Dresden - Kapstadt per Motorrad

Fr

06

Nov

2009

Sudan, wir leben und es ist toll !!!

So, um es kurz zu  machen = Wir sind soeben ( also vor 3 h ) in Karthoum, der Haupstadt vom Sudan eingetroffen und fast alles lief bisher super !

 

Wir sind also nicht wie geplant ans Rote Meer gefahren sondern wollten lieber noch unseren Bikes was gutes tun und auch doch besser nen Tag eher in Assuan sein um die Ausreiseformalitaeten besser angehen zu koennen. Also wurden dann durch uns in Luxor die Luftfilter ausgeblasen und das Oel gewechselt - selfmade versteht sich. Ich habe dann meine Trax Koffer mit chinesischen Stahlschellen dreifach gesichtert, die halten wohl nun ewig. Muss nur halt zum abmachen immer die Schellen abschrauben, aber das geht fix. Da mein Foto ( oder eher Anja ihrer ) nun leider nicht mehr funktionierte und mein Handy auch nicht mehr konnte, sendete ich beides mit nem Paket in die Heimat, evtl. kann dort jemand noch die ganzen Nummern aus dem Speicher auslesen ( ich dachte da so an Susi vom Ulbi ... ). Der Postamtschef lud mich dann zu sich nach Hause ein es gab Essen und ne Vorstellung seiner Steinsammlung. Zu meiner negativen Uerberaschung wohnte er im uebelsten Gebiet von Luxor, um nicht Slum zu sagen. Naja, als er hoerte, dass meine Kette sowie das ganze drumherum noch einer gruendlichen Entfettung und Reinigung bedarf lotste er mich zu seinem Bekannten, welcher als groessten Schatz eine alte MZ 250, the last edition in der Stube ( ja wirklich !!) stehen hatte und vor dem Hauseingang wurde dann mit viel Benzin aus der alten MZ grosszuegig alles gereinigt. Drei Leute werkelten an der Yamse und machten u.a. die Kette wieder leichtgaengig. In dieser Mega Benzinwolke, wo es micht schon fast benebelte, wurden zuerst drei Zigaretten angezuendet wobei zu meiner Verwunderung keine Explosion stattfand ... Spaeter reichte man mir auch noch eine Haschzigarette, die ich jedoch, zum entsetzen des Benzinwolkenrauchers  dankend ablehnte - obwohl ich jemanden kenne der sich gefreut haette ... Dann durfte jeder, einschliesslich die Kinder dranziehen und irgendwann konnte ich mich mit den besten Wuenschen fuer unseren langen Trip davonstehlen, denn leider haben wir immer noch so etwas wie ein Zeitproblem.\

Am naechsten Tag kaufte ich mir dann noch ne neue Digicam von Sony, wo Touris sind, gibts echt alles zu kaufen und ab ging es nach Assuan.

Bei der ersten Tankstelle im Niltal trafen wir dann dann zwei Motorradfahrer, bestens ausgeruestet, martialische Erscheinung. Es waren David. 30, BMW 1150 GS und Hradek. 30. modifizierte BMW 650 GS Challenge aus Tschechien, welche mich im Vorfeld der Reise schon angemailt hatten und die selbe Route in etwas kuerzerer Zeit fahren. Die Freude war gross angesichts des Zufalls, denn telefonisch konnten wir uns nicht mehr erreichen, da ja mein Handy defekt und nun auch noch meine alte Telefonkarte verschwunden ist, das nervt echt.

Wir verabredeten uns also fuer den naechsten Morgen an nem Hotel in Assuan und die beiden waren puenktlich da.

Es war Sonnabend und die Faehre die uns die 300 Km zum einzigen Grenzuerbergang nach Sudan bringen sollte fuhr am Montag irgendwann Mittags wie es hiess.

Man sollte meinen wir haetten also noch genug Zeit. Unser Hotelchef meinte aber, wir sollten gleich mit ihm zum Buro der Faehrgesellschaft kommen und dort alles abklaeren, 10.30 Uhr waren wir dort, und dann musste es ploetzlich ganz schnell gehen, da der Lastkahn, welcher immer die Fahrzeuge transportiert, schon Sonnabend 14.00 Uhr abfaehert. Oh Gott, also ruck zuck die Tickets gekauft, dann mit nem Taxi und unserem Hotelchef zuerst zu den bikes am Hotel, die Aegypt. Kennzeichen abeschraubt, danach in irgendein KFZ Buero, was voellig unscheinbar und versteckt im lag, dort die aegyptischen Kennzeichen abgegeben ( gegen Gebuehr vertsteht sich ), weiter mit Taxi zum naechsten Buero, fuer irgendeinen Zettel der ganz wichtig war( wieder geblecht ) . Zurueck ins Hotel, auf die Bikes und dem Taxi hinterher. Vorher noch in drei Minuten entschieden, was brauche ich die die naechsten vier Tage und was nicht.

Im Hafen, vorher wieder Eintrittsgebuehr geloehnt, dann den Militaerchef mit 20 Pfund bestechen muessen, damit sich jetzt uerberhaupt noch was bewegt, dann ging der Kopiere nicht, also mit dem Taxi ins naechste Dorf, gegen Cash alle Paesse kopiert und zrueck ins Amt. Die CdP^s abstempleln lassen, noch nen Stempel in den Pass, gegen .... genau Gebuehr und nach weiteren vier mal Pass rausholen zeigen, Namen sagen woher wohin usw. durften dann die Bikes auf den Lastkahn. Dort alles ruckzuck festgezurrt, da die Motoren schon gestartet wurden und als die Fahere dann schon ablegte, konnte konnte ich nur noch den teuren Shoei Helm plus meine Tasche ans Bike werfen und mit nem grossen Sprung von der Faehre ans Ufer springen - unglaublich, diese Hektik und wir dachten wir haetten echt genug Zeit fuer alles.

Naja dann kehrte wieder Ruhe ein, mit dem Taxi zurueck in die City und wir konnten uns ans Nilufer setzen, Eis essen und uns von dem sieben Stunden Stress  !! erholen.

Am naechsten Tag lief es entspannter, wir tauschten Geld, also Aegyptisches in US Dollars, was aber auch ein kleines Drama war und dann wurde noch die Vorraete ( Wasser, Kekse, Thunfisch ) aufgefuellt. Abends machten wir mit unseren tschechischen Freunden noch ne tolle Segelboot ( Feluken ) Rundfahrt auf dem Nil und konnten mal so richtig entspannen.

Am naechsten Tag ging es also auf diese ominoese Fahre, von der in jedem Reisebericht gleich schlecht berichtet wird.

Wieder mit dem Taxi hin und diesmal herrschte an dem Hafen das blanke Chaos, Menschen und Waren ueberall, ich dachte noch, naja hier kommen sicher mehrere Boote im Laufe des Tages an, aber dies war dann wohl doch ein Irrtum.

Nach einem unsaeglichen Kampf um die ersten Plaetze, bei denen ich meine gute Kinderstube vergessen musste und mit reiner Koerperkraft agieren musste, konnten wir uns in, als eine der ersten in die Fahere begeben. Trotz allem Tempo haben wir fuer die 200 m vom Hafeneingang bis zum Boot drei Stunden benoetigt. Auf dem Boot selber war anfangs viel Platz, wir waehlten das Oberdeck, da wir nur zweite Klasse hatten ( erste waren vierer Minikabinen und schon seit Tagen ausverkauft ) und legten uns irgendwo im Schatten auf dem Boden. Nun ja das Boot fuellte sich langsam aber bestaendig, die Zeit verging und irgendwann mussten wir vier ( David, Hradek, Biggi und ich ) unsere 3 oder 4 qm, die uns noch verblieben waren, mit Egoismus und Koerperkraft verteidigen, Oh jeh....Irgendwann dann, nach 8 Stunden gewartet bei 37 Grad im Schatten, der wieder nur sehr spaerlich war, startete das Boot den Motor und wir merkten sofort, das unser Platz eher schlecht gewaehlt war, da unsere Blechplatte, was das Deck war , genau ueber dem Maschinenraum und es vibrierte derart das es alles was fest war hin und her bewegte. Vom Laerm mal ganz abgesehen, da half selbst mein Ohropax nichts mehr. Naja im Dunklen fuhr die Faehre dann also, voellig ueberladen los, die Gaenge waren zugestellt mit Kuehschraenken, Allesschneidern, Zwiebeln, riesigen Taschen und Koffern, und ueberall lagen Menschen herum. Auf den beiden Toiletten raubte es selbst mir den Atem und ich dachte ich muss mich zum ersten Mal seit Jahren uebergeben - und das heisst was !! Auf dem Unterdeck glichen die Zustaende einem Sklaventransport, die Luft war zum zerschneiden. Mitternacht mussten dann alle zum gemeinsamen Fiebermessen mit einem ^im Ohr Thermometer ^ welches allen Passagieren hintereinander ohne Reinigung oder aehnliches in das Ohr gerammelt wurde, ohne diesen Stempel unter dem Temeraturwert wuerden wir die Paesse nicht zurueckbekommen. Erstaunlicherweise hatten wir vier alle die gleiche Temperatur ....Naja irgendwie dann doch noch paar Stunden gedoest, nicht geschlafen, mehrere Arme, Haende und Fuesse von anderen Sudanern im Gesicht oder sonstwo gehabt im Laufe der Nacht und im Morgengrauen fuhren wir dann in Abu Simbel vorbei, was quasi das Petra von Aegypten ist.

Wenig spaeter waren wir dann im Sudan, das Boot legte an und alles was noch laufen jkonnte stroemte zur Passausgabe im Mitteldeck. Doch dort passierte eine Stunde erstmal nichts, etliche Polizisten und Militaers sowie Aerzte kamen ins Boot, laut fluchend und schwitzend schoben sie sich in Richtung Passausgabe. Umfallen war unmoeglich und das wie gesagt eine Stunde.  Gegen 12 Uhr, also in der groessten Hitze durften wir vier Motorradfahrer dann als erste das Boot verlassen und den langen Weg zu Fuss ueber die Hafenmole zu dem Lastkahn laufen wo unsere Bikes standen.

Alles wieder ganz fix bei groesster Hitze bepackt und die Bikes 1000 m zum Zollhof gefahren, dort die Einreiseprozedur erstaunlich schnell und guenstig abhandeln koennen, dann noch die Wasservorraete ( 10 Liter Wasser - 29 Liter Benzin - man weiss ja nie ... ) aufgefuellt, kurzes Stossgebet, eine letzte Militaerkontrolle und zack wir waren im Sudan ... Zu viert ging es die erste Piste dem Sonnenuntergang entgegen. Nach ca. 70 Km bogen wir von der Piste ab ins grosse nichts und schliefen in einem malerischen Tal, wo es aussah wie auf dem Mond oder dem Mars. David kochte Nudeln und es war ein toller Abend.

Am naechsten Tag ging es weiter Richtung Dongola, im ersten Dorf gab es sogar Wasser und Cola aus Flaschen, auch die Leute waren alle nett, freundlich und nicht so aufdringlich wie die Aegypter oftmals. Auf den Pisten konnte sich jeder von uns austoben und speziell meine und Biggis Sandfahrtechnik hat nun gewaltig zugelegt, irgendwann kann man es, man muss eben nur immer hart am Gas bleiben und es gilt der Spruch der Mountainbiker ^ Geschwindigkeit bringt Sicherheit^

In Dongola haben wir uns dann nach fast 400 Km, voellig platt und verschwitzt in den erstbesten Schatten vor nem Minilebensmittelladen gesetzt, umschwearmt von Menschen die Stiefel ausgzogen, kaltes Wasser ueberall hingeschuetet und Essen reingeschlungen, wie es die ganzen Sudaner um uns herum wohl noch nie gesehen hatten.

Nachts war dann wieder Wildcampen in der Naehe des Niles angesagt, obwohl uns die oertlichen Bauern vor den Skorpionen warnten, ging es beim Zeltaufbau im Halbdunkel nur Barfuss oder mit Badelatschen, da mir einfach echt zu heiss war. Vorher sind wir drei Maenner noch mit unseren Bikes in zu nem grossen Sandduenenfelf gefahren und haben die Sau so richtig rausgelassen. Es gab 10 er, 20, 30 und sogar 40 er Sand ( Differenz zwischen Hinterradtempo lt. Tacho und GPS Realtempo :-))) Einmal hat es mich abgelegt, Hradek auch einmal und einmal hat er sein Hinterrad komplett im Sand eingewuehlt  -  einfach voll Fun, das muss auch sein. 

An dem Abend war ich und Biggi mit Kochen dran, naja ne Lehrerin  und nen Bulle, das wird dann nix, es blieb sogar was uebrig, das sprach wohl nicht fuer uns ...

Tja gestern ging es wieder durch Wuestengebiet, in wieder unertraeglicher Hitze, aber fast alles bester Asphalt, kurz vor dem Tagesziel zog ich mir dann, wieso auch immer, noch nen Platten hinten zu ... Schoener Mist, aber mit den CZ Boys ging alles recht fix, als ich meinen Enduroreserveschlauch aus den tiefen des Koffers zog, wusste ich dann auch wohin sich die seit Wochen vermisste Bitterschockolade ( von der ich vor langer Zeit nur mal das Papier aus dem Koffer zog ) verabschiedet hat, eine schoene Sauerei. 

Dann wieder Schlafen in der Wueste im voelligen nichts - jeder sollte das mal erlebt haben, der Sonnenunter- und Aufgang ist da besonders zauberhaft. Diese absolute Ruhe macht einem schon fast Angst.  

Heute ging es dann aus der Wueste heraus, vorbei an hunderten Kamelen, viele auch tot am Strassenrand in die Haupstadt Karthoum, die Hitze war wieder enorm und der Verkehr nach drei Tagen Ruhe und Entspannung sehr hektisch, aber nie so schlimm wie

 Kairo oder Istanbul. Wir Campen heute im Blue Nile Sailing Club, genau am Wasser. Morgen muessen wir uns in der aethiopischen Botschaft um die Visa kuemmern und das Paket mit den neuen Reifen sowie dem Kettenkit vom ADAC soll morgen abend hier am Flughafen ankommen. Ich hoffe es klappt alles, so dass wir in 2 bis 3 Tagen weiter koennen. 

 

So, bisher sind wir knapp 10000 Km gefahren, die Yamse laeuft noch immer top, auch wenn der Sprit oft schlecht ist. Bis vor zwei Stunden war der Sand ueberall im und am Koerper, es knirscht beim essen, der sand faellt aus den Haaren und ist zwischen den Zehen. Die Socken stehen, wenn sie denn mal trocken sind, von allein und alle Sachen stinken gar heftig. Die Versorgung mit allem ( Wasser, Sprit, Essen ) klappt im Sudan perfekt, alle Leute sind sehr angenehm nett und hilfsbereit, gerade gestern bei meinem Platten, wo ich noch bis ins naechste Dorf gerumpelt bin. Ab hier beginnt das Malariagebiet und diverse Stechfliegen soll es ganz viele geben, meinte eine Gruppe tschechischer Transafrikareisender die mit nem Bulli hier sind, Biggi kaempft tapfer und faehrt fuer ne Frau echt unglaublich und auch sonst kein Jammern und kein Klagen. Die beiden Tschechen sind echte Kumpels, ich hoffe wir treffen sie irgendwann wieder - Tisic krat Dekujie Hradek a David !!  

 

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14 Kommentare

  • #1

    Steffen (Freitag, 06 November 2009 17:37)

    ...Na...super das ihr wieder was von euch hören /lesen lasst. Ich hatte schon ne Spezialeinheit zusammengestellt...da werd ich sie mal zurückpfeifen...bis denn

  • #2

    Torsten (Joe :-) ) (Freitag, 06 November 2009 20:02)

    lasst euch nicht unterkriegen, die Reiseberichte sind gggggg........

  • #3

    Zimmi (Samstag, 07 November 2009 19:42)

    Good luck ihr beiden, you gonna needed!

  • #4

    Manfred (Sonntag, 08 November 2009 09:06)

    Hi,
    wir hatten uns am Salzsee in der Türkei getroffen und sind nun in Jordanien gelandet bzw. gehts von dort in Januar weiter. Unseren alten Motorräder gehts auch bestens. Fahr nicht so schnell-
    Grüße
    Manfred

  • #5

    kulbino (Sonntag, 08 November 2009 15:42)

    Danke für die erfrischenden(zumindestens für uns!) Berichte/Bilder, sehr interessant, viel Glück weiterhin!!

  • #6

    Andreas (Sonntag, 08 November 2009 17:14)

    Schön wieder mal was zu hören/lesen. Da trifft ja der begriff Abenteuerreise voll zu. Warte schon gespann auf die nächsten berichte. Viel Spaß und viele Abenteuer noch...

  • #7

    Andybandi (Sonntag, 08 November 2009 20:15)

    Hi Thomas! Supper Supper, das alles so verläuft, hört sich echt Klasse an, macht richtig Spass Deine Berichte zu lesen....:-)
    Hatte nun heute meinen letzten Arbeitstag, morgen heißt es Tasche packen, und ab zum Airport(FRA)Start 6.35Uhr nach Sharm El Sheikh zum Schnurcheln mit mein my Goldschatzi...:-)
    Ich wünsche Dir und Deinen Freunden gute weiter Fahrt, macht weiter so und seit ganz lieb Gegrüßt Andy und Anja(Hessen)

  • #8

    Hoffi (Sonntag, 08 November 2009 21:36)

    Einfach toll,was Ihr da macht.Ihr macht das wovon alle anderen nur träumen.Hoffentlich geht weiter alles so gut wie bisher.Da ich das gleiche Moped fahre verschlinge ich jeden neuen Bericht.Warte schon ungeduldig auf den nächsten.L.G.Hoffi

  • #9

    Familie Kiraly (Montag, 09 November 2009 17:06)

    Hallo Thomas,
    lass uns nicht wieder 5 Tage auf eine Nachricht von dir warten ;-) Übertreib es mit deinen Ausflügen in die Wüste nicht, Sicherheit ist oberstes Gebot das du auch gesund wieder ankommst.
    Beste Grü´ße aus der Heimat.
    Deine Familie

  • #10

    Ani (Montag, 09 November 2009 20:17)

    So mein Prinz,
    nun auch mal ein paar liebe Worte außerhalb unserer Mails und Telefonate...
    Ich kann mich nur immer wieder den Statements anschließen... auf ein Zeichen von dir warte ich sowieso jeden Tag, aber auf deine Reiseberichte bin ich immer ganz besonders gespannt, da steht zwar ni wirklich was neues für mich drin, aber ich liebe deine Art zu schreiben...
    Ich wünsche dir und Biggi von ganzen Herzen noch total viele Erlebnisse, Bekanntschaften und Abenteuer, damit ich noch oft hier sitzen darf und du mir mit deinen Texten ein Lächeln ins Gesicht zauberst...
    Ich vermiss dich hier...

    Pass auf dich auf und denk immer daran:
    IHDVMAL ;-)
    Dicken Schmatz für dich...

  • #11

    Triemser (Dienstag, 10 November 2009 00:23)

    ...gestern noch die Dresdner VK-Teilnehmer "gärgert" und jetzt surft der mit der Yamse durch die Dünen...DAUMEN HOCH!!!

    Bis die Tage...

  • #12

    Andreas aus Wurgwitz (Montag, 16 November 2009 12:17)

    Hallo Thomas, so habe es nun mal geschafft zu schauen was du so treibst. Ich muss sagen, tauschen möchte ich nicht mit Dir, aber du hast schon jetzt meinen Respekt. Ich wünsche Dir (Euch) weiterhin unvergessliche, unfallfreie Tage. Ich stelle mir gerade vor wie ich mit meiner Chopper durch den Wüstensand fahre ;-)

  • #13

    Ani (Montag, 16 November 2009 15:02)

    Für alle, die ganz gespannt auf eine Nachricht von Thomas warten...
    Er hat sich heute nach über einer Woche mal wieder gemeldet, ihm gehts gut! Sie sind im äthiop. Hochgebirge, wo sie nicht mehr als 200 km am Tag schaffen, da die Pisten wohl ganz schrecklich sind.
    Nun können wir alle nur ganz gespannt auf den neuen Bericht warten- auf den freu ich mich jetzt schon...
    Liebe Grüße Anja

    @ Thomas: pass auf dich auf... HDMAL...

  • #14

    Toni (Dienstag, 19 Januar 2010 21:51)

    Hallo,thomas, ich bin seit einer woche zurück aus kenia- war komfortabeler unterwegs als du--lass dir kapstadt gut gefallen- unbedingt auf den tafelberg!!!! bis bald -auf ein frohes wiedersehen
    Toni

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Mi

10

Mär

2010

Wieder daheim : Frost, Kälte, Dunkelheit ...

So, nachdem ich meine tschechischen Freunde Ende Januar mit nem rechtsgelenkten Japaner ( oh Gott ! ) zum Flughafen gefahren hatte und herzlich verabschiedete, kümmerte ich mich dann um den ganzen Zoll- und Verladekram für die bereits in drei großen Holzkisten verpackten Motorräder. Insgesamt hatte ich neun Tage Zeit, bis mein Flieger gen Germny fliegen sollte. Sportler wie ich bin, wurde die Zeit natürlich sinnvoll ( nach meinen bescheidenen Maßstäben ) genutzt und mit nem recht schweren Leihrennrad ging es fast jeden Tag, neben dem Weg zur Spedition und dem Zollamt, in alle Himmelsrichtungen ( okay, außer Westen, denn da war der Atlantik ). Nach über 1000 Km und mit den besten Trainingsstreifen sowie dem schlimmsten Sonnenbrand den ich je hatte, gab ich es dann schweren Herzens am 4.02.10 wieder bei Cycleteknic Tableview ab und nen Tag später wurde ich durch Raum und Zeit gebeamt ... Nach unglaublich kurzen ( in Anbetracht des ungleich längeren Hinweges ) 11 Stunden Flug bis München, 1,5 h Flug bis Berlin und dann nochmal 2 h Zug bis Dresden wurde ich gegen Mitternacht bei Frost am Dresdner Hauptbahnhof freudig von Freundin, Famile und einigen Freunden empfangen - Dank auf diesem Weg an alle die da waren und danke Anja für die langen Hosen sowie der dicken Jacke ...

Nach einer Woche Urlaub mit meiner Freundin ging es dann am 13.02.10 gleich wieder auf Arbeit recht doll zur Sache - links, mitte und rechts demonstriert, blockiert und ( manchmal auch randaliert ) in Dresden und wir mitten drin.

Vor lauter Erzählen von meiner Reise komme ich auf Arbeit ständig in Zeitnot und nun wurde angeregt, einen größeren Vortrag für alle Kollegen welche es interessiert durchzuführen.

Weil mich immer alle Fragen, wieviel denn alles gekostet hat, hier eine kleine Auflistung : 

die Kosten im Vorfeld ( Ausrüstung, Impfungen, Visa etc. ) waren ca. 1000 Euro plus Zeit und Nerve,

die Kreditkarten- sowie EC-Cardabrechnung ergab : 5400 Euro allein unterwegs, plus 370 Euro Rückflug plus Bahn, 600 Euro Motorradtransport mit Schiff bis Prag

macht also 6400 Euro, plus 1000 Euro welche in die Yamse gesteckt werden müssen, sowie 1500 Euro Wertverlust, 350 Euro für diverse Krankenversichungen.

das ganze dann durch 120 Tage macht : 53 Euro am Tag, jeder einfache Türkeiurlaub dürfte also ( pro Tag ) wesentlich teurer sein.

Davon entfallen im Einzelnen :

gefahren Strecke : 25312 Km, Verbrauch 4,38 Liter/100 Km = 1108 Liter, Preis im Schnitt 80 cent = rund 900 Euro für Sprit

für diverse Visa an der Grenze ca. 300 Euro, allein die Einreise mit allem Papieren nach Ägypten 180 Euro, Internet und Telefonie zus. ca. 250 Euro, diverse Nationalparks ca. 500 Euro, neuer Fotoapparat in Luxor 120 Euro, Mietmotorräder in Sansibar 3 Tage für zus. 50 Euro, Fähre nach Sansibar 40 Euro, 1000 Euro wurden allein in Südafrika ausgegeben - ist halt fast wie Europa dort, die Zahl der Hotelübernachtungen war in Europa recht hoch und ging dann ab Sudan gegen null, dafür immer mehr kostenloses Outdoorcampen.

Die längste Tagesetappe : Tag eins 400 Km mit dem Auto nach Berlin um das Sudanvisa persönlich abzuholen, dann mit dem Motorrad exakt 500 Km Autobahn durch CZ nach SK Bratislava - sowie irgendwo in Äthiopien genau 8 h ( reine Fahrzeit ) ist das Motorrad gerollt über 400 Km, fast alles elende Piste.

Die schwerste Etappe : Fahrt über die Grenze von Tansania nach Mosambik, viel Tiefsand, Sonne im Zenit, nix gescheites zu Essen ...

Die höchste Temperatur : 49 Grad im Schatten, Wüstenstrasse / Piste im Ostsudan

Die tiefste Temperatur : 0 Grad auf 3600 m Höhe in Ähtiopien Simmien Mountains ( und mir ging es echt elend )

Das beste Essen : Forraskut Südostungarn, ich habe das letzte Drittel nicht geschafft - unglaublich, dort muss ich wieder mal hin !!

Das schlechteste : "Huhn" am Äquator in Kenia - was war das denn wirklich ?

Die nettesten Leute : Araber ( in Syrien, Jordanien, Sudan ), sowie in Ungarn, Türkei, und die weissen in Südafrika ( ja Peter ich weiss ... )

Die unangenehmsten : ( jetzt bekomme ich wieder Ärger von dem Peter ) teilweise Ägypten ( Touristengegenden ), Tansania ( speziell Daressalam ), Äthiopien ( nicht auf dem Lande ) - naja man wird eben oft abgezogen, reingelegt und betrogen sowie permanent angebettel. Aber genauso oft gibt es auch postive Erlebnisse. Ich habe mich oft gefragt, was denn wohl vor 100 Jahren war, als noch keine Hilfslieferungen nach Afrika kamen ( wie haben die Völker dann dort überlebt ?) und zu welchem Zweck werden die eigentlich gemacht - denn die Leute gewöhnen sich daran und oft gibt es heftige Auseinandersetzungen um die Hilfslieferungen ? Wem hilft es, wenn wir tonnenweise getragen Sachen nach Afrika "spenden" ( um mal das wegwerfen in den Kleidersammler so zu nennen ), dann daran einige wenige gewaltig verdienen und zuletzt die heimische Bekleidungsindustrie keine Chance hat, sich zu entwickeln. Die fettesten Autos und Leute waren übrigens oftmals die Fahrzeuge und Mitarbeiter - oder soll ich Absahner schreiben -  diverser Hilfsorganisationen, dies mal nur am Rande.

Nun Gut, das auch mir eigene Gefühl für Demut und Dankbarkeit - und dies habe ich ohne Zweifel auch überdurchschnittlich und bin mit wenigen Dingen glücklich und nicht materiell eingestellt ( Autos, Luxus, Komfort sind mir echt voll egal, z.B. heute früh wieder bei minus 12 Grad 12 Km mit dem Rad auf Arbeit gefahren ... das gabs in Afrika so nicht ) - ja Gefühl für Demut und Dankbarkeit geht dann leider nach einigen Wochen des Daueranbettelns bei 40 Grad im Schatten leicht verloren, trotzdem habe ich nie vergessen, dass nur ganz wenige Menschen weltweit die Möglichkeit haben, Reisen wie diese zu realisieren. Und leider hatte ich nur 2 x 40 Liter Alukoffer ( die Kritiker sollen erstmal damit auf nem Motorrad unter diesen Bedingungen durch die Welt fahren ) mit und keinen 40 Tonner mit Hilfsgütern. Bis Tansania hatte ich mir im Tagebuch - nett und hilfbereit wie ich ja eigentlich immer bin - diverse Adressen von Leuten notiert, denen ich dann von D aus diverse Sachen schicken wollte, da wir bei Ihnen schlafen konnten oder diese uns sonstwie positiv aufgefallen waren. Leider wurde mir dies dann auch alles gestohlen - nochmal herzlichen Dank dafür an den xxx Täter. Auch kaufte ich oft in Städten mehr essen als nötig um es dann auf dem Lande den Kindern zu verschenken, aber der Effekt ist sicher gleich null - von daher sinnlos. Es beruhigt wohl nur das schlechte Gewissen.

Nun ja man könnte ewig darüber philosophieren, es wäre auch echt nett, wenn meine "Kritiker" - welche nur über die Kommentarleiste schreiben, mir mal persönlich schreiben würden.

 

Letzten Freitag habe ich die Yamaha aus Prag geholt. Es gab ein Wiedersehen mit meinen CZ Freunden und da das Wetter so extrem winterlich war ( minus 8 Grad und Schneesturm ) musste die letzte Fahrt der Yamse ins deutsche Heimatland mit dem Hänger vom Polo-Shop erfolgen.

 

Ich denke dies war der letzte Eintrag auf meiner Seite, ich danke allen Lesern, meiner Freundin Anja fürs durchhalten ohne mich, Birgit meiner Reisepartnerin bis Daressalam ( ich hatte und habe immer Respekt vor ihrer Leistung als Frau ... ), meinen CZ Freunden Radek, David sowie später dann noch Silva der Freundin vom Radek, dem Freistaat Sachsen weil nicht in allen Berufen Reisen wie diese möglich sind, dem Hersteller Yamaha für den Bau eines absoluten Adventure Reisebikes, meinen Eltern dafür dass ich so bin wie ich bin, der Mopo DD für den Bericht, meinem Schutzengel, der Fa. Held und Salewa - top Ware, keine Frage !, Roland Kaiser - dessen Lieder hörte ich oft abends im MP3 Player - es war der Klang der Heimat, sowie stellvertretend für hunderte nette Kontakte wenigstens aus jedem Land einen oder zwei : der freundliche Tankstellenmitarbeiter in Bratislava der mit den Weg zum Hostel zeigte, der LKW Fahrer mit der Landkarte in HU; die netten Polizeibeamten in Rumänien auf der Suche nach dem Hotel, den jungen Leuten aus dem alten fünfer BMW welche uns in Bulgarien ( Vidin ) den Weg zum Hotel zeigten, die Tankstellenbetreiberin in GR wo wie schlafen durften, dem netten Motorradpolizisten in Bolu TR, dem Hotelchef in Alleppo SYR, unserer Gastgeberfamilie bei Amman JOR, der Lehrer in New Valley und der Hotelmanager in Assuan Ägypten, dem Busfahrer in der sudanischen Wüste bei meinem Platten, dem Scout in den Simmien Mountains, ein zäher Hund !! Ähtiopien, der Lodgebetreiber am Fuße des Mt. Kenia  - danke für den tollen Preis nach Biggis Vorarbeit; dem netten Pfarrer aus Leipzig in Tansania, dem Enduroverleih für den Toppreis in Sansibar, der Mitarbeiterin im Fahrzeugteilehandel bei Pemba Mosambik - vier Seiten nur über mich geschrieben - unfassbar, Brad aus Kapstadt für die Hilfe in Simbabwe im Nationalpark - Zufälle gibts ..., und in Südafrika Dank an Yamaha Durban, dem Lemontree Backpacker - ganz verrückte Jungs und Schicksale sowie den Erbauern des Chapmans Peak, wo ich mit dem Rennrad mehrfach darübergebügelt bin und nun bald auch Lance Armstrong dies tun wird.

 

Das wars !! Auf ein neues Abenteuer irgendwann, erstmal haben mich andere Aufgaben und Verpflichtungen fest im Griff ...

 

Es war schön, jederzeit wieder.

 

Thomas Kiraly

 

 

 

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