flieger gen Germny fliegen sollte. Sportler wie ich bin, wurde die Zeit natürlich sinnvoll ( nach meinen bescheidenen Maßstäben ) genutzt und mit nem recht schweren Leihrennrad ging es fast jeden Tag, neben dem Weg zur Spedition und dem Zollamt, in alle Himmelsrichtungen ( okay, außer Westen, denn da war der Atlantik ). Nach über 1000 Km und mit den besten Trainingsstreifen sowie dem schlimmsten Sonnenbrand den ich je hatte, gab ich es dann schweren Herzens am 4.02.10 wieder bei Cycleteknic Tableview ab und nen Tag später wurde ich durch Raum und Zeit gebeamt ... Nach unglaublich kurzen ( in Anbetracht des ungleich längeren Hinweges ) 11 Stunden Flug bis München, 1,5 h Flug bis Berlin und dann nochmal 2 h Zug bis Dresden wurde ich gegen Mitternacht bei Frost am Dresdner Hauptbahnhof freudig von Freundin, Famile und einigen Freunden empfangen - Dank auf diesem Weg an alle die da waren und danke Anja für die langen Hosen sowie der dicken Jacke ...

Nach einer Woche Urlaub mit meiner Freundin ging es dann am 13.02.10 gleich wieder auf Arbeit recht doll zur Sache - links, mitte und rechts demonstriert, blockiert und ( manchmal auch randaliert ) in Dresden und wir mitten drin.

Vor lauter Erzählen von meiner Reise komme ich auf Arbeit ständig in Zeitnot und nun wurde angeregt, einen größeren Vortrag für alle Kollegen welche es interessiert durchzuführen.

Weil mich immer alle Fragen, wieviel denn alles gekostet hat, hier eine kleine Auflistung : 

die Kosten im Vorfeld ( Ausrüstung, Impfungen, Visa etc. ) waren ca. 1000 Euro plus Zeit und Nerve,

die Kreditkarten- sowie EC-Cardabrechnung ergab : 5400 Euro allein unterwegs, plus 370 Euro Rückflug plus Bahn, 600 Euro Motorradtransport mit Schiff bis Prag

macht also 6400 Euro, plus 1000 Euro welche in die Yamse gesteckt werden müssen, sowie 1500 Euro Wertverlust, 350 Euro für diverse Krankenversichungen.

das ganze dann durch 120 Tage macht : 53 Euro am Tag, jeder einfache Türkeiurlaub dürfte also ( pro Tag ) wesentlich teurer sein.

Davon entfallen im Einzelnen :

gefahren Strecke : 25312 Km, Verbrauch 4,38 Liter/100 Km = 1108 Liter, Preis im Schnitt 80 cent = rund 900 Euro für Sprit

für diverse Visa an der Grenze ca. 300 Euro, allein die Einreise mit allem Papieren nach Ägypten 180 Euro, Internet und Telefonie zus. ca. 250 Euro, diverse Nationalparks ca. 500 Euro, neuer Fotoapparat in Luxor 120 Euro, Mietmotorräder in Sansibar 3 Tage für zus. 50 Euro, Fähre nach Sansibar 40 Euro, 1000 Euro wurden allein in Südafrika ausgegeben - ist halt fast wie Europa dort, die Zahl der Hotelübernachtungen war in Europa recht hoch und ging dann ab Sudan gegen null, dafür immer mehr kostenloses Outdoorcampen.

Die längste Tagesetappe : Tag eins 400 Km mit dem Auto nach Berlin um das Sudanvisa persönlich abzuholen, dann mit dem Motorrad exakt 500 Km Autobahn durch CZ nach SK Bratislava - sowie irgendwo in Äthiopien genau 8 h ( reine Fahrzeit ) ist das Motorrad gerollt über 400 Km, fast alles elende Piste.

Die schwerste Etappe : Fahrt über die Grenze von Tansania nach Mosambik, viel Tiefsand, Sonne im Zenit, nix gescheites zu Essen ...

Die höchste Temperatur : 49 Grad im Schatten, Wüstenstrasse / Piste im Ostsudan

Die tiefste Temperatur : 0 Grad auf 3600 m Höhe in Ähtiopien Simmien Mountains ( und mir ging es echt elend )

Das beste Essen : Forraskut Südostungarn, ich habe das letzte Drittel nicht geschafft - unglaublich, dort muss ich wieder mal hin !!

Das schlechteste : "Huhn" am Äquator in Kenia - was war das denn wirklich ?

Die nettesten Leute : Araber ( in Syrien, Jordanien, Sudan ), sowie in Ungarn, Türkei, und die weissen in Südafrika ( ja Peter ich weiss ... )

Die unangenehmsten : ( jetzt bekomme ich wieder Ärger von dem Peter ) teilweise Ägypten ( Touristengegenden ), Tansania ( speziell Daressalam ), Äthiopien ( nicht auf dem Lande ) - naja man wird eben oft abgezogen, reingelegt und betrogen sowie permanent angebettel. Aber genauso oft gibt es auch postive Erlebnisse. Ich habe mich oft gefragt, was denn wohl vor 100 Jahren war, als noch keine Hilfslieferungen nach Afrika kamen ( wie haben die Völker dann dort überlebt ?) und zu welchem Zweck werden die eigentlich gemacht - denn die Leute gewöhnen sich daran und oft gibt es heftige Auseinandersetzungen um die Hilfslieferungen ? Wem hilft es, wenn wir tonnenweise getragen Sachen nach Afrika "spenden" ( um mal das wegwerfen in den Kleidersammler so zu nennen ), dann daran einige wenige gewaltig verdienen und zuletzt die heimische Bekleidungsindustrie keine Chance hat, sich zu entwickeln. Die fettesten Autos und Leute waren übrigens oftmals die Fahrzeuge und Mitarbeiter - oder soll ich Absahner schreiben -  diverser Hilfsorganisationen, dies mal nur am Rande.

Nun Gut, das auch mir eigene Gefühl für Demut und Dankbarkeit - und dies habe ich ohne Zweifel auch überdurchschnittlich und bin mit wenigen Dingen glücklich und nicht materiell eingestellt ( Autos, Luxus, Komfort sind mir echt voll egal, z.B. heute früh wieder bei minus 12 Grad 12 Km mit dem Rad auf Arbeit gefahren ... das gabs in Afrika so nicht ) - ja Gefühl für Demut und Dankbarkeit geht dann leider nach einigen Wochen des Daueranbettelns bei 40 Grad im Schatten leicht verloren, trotzdem habe ich nie vergessen, dass nur ganz wenige Menschen weltweit die Möglichkeit haben, Reisen wie diese zu realisieren. Und leider hatte ich nur 2 x 40 Liter Alukoffer ( die Kritiker sollen erstmal damit auf nem Motorrad unter diesen Bedingungen durch die Welt fahren ) mit und keinen 40 Tonner mit Hilfsgütern. Bis Tansania hatte ich mir im Tagebuch - nett und hilfbereit wie ich ja eigentlich immer bin - diverse Adressen von Leuten notiert, denen ich dann von D aus diverse Sachen schicken wollte, da wir bei Ihnen schlafen konnten oder diese uns sonstwie positiv aufgefallen waren. Leider wurde mir dies dann auch alles gestohlen - nochmal herzlichen Dank dafür an den xxx Täter. Auch kaufte ich oft in Städten mehr essen als nötig um es dann auf dem Lande den Kindern zu verschenken, aber der Effekt ist sicher gleich null - von daher sinnlos. Es beruhigt wohl nur das schlechte Gewissen.

Nun ja man könnte ewig darüber philosophieren, es wäre auch echt nett, wenn meine "Kritiker" - welche nur über die Kommentarleiste schreiben, mir mal persönlich schreiben würden.

 

Letzten Freitag habe ich die Yamaha aus Prag geholt. Es gab ein Wiedersehen mit meinen CZ Freunden und da das Wetter so extrem winterlich war ( minus 8 Grad und Schneesturm ) musste die letzte Fahrt der Yamse ins deutsche Heimatland mit dem Hänger vom Polo-Shop erfolgen.

 

Ich denke dies war der letzte Eintrag auf meiner Seite, ich danke allen Lesern, meiner Freundin Anja fürs durchhalten ohne mich, Birgit meiner Reisepartnerin bis Daressalam ( ich hatte und habe immer Respekt vor ihrer Leistung als Frau ... ), meinen CZ Freunden Radek, David sowie später dann noch Silva der Freundin vom Radek, dem Freistaat Sachsen weil nicht in allen Berufen Reisen wie diese möglich sind, dem Hersteller Yamaha für den Bau eines absoluten Adventure Reisebikes, meinen Eltern dafür dass ich so bin wie ich bin, der Mopo DD für den Bericht, meinem Schutzengel, der Fa. Held und Salewa - top Ware, keine Frage !, Roland Kaiser - dessen Lieder hörte ich oft abends im MP3 Player - es war der Klang der Heimat, sowie stellvertretend für hunderte nette Kontakte wenigstens aus jedem Land einen oder zwei : der freundliche Tankstellenmitarbeiter in Bratislava der mit den Weg zum Hostel zeigte, der LKW Fahrer mit der Landkarte in HU; die netten Polizeibeamten in Rumänien auf der Suche nach dem Hotel, den jungen Leuten aus dem alten fünfer BMW welche uns in Bulgarien ( Vidin ) den Weg zum Hotel zeigten, die Tankstellenbetreiberin in GR wo wie schlafen durften, dem netten Motorradpolizisten in Bolu TR, dem Hotelchef in Alleppo SYR, unserer Gastgeberfamilie bei Amman JOR, der Lehrer in New Valley und der Hotelmanager in Assuan Ägypten, dem Busfahrer in der sudanischen Wüste bei meinem Platten, dem Scout in den Simmien Mountains, ein zäher Hund !! Ähtiopien, der Lodgebetreiber am Fuße des Mt. Kenia  - danke für den tollen Preis nach Biggis Vorarbeit; dem netten Pfarrer aus Leipzig in Tansania, dem Enduroverleih für den Toppreis in Sansibar, der Mitarbeiterin im Fahrzeugteilehandel bei Pemba Mosambik - vier Seiten nur über mich geschrieben - unfassbar, Brad aus Kapstadt für die Hilfe in Simbabwe im Nationalpark - Zufälle gibts ..., und in Südafrika Dank an Yamaha Durban, dem Lemontree Backpacker - ganz verrückte Jungs und Schicksale sowie den Erbauern des Chapmans Peak, wo ich mit dem Rennrad mehrfach darübergebügelt bin und nun bald auch Lance Armstrong dies tun wird.

 

Das wars !! Auf ein neues Abenteuer irgendwann, erstmal haben mich andere Aufgaben und Verpflichtungen fest im Griff ...

 

Es war schön, jederzeit wieder.

 

Thomas Kiraly

 

 

 

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Mi

20

Jan

2010

Südafrika - I did it !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Cape Agulhas - weiter nach unten geht nicht mit nem Landfahrzeug Cape Agulhas - weiter nach unten geht nicht mit nem Landfahrzeug
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Di

05

Jan

2010

Simbabwe - man kann durchaus mit den Crocs baden ...

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Do

24

Dez

2009

Dank an alle, frohes Fest von hier aus - Pemba Mosambik

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