Dresden - Kapstadt per Motorrad
Mo
16
Nov
2009
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Wieder hat es etwas gedauert aber gerade fand ich endlich mal nen webcafe mit ner verbindung, welche auch ein normales surfen zulaesst. es ist zwar irre laut hier und es faellt mir schwer, mich zu konzentrieren, jeder hoert hier mit den allgegenwaertigen chinahandys lautstark musik, alles lieder die kein mensch kennt ....
wir sind heute heute in addigrat in nordaethiopien angekommen - und die letzten tage waren echt kein zuckerschlecken.
also in karthoum haben wir noch unsere beiden tschechischen freunde gen sueden verabschiedet und dachten wir sehen sie nie wieder ...
voerst mussten wir uns um die touristenregistrierung, das aethiopien visa und das adac paket mit den reifen kuemmern, man sollte meinen, da alle drei oertlichkeiten ca. 5 km entfernt voneinander liegen, dass es an einem oder zwei tagen su schaffen sei, aber nicht in afrika !! die touriregistrierung, wieso auch immer die noetig ist, da wir schon bei der einreise vier solche zettel ausgefuellt haben, wo alles draufsteht, kostet geld, zeit und nerven, sinnlose zettel und stempel, ueberall leute die geenau einen arbeitsgang erledigen und einem dann weiterschicken, und was man draufschreibt ist nicht wirklich wichtig. ich habe einmal bei beruf : bundesk***ler geschrieben, dass haben die dann wieder im buchstabenabmalsystem in grosse, alte staubige buecher eingeschrieben ohne es zu verstehen ...
das visa hat dann auch alles in allem nen ganzen tag gekostet, da wir vorher noch zur deutschen botschaft mussten fuer nen empfehlungsschreiben, dass wir es wert seien nach aethiopien einzureisen.
parallel dazu mussten wir uns noch um dass paket kuemmern, welches schon am flughafen war, aber eben noch nicht un unserem besitz. tag eins, airport cargo service zu, tag zwei, paket ist da erstmal papier machen, morgen gibts paket, tag drei, klapppt heute doch nicht, morgen aber ganz sicher, tag vier, paket wurde uns ca. 1000 m weg vom flughafen auf einem dreckplatz uebergeben, der typ dazu wollte 180 dollar einfuhrzoll haben, die rechnung dazu haette er aber nicht dabei. wir sollten abend wiederkommen und alles bezahlen, die sachen koennen wir derweil auf die mopeds verladen ( vier reifen, kettenkit, kupplungscheiben etc. ) falls wir nicht wiederkommen wird nach uns ( mir, da es ueber mich lauft ) gefahndet und man wir mich finden... also kurz nachgedacht - und zu dem schluss gekommen, dass es hier bei der polizei eh keine rechner sondern nur staubige buecher gibt und notfalls zahle ich halt an der grenze alles nach oder gehge paar tage in den bau oder was auch immer. also weg vom airport und ab zum campingplatz am nil, alles ruck zuck zusammenngepackt und ab ging es gen sueden. es war wie jeden tag, wieder unertraeglich heiss, weit ueber 40 grad. leider zeigte mir mein navi nicht den besten weg, oftmals fuhr ich laut navi schon direkt im nil und wir fuhren nicht rechts vom nil sondern links, aus der kleinen strasse wurde ne ueble piste mit viel tiefsand und keine bruecke in sicht, irgendwann schlugen wir in nem kleinen dorf auf, wo es wieder wasser und brot gab. umringt von menschen beanntworteten wir gedudig die fragen eines englischsprechenden typen, als es aus der menge ploetzlich kaut passport rief, ich ueberhoerte es erst grosszuegig, doch dann fiel das wort wieder und diesmal schaerfer im ton. ein zivilpolizist, ein typ wie ein gorilla schnappte meinen pass und forderte uns energisch auf, ihm in seinem jeep zu folgen. oh jeh, ich dachte, das haengt sicher mit dem paket und den zollgebuehren zusammen, da wir erst 180 km weg waren, aber andererseits konnte ich mir so nen schnellen draht der sudanischen polizei nicht vostellen. also ab ins "buero" und nen kleines verhoer ueber uns ergehen lassen, biggis pass wurde auch gleich eingezogen und ich sah mich die nacht schon in so ner dreckigen zelle sitzen, wo es nichts zu essen gibt. also noch schnell die obligatorische, rechte motorradjackenseitentaschenkekspackung reingewuergt und abgewartet was noch kommt. kein handy dabei, meins hat eh keine karte uynd biggis ist gesperrt von 02, da man sie vor zu hohen kosten schuetzen wollte, obwohl sie schon einmal bei o2 anrief und sagte es ist alles okay .... vielen dank o2 !
naja am ende ging es nur darum, dass wir uns schon recht nahe der grenze zu eritrea befanden und der cop das nicht gut fand, wir sollten ihm folgen, er kennt ne bruecke ueber den nil und dann waere alles gut. also ging es ihm nach und auf der anderen nilseite, lies er uns dann fahren. schnell noch nen nachtlager irgendwo im nichts gefunden, kekse mit wasser, sterne schauen und gute nacht.
am naesten tag war den temperaturrekord, wir waren in der gegend gedaref unterwegs, richtung aethiopische grenze halt und zwei schweizer die wir schon in karthoum und auf der faehre nach wadi halfa trafen, meinten, es waren 49 grad an dem tag - im schatten und wir fuhren in der sonne ...
ichj war abends wieder voellig platt, wir naechtigten am rande eineskleinen dorfes und waren gleich wieder umschwaermt von ca. 50 kindern. als ich sie alle mit dem foto filmte und ihnen gleich den film auf dem display zeigte, war ich wieder der groesste und alle lachten und jubbelten.
frueh ging es dann weiter zur grenze, unterwegs kamen uns noch zwei radfahrer aus der usa entgegen, respekt ! die waren seit 8 monaten unterwegs, kapstadt nach europa. sie meinten, man wird sehr haufig mit steinen beworfen von kindern ( ist bekannt ) und die ^strassen^ waeren saumaessig - okay.
an der grenze, es war wieder elend heiss, trafen wir zunaechst die schweizer mit ihren top ausgeruesteten nissan patrol wieder. dann noch vier spanische motorradfahrer, welche fuer eine bikerzeitung mit vier bmw f 800 gs in kapstadt gestartet waren. nun ja, ab aethiopien fuhren nur noch drei, bei allen vier waren die kuehlerschlaeuche mehrfach abgerissen und eine fahrunfaehig, da der daempfer sowie die aufnahme des deampfers zerbrochen war. also mieteten sie sich irgendwo nen pickup. zum glueck fahre ich yamaha, das scheint bisher zu halten ...
die grenze ging recht flott, man hat ja nun schon routine bei so was, es herrschte nur grosses chaos, menschen ueberall, polizisten pruegelten mit langen rohrstoecken auf halbstarke ein, die sich unseren parkenden bikes zu sehr naehrten, am grenzuebergang veruchten immer wieder aethiopier in der staubwolke eines lkw durch den uebergang zu huschen und wurden von den grenzen mit langen rohrstoecken wieder zurueckgepruegelt - unvorstellbare zustaende !!
wegen den zollgebuehren hat auch keiner mehr was gesagt, hier sieht eh keiner durch und wahrscheinlich wollte sich der zolltyp nur nebenbei noch fett was verdienen und hat das paket irgendwie aus der halle geschleust.
naja und auf der anderen grenzseite trafen wir dann zu unseren grossen freude die beiden tschechen hradek und david wieder, eigentlich hatten sie ja vier tage vorsprung ... hradek wurde im ersten ort nach der grenze vor vier tagen aus dem rucksack, umringt von der ueblichen menschentraube seine beiden reisepaesse, 300 dollar und die visacard gestohlen :-(((( er war nun so weit, dass er nach hauise fliegt und sich nen neuen pass machen laesst, es ging wohl leider nicht anders. in dem ort wo es geschah hat er aber noch ne 300 dollar praemie auf den pass ausgewiesen und just in 10 min nach unserem wiedersehen rief jemand aus diesem ort an und meinte die paesse sind wieder da - grosse freude allerseits !! hradek fuhr gleich los und wir fuhren, gemeinsam mit denn schweizern auf ueblen pisten nen etwas anderen weg wie hradek nach gondar. der ort lag 2200 m hoch und wir schliefen auf ner wiese hinter nem hotel fuer ca. 2,5 euro. abends kam dann hradek mit seinen paessen, der rest war natuerlich fuer immer verschwunden und alles war gut. zum ersten mal seit wochen war es angesichts der hohe auch abends etwas kuehl - herrlich !
abends war ich noch kurz locker ne runde joggen und jappste bergauf wie ein junger hund, ich hoffe es war die hoehe und nicht die nun sicher lausige kondition von mir.
am naechsten tag ging es auf ueblen rumpelpisten ( steine, staub, tiefe regengraeben, immer staubwolken ohne ende ) nach debark in den norden. unterwegs zogen sich die schweizer dann noch nen kapitalen reifenschaden zu und als wir auf sie steissen waren sie wieder umringt von menschen. wir hielten an und wenigh spaeter fehlten von hradeks motorrad ein miniklappstuhl und von den schweizern ein schloss ... daher schnappte sich der ohnehin schon angesaeuerte hradek nen grossen stock und trieb die menschenmenge waehrend des reifenwechsels auf die andere pistenseite. man denkt immer hier weit draussen im nichts wohnt kein mensch mehr, aber nach 3 min. steht der erste da und 10 min. spaeter sind es immer mind. 20 - 50, egal wo man ist. die scheinen hier im wald zu wachsen, man sieht keine huetten nichts, aber ueberall menschen ...
in debark, nen kleiner, armer ort, mieteten wir uns fuer die naechsten beiden tag nen scout ( beschuetzer mit gewehr - ohne gehts nicht ) und wollten frueh in den nationalpark simien mountain fahren, wo die berge bis zu 4600 m hoch sind und die landschaft famos sein soll.
wir schliefen dann alle sechs ( 2xch,2xcz,2xd) auf ner herrlichen bergkuppe auf 2800 m hoehe ( wieder 30 kinder aus dem nichts aufgetaucht ), die schweizer kochten nudeln und es gab chilenischen rotwein ... nachts war es dann schoen kalt, 8 grad, aber der schlafsack funktionierte gut.
da der scout mit uns zum bergcamp fahren musste, anders kommt man dort gar nicht in den nationalpark, und im nissan der schweizer echt kein platz mehr war, wurde mein gepaeck auf das dach des nissan verfrachtet und der scout war dann mein sozius. es fuhr sich sogar fast besser wir als mit gepaeck und daher konnte ich immer vorn fahren und musste kaum staub schlucken.
unterwegs sahen wir tausende affen, auch im camp waren sehr viele, die vielen scouts passten aber auf, dass keiner den zelten zu nahe kam. das camp war auf unglaublichen 3600 m hoehe, die mopeds zeigten leichte schwachen und der nissan quaelte ich die moerderischen rampen hoch und runter. ohne einen umfaller habe ich die yamse mit dem scout hintendrauf die 60 km auf elendster piste bis ins camp gebracht. dort gab es dann gleich noch schnell was zu essen, brot und ketchup. dann wollten davi, hradek und ich noch zu fuss auf den zweithoechsten berg hier in der gegend laufen. die anderen drei waren angesichts der hoehe zu platt fuer weitere bewegung. der scout kam mit und auf ging es, ich war noch nie auf 4500 m hoehe und es war echt anstrengend, auch fuer mich. man keucht und der kopf haemmert. dem scout schien das alles nichts auszumachen, der hat nichts getrunken und nicht geschwitzt ...
oben ging es noch aber beim abstieg merkte ich, dass war wohl nicht so gut, von 2800 heute frueh gleich so nen sprung ...
im camp unten war es dann vorbei mit mir, kopfschmerzen ohne ende, brechreiz, uebelster durchfall, keinen hunger und bleierne muedigkeit. ich dachte ich muss sterben und wollte gar nicht dran denken, wo ich mich hier befand - weit ab vom schuss, das naechste hospital wohl 700 km entfernt ( auf schotterpisten )
die nacht war elend, es war saukalt, schuettelfrost, eisfuesse und wollte nicht mehr ...
es waren dann nachts auch nur zwei grad.
frueh ging es dann etwas besser, ich war aber total leer, hatte aber auch keinen hunger und voellig schwach. mir war schwindlig und ich wollte gar nicht dran denken, dass ich nachmittags mit dem scout hintendrauf wieder 60 kum ueber boese pisten zurueckeiern musste.... aber als die zeit dann ran war, die schweizer sind schon eher zuruekgefahren, riss ich mich zusammen und es ging irgendwie und wurde komischerweise beim motorradfahren, wahrscheinlich, weil es 800 m nach unten ging, etwas besser. wir fuhren dann noch zu viert etwa 80 km ueber elendste pisten aber wieder traumhafte landschaften und fanden wieder nen netten schlafplatz in voelliger stille. diesmal waren nach 10 min nur 8 leute da, da war also echt ne fast tote gegend hier. luftlinie haben wir uns nur 26 km vom 3600 m hohen camp entfernt, sind aber 140 piste gefahren, eine kurve folgte der anderen und alles lies sich sehr schwer fahren.
am heutigen tage sind wir 230 km sogantten gravelroads, also stein - sandpisten im gebirge gefahren und dann noch 180 km herrlicher, neuer asphalt auf traumgebirgspisten. wir schlafen im 20000 seelen ort addigrat und haben seit tagen wieder mal dusche.
kurz und gut :
die menschen im sudan sind unbeschreiblich nett, wir fuehlten uns immer sehr sicher und nie in gefahr. in aethiopien ist es fast aehnlich, auch wenn bisher 5 steine von kleinen jungs auf mich geworfen wurden und alle spontan sagen : give me birr !! ( geld ) die viel groessere gefahr sind die vielen menschen und tiere auf den pisten bzw. strassen, esel, kamele, kuehe ohne ende, behuetet oft von kleinen kindern.
polizei gab es im sudan, die sassen im schatten und schauten den autos zu, in aethiopien sieht man gar keinen cops, aber bisher war eh fast alles grobpiste.
die motorradsachen sind voellig verstaubt, die reifen leiden und biggis motorrad wird einmal am tag auf den boden gelegt :-)), aber zum glueck ist ihr bisher nichts schlimmes passiert. der sternenhimmel ist wie immer wunderschoen intensiv, die armut der leute ist teilweise erschreckend, aber mehr wie kekse und mein ebm t-shirt verschenken kann ich leider auch nicht. sogar unser muell wird gern genommen, man pruegelt sich um leere pet flaschen und konservendosen.
die yamse laeuft super, sparsam auch im gelaende und ist verstaubt bis in den letzten winkel.
verloren habe ich meine sudankarte ( wegen dieser befu*** - louis kartentasche ), meinen wasserkanister, 1 socke.
der dreck fuerht nun auch zu stoerungen bei biggis foto und auch mein neuer knirscht schon beim objektivausfahren. die beiden klapphelme knarzen gewaltig beim auf und zuklappen.
so mal sehen wann wir in addis sind, vorher wollen wir vier wohl noch in nen krokodilpark gehen - liegt auf dem weg.
einige bilder sind nun endlich online, ist echt schwer hier !
...schön wieder was von euch zu lesen...bitte gib mir bescheid was ich nun wegen dem motorradtransport machen soll, am besten per mail wenns wieder geht!
mfg und gute Reise! steffen
hallo thomas & biggi!
es ist spannend wie im krimi,freuen uns schon
auf dein neuen teil.passt gut auf.
gute fahrt
dieter
Hallo Thomas und Co.,
wir sind auch wieder zurück aus Afrika. Seit schon weit gekommen , Alles wird gut. Hauptsache man gönnt sich trotz der Strapatzen etwas. Übrigens danke für Deine Abschiedsmail, war da aber schon in
Botswana. Afrikanische Grenzpassierungen sind immer der Hass. Waren drei Stunden von Sinb. bis Zambia an der grenze, und zum Schluss hatten wir kein Papier für´n Tax (sowas wie Maud), was wir aller
dings bzahlt hatten. In Zambia sind wir auf 80 km 5 x von der Polizeikontrolliert worden. Pass auf Euch auf und weiter Gute Fahrt. Wenn ich Dir von Deutschland helfen kann , dann geb bescheid.
Tschaui Fu
...scheint ja jetzt ans Eingemachte bei Euch zu gehen...wünsche Euch Durchhaltevermögen und auch mal Zeit zu relaxen...mfG und immer genügend Luft auf Euren Pneus...Triemser
Hallo Yamse Fahrer
Kannst du der Biggi bitte mal zeigen wie man auf den Rädern bleibt und seine Kiste nicht täglich in den Sand legt? ;-)
Sag ihr liebe Grüsse
Lars & Co
Ich hoffe du tainierst nicht so viel nebenbei.Nicht das du noch schneller auf dem Rad wirst:) Macht weiter so mit der fahrrerei. Das hir auch sicher ankommt.Uns Dreien geht es gut. Iven kann fast schon laufen.6.Zähne hatt er schon.Viele Grüsse aus dem milden Dresden.
Hallo Ihr zwei,
es ist immer wieder schön,Eure Reiseberichte zu lesen und wir freuen uns,dass es Euch mit den vielen Erfahrungen und Ereignissen,die ihr schon in den vielen Ländern gesammelt habt auch gesundheitlich
gut geht.
Lieber Thomas, wir sollen Dich auch von einem begeisterten Leser eurer Reisberichte grüßen! Du kennst ihn noch von unserer Silberhochzeit. Der "Penner" Winfried ist gestern 80 Jahre geworden und
verfolgt ständig Eure Berichte!
Viele Grüsse aus DD!
.. und wieder ein schöner einblick in eure tour. viel spass und sichre fahrt !
grüße aus dresden
Hallo Biggi und Thomas, verfolge Deinen Reisebericht mit Interesse. Wünsche Euch eine glückliche Ankunft in Südafrika und gesunde Rückkehr. Denke man sich sich "mit Sicherheit". Falls Du jetzt wegen den Namen nachdenkst, wir kennen uns sei "Mockis" - Zeiten. Viele Grüße, Thomas.
He...neue Fotos...schön!!!! Bin immer noch neidisch...wieso lässt das nicht nach...grüße aus DD
