Dresden - Kapstadt per Motorrad

Mo

16

Nov

2009

Raus aus dem Sudan, hoch, hoeher Aethiopien

Wieder hat es etwas gedauert aber gerade fand ich endlich mal nen webcafe mit ner verbindung, welche auch ein normales surfen zulaesst. es ist zwar irre laut hier und es faellt mir schwer, mich zu konzentrieren, jeder hoert hier mit den allgegenwaertigen chinahandys lautstark musik, alles lieder die kein mensch kennt ....

wir sind heute heute in addigrat in nordaethiopien angekommen - und die letzten tage waren echt kein zuckerschlecken.

also in karthoum haben wir noch unsere beiden tschechischen freunde gen sueden verabschiedet und dachten wir sehen sie nie wieder ...

voerst mussten wir uns um die touristenregistrierung, das aethiopien visa und das adac paket mit den reifen kuemmern, man sollte meinen, da alle drei oertlichkeiten ca. 5 km entfernt voneinander liegen, dass es an einem oder zwei tagen su schaffen sei, aber nicht in afrika !! die touriregistrierung, wieso auch immer die noetig ist, da wir schon bei der einreise vier solche zettel ausgefuellt haben, wo alles draufsteht, kostet geld, zeit und nerven, sinnlose zettel und stempel, ueberall leute die geenau einen arbeitsgang erledigen und einem dann weiterschicken, und was man draufschreibt ist nicht wirklich wichtig. ich habe einmal bei beruf : bundesk***ler geschrieben, dass haben die dann wieder im buchstabenabmalsystem in grosse, alte staubige buecher eingeschrieben ohne es zu verstehen ...

das visa hat dann auch alles in allem nen ganzen tag gekostet, da wir vorher noch zur deutschen botschaft mussten fuer nen empfehlungsschreiben, dass wir es wert seien nach aethiopien einzureisen.

parallel dazu mussten wir uns noch um dass paket kuemmern, welches schon am flughafen war, aber eben noch nicht un unserem besitz. tag eins, airport cargo service zu, tag zwei, paket ist da erstmal papier machen, morgen gibts paket, tag drei, klapppt heute doch nicht, morgen aber ganz sicher, tag  vier, paket wurde uns ca. 1000 m weg vom flughafen auf einem dreckplatz uebergeben, der typ dazu wollte 180 dollar einfuhrzoll haben, die rechnung dazu haette er aber nicht dabei. wir sollten abend wiederkommen und alles bezahlen, die sachen koennen wir derweil auf die mopeds verladen ( vier reifen, kettenkit, kupplungscheiben etc. ) falls wir nicht wiederkommen wird nach uns ( mir, da es ueber mich lauft ) gefahndet und man wir mich finden... also kurz nachgedacht - und zu dem schluss gekommen, dass es hier bei der polizei eh keine rechner sondern nur staubige buecher gibt und notfalls zahle ich halt an der grenze alles nach oder gehge paar tage in den bau oder was auch immer. also weg vom airport und ab zum campingplatz am nil, alles ruck zuck zusammenngepackt und ab ging es gen sueden. es war wie jeden tag, wieder unertraeglich heiss, weit ueber 40 grad. leider zeigte mir mein navi nicht den besten weg, oftmals fuhr ich laut navi schon direkt im nil und wir fuhren nicht rechts vom nil sondern links, aus der kleinen strasse wurde ne ueble piste mit viel tiefsand und keine bruecke in sicht, irgendwann schlugen wir in nem kleinen dorf auf, wo es wieder wasser und brot gab. umringt von menschen beanntworteten wir gedudig die fragen eines englischsprechenden  typen, als es aus der menge ploetzlich kaut passport rief, ich ueberhoerte es erst grosszuegig, doch dann fiel das wort wieder und diesmal schaerfer im ton. ein zivilpolizist, ein typ wie ein gorilla schnappte meinen pass und forderte uns energisch auf, ihm in seinem jeep zu folgen. oh jeh, ich dachte, das haengt sicher mit dem paket und den zollgebuehren zusammen, da wir erst 180 km weg waren, aber andererseits konnte ich mir so nen schnellen draht der sudanischen polizei nicht vostellen. also ab ins "buero" und nen kleines verhoer ueber uns ergehen lassen, biggis pass wurde auch gleich eingezogen und ich sah mich die nacht schon in so ner dreckigen zelle sitzen, wo es nichts zu essen gibt. also noch schnell die obligatorische, rechte motorradjackenseitentaschenkekspackung reingewuergt und abgewartet was noch kommt. kein handy dabei, meins hat eh keine karte uynd biggis ist gesperrt von 02, da man sie vor zu hohen kosten schuetzen wollte, obwohl sie schon einmal bei o2 anrief und sagte es ist alles okay .... vielen dank o2 !

naja am ende ging es nur darum, dass wir uns schon recht nahe der grenze zu eritrea befanden und der cop das nicht gut fand, wir sollten ihm folgen, er kennt ne bruecke ueber den nil und dann waere alles gut. also ging es ihm nach und auf der anderen nilseite, lies er uns dann fahren. schnell noch nen nachtlager irgendwo im nichts gefunden, kekse mit wasser, sterne schauen und gute nacht.

am naesten tag war den temperaturrekord, wir waren in der gegend gedaref unterwegs, richtung aethiopische grenze halt und zwei schweizer die wir schon in karthoum und auf der faehre nach wadi halfa trafen, meinten, es waren 49 grad an dem tag - im schatten und wir fuhren in der sonne ...

ichj war abends wieder voellig platt, wir naechtigten am rande eineskleinen dorfes und waren gleich wieder umschwaermt von ca. 50 kindern. als ich sie alle mit dem foto filmte und ihnen gleich den film auf dem display zeigte, war ich wieder der groesste und alle lachten und jubbelten.

frueh ging es dann weiter zur grenze, unterwegs kamen uns noch zwei radfahrer aus der usa entgegen, respekt ! die waren seit 8 monaten unterwegs, kapstadt nach europa. sie meinten, man wird sehr haufig mit steinen beworfen von kindern ( ist bekannt ) und die ^strassen^ waeren saumaessig - okay.

an der grenze, es war wieder elend heiss, trafen wir zunaechst die schweizer mit ihren top ausgeruesteten nissan patrol wieder. dann noch vier spanische motorradfahrer, welche fuer eine bikerzeitung mit vier bmw f 800 gs in kapstadt gestartet waren. nun ja, ab aethiopien fuhren nur noch drei, bei allen vier waren die kuehlerschlaeuche mehrfach abgerissen und eine fahrunfaehig, da der daempfer sowie die aufnahme des deampfers zerbrochen war. also mieteten sie sich irgendwo nen pickup. zum glueck fahre ich yamaha, das scheint bisher zu halten ...

die grenze ging recht flott, man hat ja nun schon routine bei so was, es herrschte nur grosses chaos, menschen ueberall, polizisten pruegelten mit langen rohrstoecken auf halbstarke ein, die sich unseren parkenden bikes zu sehr naehrten, am grenzuebergang veruchten immer wieder aethiopier in der staubwolke eines lkw durch den uebergang zu huschen und wurden von den grenzen mit langen rohrstoecken wieder zurueckgepruegelt - unvorstellbare zustaende !!

wegen den zollgebuehren hat auch keiner mehr was gesagt, hier sieht eh keiner durch und wahrscheinlich wollte sich der zolltyp nur nebenbei noch fett was verdienen und hat das paket irgendwie aus der halle geschleust.

naja und auf der anderen grenzseite trafen wir dann zu unseren grossen freude die beiden tschechen hradek und david wieder, eigentlich hatten sie ja vier tage vorsprung ... hradek wurde im ersten ort nach der grenze vor vier tagen aus dem rucksack, umringt von der ueblichen menschentraube seine beiden reisepaesse, 300 dollar und die visacard gestohlen :-((((   er war nun so weit, dass er nach hauise fliegt und sich nen neuen pass machen laesst, es ging wohl leider nicht anders. in dem ort wo es geschah hat er aber noch ne 300 dollar praemie auf den pass ausgewiesen und just in 10 min nach unserem wiedersehen rief jemand aus diesem ort an und meinte die paesse sind wieder da - grosse freude allerseits !! hradek fuhr gleich los und wir fuhren, gemeinsam mit denn schweizern auf ueblen pisten nen etwas anderen weg wie hradek nach gondar. der ort lag 2200 m hoch und wir schliefen auf ner wiese hinter nem hotel fuer ca. 2,5 euro. abends kam dann hradek mit seinen paessen, der rest war natuerlich fuer immer verschwunden und alles war gut. zum ersten mal seit wochen war es angesichts der hohe auch abends etwas kuehl - herrlich !

abends war ich noch kurz locker ne runde joggen und jappste bergauf wie ein junger hund, ich hoffe es war die hoehe und nicht die nun sicher lausige kondition von mir.

am naechsten tag ging es auf ueblen rumpelpisten ( steine, staub, tiefe regengraeben, immer staubwolken ohne ende ) nach debark in den norden. unterwegs zogen sich die schweizer dann noch nen kapitalen reifenschaden zu und als wir auf sie steissen waren sie wieder umringt von menschen. wir hielten an und wenigh spaeter fehlten von hradeks motorrad ein miniklappstuhl und von den schweizern ein schloss ... daher schnappte sich der ohnehin schon angesaeuerte hradek nen grossen stock und trieb die menschenmenge waehrend des reifenwechsels auf die andere pistenseite. man denkt immer hier weit draussen im nichts wohnt kein mensch mehr, aber nach 3 min. steht der erste da und 10 min. spaeter sind es immer mind. 20 - 50, egal wo man ist. die scheinen hier im wald zu wachsen, man sieht keine huetten nichts, aber ueberall menschen ...

in debark, nen kleiner, armer ort, mieteten wir uns fuer die naechsten beiden tag nen scout ( beschuetzer mit gewehr - ohne gehts nicht ) und wollten frueh in den nationalpark simien mountain fahren, wo die berge bis zu 4600 m hoch sind und die landschaft famos sein soll.

wir schliefen dann alle sechs ( 2xch,2xcz,2xd) auf ner herrlichen bergkuppe auf 2800 m hoehe ( wieder 30 kinder aus dem nichts aufgetaucht ), die schweizer kochten nudeln und es gab chilenischen rotwein ... nachts war es dann schoen kalt, 8 grad, aber der schlafsack funktionierte gut.

da der scout mit uns zum bergcamp fahren musste, anders kommt man dort gar nicht in den nationalpark, und im nissan der schweizer echt kein platz mehr war, wurde mein gepaeck auf das dach des nissan verfrachtet und der scout war dann mein sozius. es fuhr sich sogar fast besser wir als mit gepaeck und daher konnte ich immer vorn fahren und musste kaum staub schlucken.

unterwegs sahen wir tausende affen, auch im camp waren sehr viele, die vielen scouts passten aber auf, dass keiner den zelten zu nahe kam. das camp war auf unglaublichen 3600 m hoehe, die mopeds zeigten leichte schwachen und der nissan quaelte ich die moerderischen rampen hoch und runter. ohne einen umfaller habe ich die yamse mit dem scout hintendrauf die 60 km auf elendster piste bis ins camp gebracht. dort gab es dann gleich noch schnell was zu essen, brot und ketchup. dann wollten davi, hradek und ich noch zu fuss auf den zweithoechsten berg hier in der gegend laufen. die anderen drei waren angesichts der hoehe zu platt fuer weitere bewegung. der scout kam mit und auf ging es, ich war noch nie auf 4500 m hoehe und es war echt anstrengend, auch fuer mich. man keucht und der kopf haemmert. dem scout schien das alles nichts auszumachen, der hat nichts getrunken und nicht geschwitzt ...

oben ging es noch aber beim abstieg merkte ich, dass war wohl nicht so gut, von 2800 heute frueh gleich so nen sprung ...

im camp unten war es dann vorbei mit mir, kopfschmerzen ohne ende, brechreiz, uebelster durchfall, keinen hunger und bleierne muedigkeit. ich dachte ich muss sterben und wollte gar nicht dran denken, wo ich mich hier befand -  weit ab vom schuss, das naechste hospital wohl 700 km entfernt ( auf schotterpisten )

die nacht war elend, es war saukalt, schuettelfrost, eisfuesse und wollte nicht mehr ...

es waren dann nachts auch nur zwei grad.

frueh ging es dann etwas besser, ich war aber total leer, hatte aber auch keinen hunger und voellig schwach. mir war schwindlig und ich wollte gar nicht dran denken, dass ich nachmittags mit dem scout hintendrauf wieder 60 kum ueber boese pisten zurueckeiern musste.... aber als die zeit dann ran war, die schweizer sind schon eher zuruekgefahren, riss ich mich zusammen und es ging irgendwie und wurde komischerweise beim motorradfahren, wahrscheinlich, weil es 800 m nach unten ging, etwas besser. wir fuhren dann noch zu viert etwa 80 km ueber elendste pisten aber wieder traumhafte landschaften und fanden wieder nen netten schlafplatz in voelliger stille. diesmal waren nach 10 min nur 8 leute da, da war also echt ne fast tote gegend hier. luftlinie haben wir uns nur 26 km vom 3600 m hohen camp entfernt, sind aber 140 piste gefahren, eine kurve folgte der anderen und alles lies sich sehr schwer fahren.

am heutigen tage sind wir 230 km sogantten gravelroads, also stein - sandpisten im gebirge gefahren und dann noch 180 km herrlicher, neuer asphalt auf traumgebirgspisten. wir schlafen im 20000 seelen ort addigrat und haben seit tagen wieder mal dusche.

 

kurz und gut :

die menschen im sudan sind unbeschreiblich nett, wir fuehlten uns immer sehr sicher und nie in gefahr. in aethiopien ist es fast aehnlich, auch wenn bisher 5 steine von kleinen jungs auf mich geworfen wurden und alle spontan sagen : give me birr !! ( geld ) die viel groessere gefahr sind die vielen menschen und tiere auf den pisten bzw. strassen, esel, kamele, kuehe ohne ende, behuetet oft von kleinen kindern.

 

polizei gab es im sudan, die sassen im schatten und schauten den autos zu, in aethiopien sieht man gar keinen cops, aber bisher war eh fast alles grobpiste.

die motorradsachen sind voellig verstaubt, die reifen leiden und biggis motorrad wird einmal am tag auf den boden gelegt :-)), aber zum glueck ist ihr bisher nichts schlimmes passiert. der sternenhimmel ist wie immer wunderschoen intensiv, die armut der leute ist teilweise erschreckend, aber mehr wie kekse und mein ebm t-shirt verschenken kann ich leider auch nicht. sogar unser muell wird gern  genommen, man pruegelt sich um leere pet flaschen und konservendosen.

die yamse laeuft super, sparsam auch im gelaende und ist verstaubt bis in den letzten winkel.

verloren habe ich meine sudankarte ( wegen dieser befu*** - louis kartentasche ), meinen wasserkanister, 1 socke.

der dreck fuerht nun auch zu stoerungen bei biggis foto und auch mein neuer knirscht schon beim objektivausfahren. die beiden klapphelme knarzen gewaltig beim auf und zuklappen.

so mal sehen wann wir in addis sind, vorher wollen wir vier wohl noch in nen krokodilpark gehen - liegt auf dem weg.

 

einige bilder sind nun endlich online, ist echt schwer hier !

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10 Kommentare

  • #1

    steffen (Dienstag, 17 November 2009)

    ...schön wieder was von euch zu lesen...bitte gib mir bescheid was ich nun wegen dem motorradtransport machen soll, am besten per mail wenns wieder geht!
    mfg und gute Reise! steffen

  • #2

    dieter&regina (Dienstag, 17 November 2009 12:53)

    hallo thomas & biggi!
    es ist spannend wie im krimi,freuen uns schon
    auf dein neuen teil.passt gut auf.
    gute fahrt
    dieter

  • #3

    Uwe F. (Dienstag, 17 November 2009 21:54)

    Hallo Thomas und Co.,
    wir sind auch wieder zurück aus Afrika. Seit schon weit gekommen , Alles wird gut. Hauptsache man gönnt sich trotz der Strapatzen etwas. Übrigens danke für Deine Abschiedsmail, war da aber schon in Botswana. Afrikanische Grenzpassierungen sind immer der Hass. Waren drei Stunden von Sinb. bis Zambia an der grenze, und zum Schluss hatten wir kein Papier für´n Tax (sowas wie Maud), was wir aller dings bzahlt hatten. In Zambia sind wir auf 80 km 5 x von der Polizeikontrolliert worden. Pass auf Euch auf und weiter Gute Fahrt. Wenn ich Dir von Deutschland helfen kann , dann geb bescheid.
    Tschaui Fu

  • #4

    Triemser (Mittwoch, 18 November 2009 09:40)

    ...scheint ja jetzt ans Eingemachte bei Euch zu gehen...wünsche Euch Durchhaltevermögen und auch mal Zeit zu relaxen...mfG und immer genügend Luft auf Euren Pneus...Triemser

  • #5

    Lars (Mittwoch, 18 November 2009 20:29)

    Hallo Yamse Fahrer
    Kannst du der Biggi bitte mal zeigen wie man auf den Rädern bleibt und seine Kiste nicht täglich in den Sand legt? ;-)
    Sag ihr liebe Grüsse
    Lars & Co

  • #6

    Wattsau (Mittwoch, 18 November 2009 23:54)

    Ich hoffe du tainierst nicht so viel nebenbei.Nicht das du noch schneller auf dem Rad wirst:) Macht weiter so mit der fahrrerei. Das hir auch sicher ankommt.Uns Dreien geht es gut. Iven kann fast schon laufen.6.Zähne hatt er schon.Viele Grüsse aus dem milden Dresden.

  • #7

    Kerstin & Dietmar (Dienstag, 24 November 2009 18:27)

    Hallo Ihr zwei,
    es ist immer wieder schön,Eure Reiseberichte zu lesen und wir freuen uns,dass es Euch mit den vielen Erfahrungen und Ereignissen,die ihr schon in den vielen Ländern gesammelt habt auch gesundheitlich gut geht.
    Lieber Thomas, wir sollen Dich auch von einem begeisterten Leser eurer Reisberichte grüßen! Du kennst ihn noch von unserer Silberhochzeit. Der "Penner" Winfried ist gestern 80 Jahre geworden und verfolgt ständig Eure Berichte!
    Viele Grüsse aus DD!

  • #8

    silvio (Mittwoch, 25 November 2009 21:59)

    .. und wieder ein schöner einblick in eure tour. viel spass und sichre fahrt !

    grüße aus dresden

  • #9

    Thomas (Freitag, 27 November 2009 17:36)

    Hallo Biggi und Thomas, verfolge Deinen Reisebericht mit Interesse. Wünsche Euch eine glückliche Ankunft in Südafrika und gesunde Rückkehr. Denke man sich sich "mit Sicherheit". Falls Du jetzt wegen den Namen nachdenkst, wir kennen uns sei "Mockis" - Zeiten. Viele Grüße, Thomas.

  • #10

    steffen (Samstag, 28 November 2009 15:45)

    He...neue Fotos...schön!!!! Bin immer noch neidisch...wieso lässt das nicht nach...grüße aus DD

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Mi

10

Mär

2010

Wieder daheim : Frost, Kälte, Dunkelheit ...

So, nachdem ich meine tschechischen Freunde Ende Januar mit nem rechtsgelenkten Japaner ( oh Gott ! ) zum Flughafen gefahren hatte und herzlich verabschiedete, kümmerte ich mich dann um den ganzen Zoll- und Verladekram für die bereits in drei großen Holzkisten verpackten Motorräder. Insgesamt hatte ich neun Tage Zeit, bis mein Flieger gen Germny fliegen sollte. Sportler wie ich bin, wurde die Zeit natürlich sinnvoll ( nach meinen bescheidenen Maßstäben ) genutzt und mit nem recht schweren Leihrennrad ging es fast jeden Tag, neben dem Weg zur Spedition und dem Zollamt, in alle Himmelsrichtungen ( okay, außer Westen, denn da war der Atlantik ). Nach über 1000 Km und mit den besten Trainingsstreifen sowie dem schlimmsten Sonnenbrand den ich je hatte, gab ich es dann schweren Herzens am 4.02.10 wieder bei Cycleteknic Tableview ab und nen Tag später wurde ich durch Raum und Zeit gebeamt ... Nach unglaublich kurzen ( in Anbetracht des ungleich längeren Hinweges ) 11 Stunden Flug bis München, 1,5 h Flug bis Berlin und dann nochmal 2 h Zug bis Dresden wurde ich gegen Mitternacht bei Frost am Dresdner Hauptbahnhof freudig von Freundin, Famile und einigen Freunden empfangen - Dank auf diesem Weg an alle die da waren und danke Anja für die langen Hosen sowie der dicken Jacke ...

Nach einer Woche Urlaub mit meiner Freundin ging es dann am 13.02.10 gleich wieder auf Arbeit recht doll zur Sache - links, mitte und rechts demonstriert, blockiert und ( manchmal auch randaliert ) in Dresden und wir mitten drin.

Vor lauter Erzählen von meiner Reise komme ich auf Arbeit ständig in Zeitnot und nun wurde angeregt, einen größeren Vortrag für alle Kollegen welche es interessiert durchzuführen.

Weil mich immer alle Fragen, wieviel denn alles gekostet hat, hier eine kleine Auflistung : 

die Kosten im Vorfeld ( Ausrüstung, Impfungen, Visa etc. ) waren ca. 1000 Euro plus Zeit und Nerve,

die Kreditkarten- sowie EC-Cardabrechnung ergab : 5400 Euro allein unterwegs, plus 370 Euro Rückflug plus Bahn, 600 Euro Motorradtransport mit Schiff bis Prag

macht also 6400 Euro, plus 1000 Euro welche in die Yamse gesteckt werden müssen, sowie 1500 Euro Wertverlust, 350 Euro für diverse Krankenversichungen.

das ganze dann durch 120 Tage macht : 53 Euro am Tag, jeder einfache Türkeiurlaub dürfte also ( pro Tag ) wesentlich teurer sein.

Davon entfallen im Einzelnen :

gefahren Strecke : 25312 Km, Verbrauch 4,38 Liter/100 Km = 1108 Liter, Preis im Schnitt 80 cent = rund 900 Euro für Sprit

für diverse Visa an der Grenze ca. 300 Euro, allein die Einreise mit allem Papieren nach Ägypten 180 Euro, Internet und Telefonie zus. ca. 250 Euro, diverse Nationalparks ca. 500 Euro, neuer Fotoapparat in Luxor 120 Euro, Mietmotorräder in Sansibar 3 Tage für zus. 50 Euro, Fähre nach Sansibar 40 Euro, 1000 Euro wurden allein in Südafrika ausgegeben - ist halt fast wie Europa dort, die Zahl der Hotelübernachtungen war in Europa recht hoch und ging dann ab Sudan gegen null, dafür immer mehr kostenloses Outdoorcampen.

Die längste Tagesetappe : Tag eins 400 Km mit dem Auto nach Berlin um das Sudanvisa persönlich abzuholen, dann mit dem Motorrad exakt 500 Km Autobahn durch CZ nach SK Bratislava - sowie irgendwo in Äthiopien genau 8 h ( reine Fahrzeit ) ist das Motorrad gerollt über 400 Km, fast alles elende Piste.

Die schwerste Etappe : Fahrt über die Grenze von Tansania nach Mosambik, viel Tiefsand, Sonne im Zenit, nix gescheites zu Essen ...

Die höchste Temperatur : 49 Grad im Schatten, Wüstenstrasse / Piste im Ostsudan

Die tiefste Temperatur : 0 Grad auf 3600 m Höhe in Ähtiopien Simmien Mountains ( und mir ging es echt elend )

Das beste Essen : Forraskut Südostungarn, ich habe das letzte Drittel nicht geschafft - unglaublich, dort muss ich wieder mal hin !!

Das schlechteste : "Huhn" am Äquator in Kenia - was war das denn wirklich ?

Die nettesten Leute : Araber ( in Syrien, Jordanien, Sudan ), sowie in Ungarn, Türkei, und die weissen in Südafrika ( ja Peter ich weiss ... )

Die unangenehmsten : ( jetzt bekomme ich wieder Ärger von dem Peter ) teilweise Ägypten ( Touristengegenden ), Tansania ( speziell Daressalam ), Äthiopien ( nicht auf dem Lande ) - naja man wird eben oft abgezogen, reingelegt und betrogen sowie permanent angebettel. Aber genauso oft gibt es auch postive Erlebnisse. Ich habe mich oft gefragt, was denn wohl vor 100 Jahren war, als noch keine Hilfslieferungen nach Afrika kamen ( wie haben die Völker dann dort überlebt ?) und zu welchem Zweck werden die eigentlich gemacht - denn die Leute gewöhnen sich daran und oft gibt es heftige Auseinandersetzungen um die Hilfslieferungen ? Wem hilft es, wenn wir tonnenweise getragen Sachen nach Afrika "spenden" ( um mal das wegwerfen in den Kleidersammler so zu nennen ), dann daran einige wenige gewaltig verdienen und zuletzt die heimische Bekleidungsindustrie keine Chance hat, sich zu entwickeln. Die fettesten Autos und Leute waren übrigens oftmals die Fahrzeuge und Mitarbeiter - oder soll ich Absahner schreiben -  diverser Hilfsorganisationen, dies mal nur am Rande.

Nun Gut, das auch mir eigene Gefühl für Demut und Dankbarkeit - und dies habe ich ohne Zweifel auch überdurchschnittlich und bin mit wenigen Dingen glücklich und nicht materiell eingestellt ( Autos, Luxus, Komfort sind mir echt voll egal, z.B. heute früh wieder bei minus 12 Grad 12 Km mit dem Rad auf Arbeit gefahren ... das gabs in Afrika so nicht ) - ja Gefühl für Demut und Dankbarkeit geht dann leider nach einigen Wochen des Daueranbettelns bei 40 Grad im Schatten leicht verloren, trotzdem habe ich nie vergessen, dass nur ganz wenige Menschen weltweit die Möglichkeit haben, Reisen wie diese zu realisieren. Und leider hatte ich nur 2 x 40 Liter Alukoffer ( die Kritiker sollen erstmal damit auf nem Motorrad unter diesen Bedingungen durch die Welt fahren ) mit und keinen 40 Tonner mit Hilfsgütern. Bis Tansania hatte ich mir im Tagebuch - nett und hilfbereit wie ich ja eigentlich immer bin - diverse Adressen von Leuten notiert, denen ich dann von D aus diverse Sachen schicken wollte, da wir bei Ihnen schlafen konnten oder diese uns sonstwie positiv aufgefallen waren. Leider wurde mir dies dann auch alles gestohlen - nochmal herzlichen Dank dafür an den xxx Täter. Auch kaufte ich oft in Städten mehr essen als nötig um es dann auf dem Lande den Kindern zu verschenken, aber der Effekt ist sicher gleich null - von daher sinnlos. Es beruhigt wohl nur das schlechte Gewissen.

Nun ja man könnte ewig darüber philosophieren, es wäre auch echt nett, wenn meine "Kritiker" - welche nur über die Kommentarleiste schreiben, mir mal persönlich schreiben würden.

 

Letzten Freitag habe ich die Yamaha aus Prag geholt. Es gab ein Wiedersehen mit meinen CZ Freunden und da das Wetter so extrem winterlich war ( minus 8 Grad und Schneesturm ) musste die letzte Fahrt der Yamse ins deutsche Heimatland mit dem Hänger vom Polo-Shop erfolgen.

 

Ich denke dies war der letzte Eintrag auf meiner Seite, ich danke allen Lesern, meiner Freundin Anja fürs durchhalten ohne mich, Birgit meiner Reisepartnerin bis Daressalam ( ich hatte und habe immer Respekt vor ihrer Leistung als Frau ... ), meinen CZ Freunden Radek, David sowie später dann noch Silva der Freundin vom Radek, dem Freistaat Sachsen weil nicht in allen Berufen Reisen wie diese möglich sind, dem Hersteller Yamaha für den Bau eines absoluten Adventure Reisebikes, meinen Eltern dafür dass ich so bin wie ich bin, der Mopo DD für den Bericht, meinem Schutzengel, der Fa. Held und Salewa - top Ware, keine Frage !, Roland Kaiser - dessen Lieder hörte ich oft abends im MP3 Player - es war der Klang der Heimat, sowie stellvertretend für hunderte nette Kontakte wenigstens aus jedem Land einen oder zwei : der freundliche Tankstellenmitarbeiter in Bratislava der mit den Weg zum Hostel zeigte, der LKW Fahrer mit der Landkarte in HU; die netten Polizeibeamten in Rumänien auf der Suche nach dem Hotel, den jungen Leuten aus dem alten fünfer BMW welche uns in Bulgarien ( Vidin ) den Weg zum Hotel zeigten, die Tankstellenbetreiberin in GR wo wie schlafen durften, dem netten Motorradpolizisten in Bolu TR, dem Hotelchef in Alleppo SYR, unserer Gastgeberfamilie bei Amman JOR, der Lehrer in New Valley und der Hotelmanager in Assuan Ägypten, dem Busfahrer in der sudanischen Wüste bei meinem Platten, dem Scout in den Simmien Mountains, ein zäher Hund !! Ähtiopien, der Lodgebetreiber am Fuße des Mt. Kenia  - danke für den tollen Preis nach Biggis Vorarbeit; dem netten Pfarrer aus Leipzig in Tansania, dem Enduroverleih für den Toppreis in Sansibar, der Mitarbeiterin im Fahrzeugteilehandel bei Pemba Mosambik - vier Seiten nur über mich geschrieben - unfassbar, Brad aus Kapstadt für die Hilfe in Simbabwe im Nationalpark - Zufälle gibts ..., und in Südafrika Dank an Yamaha Durban, dem Lemontree Backpacker - ganz verrückte Jungs und Schicksale sowie den Erbauern des Chapmans Peak, wo ich mit dem Rennrad mehrfach darübergebügelt bin und nun bald auch Lance Armstrong dies tun wird.

 

Das wars !! Auf ein neues Abenteuer irgendwann, erstmal haben mich andere Aufgaben und Verpflichtungen fest im Griff ...

 

Es war schön, jederzeit wieder.

 

Thomas Kiraly

 

 

 

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