Dresden - Kapstadt per Motorrad

Di

20

Okt

2009

von Jordanien nach Aegypten - es wird heiss !!!!

So nun endlich komme ich mal wieder zum schreiben, wir sind soeben am Fusse des Berges vom heiligen Propheten, dem Mount Sinai im Sinai ( Aegypten ) gelandet. Die Fahrt heute war recht kurz, nur 130 Km - fuer uns also kaum der Rede wert, nur die elende Hitze ist kaum noch zum aushalten, heute sind wir daher erst Nachmittags los. Aber der Reihe nach, wir waren also in der syrischen Haupstadt und uns wurde von dem netten Studenten mit seiner Schwester die tolle Stadt gezeigt. Da wir beide wohl recht grosse Kulturbanausen sind, legen wir unseren Schwerpunkt jetzt nicht so auf jedes altes Gemaeuer und jede Kirche bzw. Moschee aber die City von Damasc war schon beeindruckend. Nachts gings dann noch mit nem Taxi auf den Cityberg und der Ausblick war wie in Dresden vom Spitzhaus herunter ( fuer alle Dresdner ) oder eben wie in Berlin vom Fernsehturm ( fuer den ganzen armen Rest der Nichtdresdner ).

Frueh ging es dann wieder ohne Fruehstueck - aber zumindest mit Kaffee und Ziggis fuer Birgit ( ohne dem kann man sie echt nicht ansprechen frueh :-)) )aus der Stadt heraus. Ich dachte ich habe es im Griff aber wir haben uns wieder vol verfranzt und da hier auch kaum einer englisch spricht, brauch man auch niemanden gross fragen. Also wieder Navi an und per Kompas und Richtungspfeil irgendwie in die Richtung Jordanien gefahren. Dabei sind wir voll in nen Armenviertel gekommen wo mir echt anders wurde, dort waren Menschen mit den blanken Haenden beschaeftigt, bei voller Sonne, Glasscherben in verschiedene Farben auf gewaltigen Haufen zu sortieren. Der Rest von denen hatte gar keine Arbeit und lungerte auf der Strasse, welche eindeutig - mangels Fahrzeugen - den armen Leuten dort gehoerte herum. Wir beide waren dann echt froh, als wir dann die Staatsstrasse Richtung Jordanien gefunden hatten. Richtung Grenze wurde die Gegen wieder eindeutig sandiger, flacher und wuestenaehnlicher. Die Huette waren nochmal aermlicher und die Tankstelle war den Namen nicht wert. Dann endlich wieder Grenze, vorher hatten wir in der Grenzstadt Dara noch nach dem Grenzuebergang fuer PKW bzw Motorraeder gefragt aber wieder verstand hier ein jeder nur arabisch, Mann oh Mann. Die Grenze war in etwa so wie in Asterix erobert Rom, als die beiden Filmhelden in einer ihrer letzten Aufgaben nur den Passierschein A 38 in nem Verwaltungsgebaeude besorgen sollten. Wir wurden dreimal verscheucht, im Kreis geschickt und Biggi war kurz vorm platzen. Irgendwann erbarmte sich einer, herrschte einen Uniformtraeger auf arabisch mit derben Worten an und schon wurde der erste Zettel fuer das Ausreiseprozederre ausgestellt. Dann war noch eine Ausreisegebuehr fallig, dazu musste wieder woanders Geld zum Beschisskurs getauscht werden und irgendwann waren wir dann aus Syrien heraus. Auf der jordanischen Seite lief alles etwas enspannter, man outete uns ganz fix als deutsche und wir durften immer vor allen andern, schlange stehenden Leuten unsere Stempelsammlung erweitern ( ganz kurz : Einreiseschein, Roadtax, Versicherung, Visa^freischaltung^, Carnet de Passage mehrfach bestempeln lassen und diverse andere Spielchen. Nach ca. 2,5 h waren wie dann in Jordanien, noch voellig genervt von der Grenze, da es nun bereits dunkel wurde, fuhren wir ins naechste kleine Dorf, wo uns - wie von Alaah geschickt - ein Engel names Mezin ueber den Weg lief, der unsere Frage nach einem Platz zum Campen mit einer Einladung in sein Haus beantwortete. Es waren grandiose Gastgeber : der Opa mit der Oma lebte im Erdgeschoss, wir durften in die Mitte ( die Grad noch bissel in ner Ausbauphase war ) und der Mezin mit Familie und Bruder lebte ganz oben. Es gab tolles Essen und wir wurden ausgefragt ueber die Welt da draussen. Sie gaben uns gute Tipps und bestanden darauf, dass wir noch eine Nacht bei Ihnen verbringen. Okay, wir wollten am Naechsten Tag eh nur nach Amman ( Hauptstadt ca. 20 KM entfernt und zum Toten Meer ca. 80 Km ). Also noch nen schoenen Abend verbracht, UNO gespielt und dann ins Bett. Leider gab es dort soviel Muecken, dass ich dann mein Zelt in dem Raum aufbaute und Biggi ihr Moskitonetz dannn auch irgendwie ueber sich hing.

Next Day : zuerst nach Amman, da war grad ein Internationaler Marathonlauf, na toll und ich wusste wieder von nix. Die 10 Km haette ich auch jetzt noch locker geschafft, aber egal. Die ueblichen Schwarzen angefeuert die solche Laeufe immer gewinnen und dann noch kurz die City angeschaut. Biggi hatte nen schlechten Tag mit Fieber und Durchfall, das jordanische Leitungswasser vertraegt wohl nicht jeder und daher sind wir dann auch recht frueh zum legendaeren Toten Meer gefahren. Dort ging es erstmal elend lang nur bergab, die Hitze wurde immer drueckender und irgendwann konnte man es dann im diffusen Sonnenlicht, der hier irgendwie immer leicht staubigen Luft sehen.

Noch zwei Militaer und Polzeikontrollen ertragen und dann ging es nen langen Marsch von der Strasse hinunter ans Wasser. Zuerst dachte ich, Mist genau hier ist ne alte, stinkende Muellkippe, aber es stank wohl ueberall so. Die Steine am Ufer waren fett mit Salz ueberzogen und die Luft stand. es war Grabesstille, das Wasser glatt wie Eis und der Geruch echt uebel. Naja was solls, kurz Kostprobe des Wassers. welches recht klar aussah : baehhhhhh, salzig ja aber bitter wie sau. Dann rein ins wasser, fuehlt sich irgendwie glibberig an schon in Huefttiefe merkt man den enormen Auftrieb. Da ich hoerte es ist gut fuer die Haut, tauchte ich erstmal das Gesicht hinein : groebster Fehler - es stach fast in den Augen, als ich diese wieder oeffnen wollte, also musste mir biggi vom Ufer ausd ne Waserflasche zuwerfen und mir beschreiben wo diese gerade treibt, da sie aufgrund ihres Fiebers nicht mit ins Wasser wollte. Irgendwann konnte ich sie aber auch ueberzeugen - wenn man schon mal hier ist und sie kam dann auch rein. Burstschwimmen geht gar nicht, da immer die Fuesse ober rausschauen, am besten ist Rueckenschwimmen, aber eigentlich kann man sich in dem Pudding auch einfach nur teien lassen. Dann raus und irgendwie trocken werden.  Das war aber nicht leicht, da mein Handtuch von Anja ( ja Mausi deins .. ) schon in der Turkei verlorengegangen ist und ich immer auch so ganz gut trocken wurde. Also stand ich nun bei ca. 36 Grad ohne Wind und wartete auf die Verdunstung, diese fand aber wegen dem vielen salz nur extrem langsam statt, so dass ich dann irgendwann mit nasser, voellig salziger Haut in die Motorradsachen rein bin und wir dann zu unseren Gastgebern fuhren. Die Badehose am Bike hinten dran ist dann im heissen Fahrtwind doch noch getrocknet und war hart wie Plastik. Dann endlich doch ne Polizeikontrolle aufgrund ueberhoehter Geschwindigkeit, die erste nach ueber 5000 Km und die Kontrolldichte in JOR ist extrem hoch, man kann fast den Kilometerzaehler danach stellen ( so alle 7-10 Km ehrlich !). Aber der GdP Ausweis und paar warme Worte von mir, liesen den Messwert am Geraet ganz schnell verschwinden und mit jubelnden Worten ueber Deutschland und derren Polizei wurden wir wieder weitergeschickt. 

Dann wieder bei unseren netten Gastgebern gab es ein riesiges Essen, einen schoenen UNO ( Kartenspiel ) Abend und wir wurden wieder wie Staatsgeaste behandelt. Sie waren von uns und der Megareise so sehr begeistert und wollten immer alles genau wissen.

Der Abschied frueh war dann sehr emmotional - vielen Dank an Euch ( Mezin und Mohammad ... ), dann ging es 400 Km nach Sueden, die Gegend wurde noch mehr wuestenartig ( also im Sudan kann es nicht viel anders aussehen .. ) und wir bogen rechts noch nach Petra ab, wo die legendaere Felsenstadt jedes Jahr tausende Touris anzieht. Unterwegs war es wieder so heiss, dass wir an nem oeffentlichen Wassertank ( ja das gibts wohl nur in Jordanien ) die Sachen richtig einnaesten und dann fuer ca. 15 min schoene Kuehlung hatten. In Petra waren wir in 3 h durch, sehenswert, man koennte sicher 10 Stunden dort verbringen, aber das Wesentliche hatten wir abgeknipst.

Wieder im Dunklen kamen wir dann in Aqaba an, der Ort liegt im sog. Vierlaendereck am Golf von Aqaba, d.h. links ist Saudi Arabien, rechts Israel, und gegenueber Aegypten. Also schnell noch Campingplatz am Meer gesucht und gefunden. Dann in die City zum Geld holen und was Essen ( es ging leider erst am siebenten Automaten und ein Trottel von Jordanie - die koennen hier echt nicht Autofahren - hat mich dann noch fast umgefahren, und das in leichter Bekleidung also nur mit Helm, den habe ich aber schoen belegt )

Frueh raus und dann zur Faehre nach Aegypten, dort dann wieder Spiessrutenlauf beim Ausreisen und das gleiche beim Einreisen. Die Faehre selber war hypermoden, schnell und komfortabel ( leider etwas zu gut gekuehlt und fast schon kalt innendrin, bin ich gar nicht mehr gewoehnt ). Wir bekamen auch noch aegyptische Kennzeichen und ein jeder wollte Geld fuer irgendweas haben. Am Ende haben wir mit Faehre sowie Ein und Ausreise 186 Euro bezahlt, ich stand in Aegypten die erste Stunde drei mal am Automaten ( zum Glueck war einer im Grenzbereich ). Und wieder war es dunkel ... Ein netter deutscher Urlauber auf der Faehre gab mir aber noch die Daten von nem netten Campingplatz gleich an der Kueste von Nuweiba, also in Hafennaehe und per GPS war das kein Problem. Der Platz war traumhaft, wie das Paradies, billig und es gab zu essen. Die An- und Abfahrt ging ueber 2 Km feste Sandpiste, wo ich Biggi wieder schoen einsanden bzw. zunebeln konnte :-))

Da es auf dem Platz so schoen war, dazu kaum Gaeste da waren blieben wir gleich bis heue Nachmittag, ich war noch schoen schnorcheln am Korallenriff und sah eine Unmenge an bunten Fischen - echt schoen.

Heute nachmittag fuhren wir dann los zum Mount Sinai, den wir wieder im Dunklen ereeichten. Unterwegs machten wir noch ein paar Ausfluege ins Gelaende, wo ich einiges an Kupplungs- und Reifenbelag gelassen habe - aber es war toll.

Dann im Ort war ich erst mal beim Friseur und seitdem sitz ich am PC, jetzt noch was essen und dann bei ca. 25-28 grad im offenen Beduinenzelt am Fuss der legendaeren Berges schlafen - fuer 1,30 Euro ...

Der Bilderupload klappt hier leider nicht so, lahmer Rechner, alter Browser, daher kann ich kein Album erstellen sondern nur 3-4 einzeln installieren. Morgen gehts auf den heiligen Berg und dann Richtung Suezkanal - Kairo, aber alles nur : In Schallah !!

 

Fazit der letzten Tage : die Sachen sind nun schon fast klebrig, ich habe viel zu viel Zeugs mit, zwei Taschenlampen und ein Ladestecker haben sich kaputtgeruettelt im Koffer ( den Stecker konnte ich retten, die Lampen sind im Ar ... ), eine Tuete Erdnuesse hat sich im Werkzeug verteilt, mein gutes Samsung D 600 Handy ist im Wasser beim Versuch Waesche zu waschen fuer immer ertrunken, ich bin daher vorerst nicht mehr erreichbar, meine Reservelouistasche hatte nun so viele Brandloecher, das ich sie in Petra entsorg habe, Anjas Handtuch ist verschwunden, die teure Columbiazipperhose ist anfaelliger wie meine alte 10 Euro Zipperhose, alle 20 Km muss man hier irgendwo den Passport zeigen, Biggi ist erstaunlich zaeh und zieht gut mit, ich komme heute wohl wieder nicht zum richtig Essen ( ist schon fast um elf ) und Benzin kostet hier unglaubliche 19 cent.

 

Viele Gruesse in die kalte Heimat

 

Thomas

 

 

ein syrischer Russenwolga - der Sack vorn war mit Strick befestigt ... ein syrischer Russenwolga - der Sack vorn war mit Strick befestigt ...
unsere Gastgeber in Jordanien - unendlich nett und die guetigsten Menschen der Welt unsere Gastgeber in Jordanien - unendlich nett und die guetigsten Menschen der Welt
Petra - die legendaere Felsenstadt Petra - die legendaere Felsenstadt
die Yamse traegt nun hinten gelb ... die Yamse traegt nun hinten gelb ...

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10 Kommentare

  • #1

    steffen (Dienstag, 20 Oktober 2009 23:03)

    schön wieder was zu lesen...gute reise noch

  • #2

    rumpi (Cop in OE-OE KRIPO PIRNA) (Mittwoch, 21 Oktober 2009 23:06)

    hab von eurer Reise von Kollegen in Dommitzsch (Digitalfunklehrgang) erfahren und eure Site gesucht. Man, der Hammer, und wünsche euch beste Fahrt und solche nette Menschen wie in Jordanien soll man da öfter treffen, sagt man.
    Also passt auf euch auf, mfg der Rumpi

  • #3

    Triemser (Freitag, 23 Oktober 2009 08:24)

    ...bei ca. Minus 10 gefühlten Grad in unseren Gefilden werde ich bissl neidisch auf Euer "Badehosenwetter" ;-)

  • #4

    Andybandi (Freitag, 23 Oktober 2009 17:26)

    Hi Thomas,
    echt Klasse das alles so Supper läuft....bei mir und bei mein Goldschatz gibt auch nix neues,außer das ich heute abend wieder köstlich verwöhnt werde mit einer geräucherten Regenbogenforelle und Pangrasiusfilet mmh......und dazu ein leckeres gekühltes Feldschlößchen, übrigens wir fliegen in 14 Tagen nach Sharm el Sheikh zum Schnorcheln + Sonne tanken, freuen uns schon riesig drauf....
    Gute Fahrt und Halt die Ohren Steif my Vagabund
    LG von Andy und Anja(Hessen)

  • #5

    mohammad awad (Samstag, 24 Oktober 2009 15:25)

    hi thomas how are you? i hope you are ok . thanks for you to put my family picture , take care for your self and say hi to pike

  • #6

    mohammad awad (Samstag, 24 Oktober 2009 15:50)

    Hallo Thomas, wie geht es dir? Ich wünsche Ihnen eine glückliche und erfolgreiche Reise

  • #7

    Zimmi (Samstag, 24 Oktober 2009 21:28)

    Hallo ihr beiden, schön wider was zu hören, gestern waren wir bei EBERhard das Schwein essen (also nich den Ebs und auch nich den Schütze)... und haben an dich gedacht,seid vorsichtig (bei dir sowieso sinnlos der tip) und bleibt gesund ..

  • #8

    Alexander Freund (Mittwoch, 28 Oktober 2009 09:37)

    Hallo Thomas,
    wir hatten uns auf der Fähre nach Ägypten getroffen.
    Schön daß ich euch mit den Koords des Campingplatz in Nuweiba helfen konnte. Es ist schon ein tolles Abenteuer, das ihr da macht. Weiterhin gute Reise, ich
    werde euer Abenteuer weiter verfolgen.
    Alexander

  • #9

    angela.goers@gmx.de (Sonntag, 01 November 2009 23:10)

    Hallo, Abentreurer,
    viele Grüße von den Großeltern! Wir im Seniorenheim verfolgen auch Ihre Tour und halten Hermann und Marianne auf dem Laufenden.
    Viel Glück!
    Angela

  • #10

    Gerd Zühlke (DIXI) (Freitag, 13 November 2009 22:46)

    Hallo Ihr 2 Weltenbummler. Wir waren auch in der TR, SYR und JORD unterwegs auf unserem Weg von Deutschland nach Dubai. Haben auch eine Blog-Website gehabt. lwd.moddulo.de und auf meiner website als Direktlink hier: http://dixi.charlie247.server4you.de/2009/LWTD/Text/Seite1.htm Wir hatten leider nur 5 Wochen, wollen aber gleich Anfang 2010 wieder los, von Dubai aus - wo die Moppeds "Überwintern" durch den Oman. Euch noch alles Gute und viele, viele tolle Erlebnisse. Vielleicht sieht man sich ja mal - ich komme aus dem Erzgebirge ;0)
    Grüsse Dixi

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Mi

10

Mär

2010

Wieder daheim : Frost, Kälte, Dunkelheit ...

So, nachdem ich meine tschechischen Freunde Ende Januar mit nem rechtsgelenkten Japaner ( oh Gott ! ) zum Flughafen gefahren hatte und herzlich verabschiedete, kümmerte ich mich dann um den ganzen Zoll- und Verladekram für die bereits in drei großen Holzkisten verpackten Motorräder. Insgesamt hatte ich neun Tage Zeit, bis mein Flieger gen Germny fliegen sollte. Sportler wie ich bin, wurde die Zeit natürlich sinnvoll ( nach meinen bescheidenen Maßstäben ) genutzt und mit nem recht schweren Leihrennrad ging es fast jeden Tag, neben dem Weg zur Spedition und dem Zollamt, in alle Himmelsrichtungen ( okay, außer Westen, denn da war der Atlantik ). Nach über 1000 Km und mit den besten Trainingsstreifen sowie dem schlimmsten Sonnenbrand den ich je hatte, gab ich es dann schweren Herzens am 4.02.10 wieder bei Cycleteknic Tableview ab und nen Tag später wurde ich durch Raum und Zeit gebeamt ... Nach unglaublich kurzen ( in Anbetracht des ungleich längeren Hinweges ) 11 Stunden Flug bis München, 1,5 h Flug bis Berlin und dann nochmal 2 h Zug bis Dresden wurde ich gegen Mitternacht bei Frost am Dresdner Hauptbahnhof freudig von Freundin, Famile und einigen Freunden empfangen - Dank auf diesem Weg an alle die da waren und danke Anja für die langen Hosen sowie der dicken Jacke ...

Nach einer Woche Urlaub mit meiner Freundin ging es dann am 13.02.10 gleich wieder auf Arbeit recht doll zur Sache - links, mitte und rechts demonstriert, blockiert und ( manchmal auch randaliert ) in Dresden und wir mitten drin.

Vor lauter Erzählen von meiner Reise komme ich auf Arbeit ständig in Zeitnot und nun wurde angeregt, einen größeren Vortrag für alle Kollegen welche es interessiert durchzuführen.

Weil mich immer alle Fragen, wieviel denn alles gekostet hat, hier eine kleine Auflistung : 

die Kosten im Vorfeld ( Ausrüstung, Impfungen, Visa etc. ) waren ca. 1000 Euro plus Zeit und Nerve,

die Kreditkarten- sowie EC-Cardabrechnung ergab : 5400 Euro allein unterwegs, plus 370 Euro Rückflug plus Bahn, 600 Euro Motorradtransport mit Schiff bis Prag

macht also 6400 Euro, plus 1000 Euro welche in die Yamse gesteckt werden müssen, sowie 1500 Euro Wertverlust, 350 Euro für diverse Krankenversichungen.

das ganze dann durch 120 Tage macht : 53 Euro am Tag, jeder einfache Türkeiurlaub dürfte also ( pro Tag ) wesentlich teurer sein.

Davon entfallen im Einzelnen :

gefahren Strecke : 25312 Km, Verbrauch 4,38 Liter/100 Km = 1108 Liter, Preis im Schnitt 80 cent = rund 900 Euro für Sprit

für diverse Visa an der Grenze ca. 300 Euro, allein die Einreise mit allem Papieren nach Ägypten 180 Euro, Internet und Telefonie zus. ca. 250 Euro, diverse Nationalparks ca. 500 Euro, neuer Fotoapparat in Luxor 120 Euro, Mietmotorräder in Sansibar 3 Tage für zus. 50 Euro, Fähre nach Sansibar 40 Euro, 1000 Euro wurden allein in Südafrika ausgegeben - ist halt fast wie Europa dort, die Zahl der Hotelübernachtungen war in Europa recht hoch und ging dann ab Sudan gegen null, dafür immer mehr kostenloses Outdoorcampen.

Die längste Tagesetappe : Tag eins 400 Km mit dem Auto nach Berlin um das Sudanvisa persönlich abzuholen, dann mit dem Motorrad exakt 500 Km Autobahn durch CZ nach SK Bratislava - sowie irgendwo in Äthiopien genau 8 h ( reine Fahrzeit ) ist das Motorrad gerollt über 400 Km, fast alles elende Piste.

Die schwerste Etappe : Fahrt über die Grenze von Tansania nach Mosambik, viel Tiefsand, Sonne im Zenit, nix gescheites zu Essen ...

Die höchste Temperatur : 49 Grad im Schatten, Wüstenstrasse / Piste im Ostsudan

Die tiefste Temperatur : 0 Grad auf 3600 m Höhe in Ähtiopien Simmien Mountains ( und mir ging es echt elend )

Das beste Essen : Forraskut Südostungarn, ich habe das letzte Drittel nicht geschafft - unglaublich, dort muss ich wieder mal hin !!

Das schlechteste : "Huhn" am Äquator in Kenia - was war das denn wirklich ?

Die nettesten Leute : Araber ( in Syrien, Jordanien, Sudan ), sowie in Ungarn, Türkei, und die weissen in Südafrika ( ja Peter ich weiss ... )

Die unangenehmsten : ( jetzt bekomme ich wieder Ärger von dem Peter ) teilweise Ägypten ( Touristengegenden ), Tansania ( speziell Daressalam ), Äthiopien ( nicht auf dem Lande ) - naja man wird eben oft abgezogen, reingelegt und betrogen sowie permanent angebettel. Aber genauso oft gibt es auch postive Erlebnisse. Ich habe mich oft gefragt, was denn wohl vor 100 Jahren war, als noch keine Hilfslieferungen nach Afrika kamen ( wie haben die Völker dann dort überlebt ?) und zu welchem Zweck werden die eigentlich gemacht - denn die Leute gewöhnen sich daran und oft gibt es heftige Auseinandersetzungen um die Hilfslieferungen ? Wem hilft es, wenn wir tonnenweise getragen Sachen nach Afrika "spenden" ( um mal das wegwerfen in den Kleidersammler so zu nennen ), dann daran einige wenige gewaltig verdienen und zuletzt die heimische Bekleidungsindustrie keine Chance hat, sich zu entwickeln. Die fettesten Autos und Leute waren übrigens oftmals die Fahrzeuge und Mitarbeiter - oder soll ich Absahner schreiben -  diverser Hilfsorganisationen, dies mal nur am Rande.

Nun Gut, das auch mir eigene Gefühl für Demut und Dankbarkeit - und dies habe ich ohne Zweifel auch überdurchschnittlich und bin mit wenigen Dingen glücklich und nicht materiell eingestellt ( Autos, Luxus, Komfort sind mir echt voll egal, z.B. heute früh wieder bei minus 12 Grad 12 Km mit dem Rad auf Arbeit gefahren ... das gabs in Afrika so nicht ) - ja Gefühl für Demut und Dankbarkeit geht dann leider nach einigen Wochen des Daueranbettelns bei 40 Grad im Schatten leicht verloren, trotzdem habe ich nie vergessen, dass nur ganz wenige Menschen weltweit die Möglichkeit haben, Reisen wie diese zu realisieren. Und leider hatte ich nur 2 x 40 Liter Alukoffer ( die Kritiker sollen erstmal damit auf nem Motorrad unter diesen Bedingungen durch die Welt fahren ) mit und keinen 40 Tonner mit Hilfsgütern. Bis Tansania hatte ich mir im Tagebuch - nett und hilfbereit wie ich ja eigentlich immer bin - diverse Adressen von Leuten notiert, denen ich dann von D aus diverse Sachen schicken wollte, da wir bei Ihnen schlafen konnten oder diese uns sonstwie positiv aufgefallen waren. Leider wurde mir dies dann auch alles gestohlen - nochmal herzlichen Dank dafür an den xxx Täter. Auch kaufte ich oft in Städten mehr essen als nötig um es dann auf dem Lande den Kindern zu verschenken, aber der Effekt ist sicher gleich null - von daher sinnlos. Es beruhigt wohl nur das schlechte Gewissen.

Nun ja man könnte ewig darüber philosophieren, es wäre auch echt nett, wenn meine "Kritiker" - welche nur über die Kommentarleiste schreiben, mir mal persönlich schreiben würden.

 

Letzten Freitag habe ich die Yamaha aus Prag geholt. Es gab ein Wiedersehen mit meinen CZ Freunden und da das Wetter so extrem winterlich war ( minus 8 Grad und Schneesturm ) musste die letzte Fahrt der Yamse ins deutsche Heimatland mit dem Hänger vom Polo-Shop erfolgen.

 

Ich denke dies war der letzte Eintrag auf meiner Seite, ich danke allen Lesern, meiner Freundin Anja fürs durchhalten ohne mich, Birgit meiner Reisepartnerin bis Daressalam ( ich hatte und habe immer Respekt vor ihrer Leistung als Frau ... ), meinen CZ Freunden Radek, David sowie später dann noch Silva der Freundin vom Radek, dem Freistaat Sachsen weil nicht in allen Berufen Reisen wie diese möglich sind, dem Hersteller Yamaha für den Bau eines absoluten Adventure Reisebikes, meinen Eltern dafür dass ich so bin wie ich bin, der Mopo DD für den Bericht, meinem Schutzengel, der Fa. Held und Salewa - top Ware, keine Frage !, Roland Kaiser - dessen Lieder hörte ich oft abends im MP3 Player - es war der Klang der Heimat, sowie stellvertretend für hunderte nette Kontakte wenigstens aus jedem Land einen oder zwei : der freundliche Tankstellenmitarbeiter in Bratislava der mit den Weg zum Hostel zeigte, der LKW Fahrer mit der Landkarte in HU; die netten Polizeibeamten in Rumänien auf der Suche nach dem Hotel, den jungen Leuten aus dem alten fünfer BMW welche uns in Bulgarien ( Vidin ) den Weg zum Hotel zeigten, die Tankstellenbetreiberin in GR wo wie schlafen durften, dem netten Motorradpolizisten in Bolu TR, dem Hotelchef in Alleppo SYR, unserer Gastgeberfamilie bei Amman JOR, der Lehrer in New Valley und der Hotelmanager in Assuan Ägypten, dem Busfahrer in der sudanischen Wüste bei meinem Platten, dem Scout in den Simmien Mountains, ein zäher Hund !! Ähtiopien, der Lodgebetreiber am Fuße des Mt. Kenia  - danke für den tollen Preis nach Biggis Vorarbeit; dem netten Pfarrer aus Leipzig in Tansania, dem Enduroverleih für den Toppreis in Sansibar, der Mitarbeiterin im Fahrzeugteilehandel bei Pemba Mosambik - vier Seiten nur über mich geschrieben - unfassbar, Brad aus Kapstadt für die Hilfe in Simbabwe im Nationalpark - Zufälle gibts ..., und in Südafrika Dank an Yamaha Durban, dem Lemontree Backpacker - ganz verrückte Jungs und Schicksale sowie den Erbauern des Chapmans Peak, wo ich mit dem Rennrad mehrfach darübergebügelt bin und nun bald auch Lance Armstrong dies tun wird.

 

Das wars !! Auf ein neues Abenteuer irgendwann, erstmal haben mich andere Aufgaben und Verpflichtungen fest im Griff ...

 

Es war schön, jederzeit wieder.

 

Thomas Kiraly

 

 

 

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