Dresden - Kapstadt per Motorrad

Sa

28

Nov

2009

Sturz, 496 Km Hoelle, Regen : Willkommen in Kenia !!

Eines vorab, es hat mich ordentlich gelegt mit dem Motorrad, in Addis Adeba habe ich nen endlich die beiden Reifen von Continental aufziehen lassen ( mal nicht selber gemacht ) und nach 15 Km hat es ploetzlich den Schláuch vorn zerissén bei Tempo 100 auf ner Ausfallstrasse raus aus Addis und der Reifen sprang auch gleich von der Felge. Das wars dann, die Yamse schmiérte sofort weg und legte sich elegant auf die rechte Seite. Ich schlitterte ueber der Asphalt und freute mich noch, dass es ja gar nicht so weh tut wie soinst, wenn es mich mit dem Rennrad oder dem MTB niederbrettert. Die Yamse schlug gar heftig in nen kleine Brúecke auf der rechten Fahrbahnseite und blieb dann liegen. Aber uns beiden ist nicht wirklich viel passiert, die Schutzkleidung hatr gut gearbeitet, und bei der Yamse waren nur die ueblichen Sturzteile deformiert sowie der rechte Koffer. David meinte, der Schlauch ( Pirelli, Made in Italia) ...waere von schlechter Qualitaet und haette sich daher auf 30 cm aufgeloest, worauf ich ihn in einem kurzen Wutanfall - voellig untypisch fuer mich, mit mehreren grossen Steinbrocken endgueltig demolierte. Kaum ging es endlich weiter, nun mit nem guten Enduroschlaúch drinnen, wackelte ploetzlich Davids hinterrad an der fetten R 1150 GS und das Radlager hatte sich wohl angesichts der harten Pisten in Aethiopien verabschiedet. Zum Glueck hatte er ein Reservelager dabei, nur musste es irgendwie eingebau werden. Wir fanden ne mini Mopedwerkstatt und 2 stunden brachte ich dann danit zu, nen 7 er Inbus aufzutreiben, da die gaengigen groessen nur 6 und 8 sind. am ende fand ich nen mechaniker, der mir nen 8 er auf 7 mm runterschliff und somit konnte david sein radlager rausschrauben. Im Dunklen verliessen wir dann die Hinterhofschrauberhalle und naechtigten auf einer Art Kuhweide, wieder umringt von Menschen.

 

So nach unserem Aufenthalt in Addigrat - wie immer nur eine Nacht, ging es in zwei Tagen nach Addis Adeba, der Haupstadt Aethiopiens. Dort haben wir uns sogar nen Hotel geleistet, aber nur, weil die Navidaten eines Campingplatzes im Stadtgebiet voellig falsch waren und es dann schon dunkel wurde. Da wir nicht verheiratet sind, bekamen wir wieder Einzelzimmer. Addis selber ist nicht so der Hit, Menschenmassen uerberall, laut, heiss ... Am Morgen wurden dann noch Biggis Koffer zum x-ten Male zurechtgedengelt und ich wechselte halt meine alten Heidenauer K60 gegen die neuen Gelande Contis TK 80, wo dann eben nach 15 Km der alte Pirellischlauch zeriss ,,,

Dann sind wir weiter nach Sueden zum Lake Langano runter gefahren. Es hiess, dort ware einer der wenigen Seen in Ostafrika, wo man ohne an Bilharziose zu erkranken baden gehen kann. Na das klang doch gut, zumal es ja nun wieder ordentlich warm war, da wir nicht mehr in den grossen Hoehen unterwegs waren. Es ging wieder durch malerische Gebirge mit tausenden Kurven in Richtung dieses Sees. Unterwegs trafen wir zwei Motorradfahrer aus Neuseeland, welche von "unten" also Capetown kamen. Diese hatten 10500 Km auf der Uhr und schimpften nur, ueber die nun fuers uns kommenden Pisten. Zitat: "This fucking Road sucks my front and reardumper ...!" Beide waren ueber fuenzig, einer 62 und sie waren recht strong die beiden.

Naja Fotos gemacht, zuvor die ueblichen hundert Schwarzen verscheucht, nur zwei schafften es dann doch noch auf das Bild - und weiter ging es. Wenn ich Schwarze schriebe, meine ich es durchaus nicht boese. Ich bin hier, da ich die Menschen sowie das Land kennenlernen will und dies auch leidenschaftlich tue, wir haben extrem viele Kontakte und Freunde hier gefunden. Ich bin weiss, die sind schwarz, Asiaten haben gelbe Haut - was ist daran schlimm... Selbst das Wort Nigger bedeutet in der Ursprungssprache Schwarz, wenn deutsche Gerichte mit einem Rudel Rechtsverdreher im Schlepp dies anders sehen, kann ich es nicht aendern - ich meine es nie boese - dies nur mal an alle, welche mich oft anmailen und meinen der Schreibstil ware nicht afrikafreundlich genug. Diese Leute werden hier nicht bestohlen, angebettelt, 20 x am Tag kontrolliert, muessen sich mit Polizisten rumaergern die selbst den Arabischen Teil unseres Passes verkehrt herum halten oder werden mit Steinen beworfen. Soviel dazu.

Es ging also zum Lake Langano, was Biggi kurz davor passiert, wird sie sicher all denen, die es interessiert selber sagen, es sah jedenfallss gefaehrlich aus und um ein Haar waere der Trip fuer sie vorbei gewesen. Der Lake selber war voellig rotbraun mit Algen durchsetzt und ein Baden ware nicht wirklcih schoen gewesen. Also liebe die Landschaft genossen, Wasser mit Keksen gegessen und weiter ging es auf heftigen Pisten in Richtung der sog. Hammer Tripes, das sind Staemme welche sehr markanten Koerperschmuck tragen und wohl auch recht aggressiv sein sollen. Aber wir haben ja unseren tschechischen Meister - David, 2 m, 110 Kg, LKW Fahrer - im Armdruecken dabei und dessen Erscheinung entspannt manche Situation schon im Vorfeld. Die Pisten waren in der Runde Richtung Jinka, Turmi, Lake Turkana und dann zurueck auf die Strasse ab Yavello wieder graesslich, etliche Wasserdurchfahrten - die machen ja noch Spass - aber der Rest alles Sand oder Grobschotter.

Abends suchten wir uns wieder Plaetze abseits der Piste, leider sind Davids und Hradeks BMW Schalldampfer - ohne ABE - derart laut, das sie zwar beim Starten oft die Menschenmassen kurz vertreiben aber eben bei der Schalfplatzsuche jedem im Radius von 2 Km signalisieren, hier kommen jetzt ganz spezielle Leute. Und nach 3 Minuten ist dann wieder ein Schwarm von Menschen um uns herum und moechte wieder alles haben. Ich habe nun schon neben unzaehligen Stiften, Broten und Keksen - die ich oft nur deswegen kaufe, auch mein EBM T=Shirt und mein blaues Hemd - voellig verkeimt und versifft verschenkt. Die beiden Beschenkten waren echt gluecklich darúeber wollten aber dann aucvh gleich meine Motorradhose dazu haben, dass ging natuerlich nicht ! David verschenkte noch seine Uraltunterhose, die schomn seit Tagen als Putzlappen diente ... Das sagt wohl alles ueber die Zustaende hier.

An einem Nachtplatz sass die ganze Nacht eine Mutter mit Kind vor meinem Zelt und wartete auf nen Stift, den ich ihr fuer den naechsten Tag versprochen hatte, wenn

wir hier schadlos schlafen koennen, da dort etliche knallschwarze Typen mit bunten Koerperschmuck und grossen Messern um uns herum waren und die nicht immer freundlich schauten. Denn Stift bekamn sie dann und als morgens Hradek, der Vodafone Manager aus Prag, seine BMW im KTM Style startete rannten selbst die Messermaenner alle davon - das hatten sie noch nie gehoert ....

In Jinka wurden wir empfangen wie Koenige, alles was laufen konnte war um uns herum. Einer der eine Lodge betrieb erbarmte sich und wir konnten unsere Motorrader in hinter den Zaun stellen und dort sogar duschen !!! Sauberes kaltes Wasser - perfekt, dann gab es noch nen schoenes Mittag und weiter ging die Fahrt durch das gefuehlte Ende der Welt. Nach drei Tagen waren wir dann wieder auf der Hauptstrasse mit richtigem Asphalt - ja den gab es dann doch noch. Erschreckend war, dass man sich auch hier wieder um unseren Muell stritt bzw. alles mitnahm was wir vergraben wollten. Genau 500 m vor dem Beginn des Asphalts, nach ueber 600 Km Ruettelpiste mit allem was es gibt, brachen dann endlich meine Schnellklemmschrauben vom Quicklockkoffertragersystem, ich hatte es ja schon viel frueher erwartet und zwei Ersatz dabei. Weiter ging es nach Moyale zur Grenze nach Kenia. Wir machten den ganzen Papierkram noch am Abend kurz vor Toreschluss und schliefen dann in einem Camp fuer nach harten Verhandlungen nur 10 Dollar per each.Da am naechsten Tag die vielberuechtigte Moyalepiste bevorstand, musste ich im Dunklen dann doch noch meinen Koffertrager verstaerken und lies mich zu einem Schlosser lotsen, welcher den Rest des Quicklooks absaegte und 6 fette Schrauben reuindrehte - da sah gut aus, war wesentlich fester und schien gut zu halten´ = Inschallah ....

Abends dann noch Essen : Ziege mit Ugali - widerlich, die Tschechen haben geschimpft und am Ende haben wir dann jeder Pommes und ich noch Joghurt geordert.

Next Day : 250 Km Moyale Piste bis Marsabit - dazwischen nichts ... Anfangs ging es noch, doch dabn gewannen die groben Steine die Ueberhand, kein Mensch kann ernsthaft hier von einer Piste reden, es war wie ne deutsche bahnstrecke, ohne Gleise und Schwellen. Hochkonzentriertes Fahren, ueber 6 Stunden, zwei Minidoerfer dazwischen, wo es aber nix gab. Wir sahen nur 6 LKW s und vier davon haben gestanden und Reifen repariert. David hat sich dann an seiner fetten1150 GS den Frontschlauch zerstoert und beim wechseln in 35 Grad im Schatten, der wieder fehlte, auch noch den Reserveschlauch zerstoert. Shit happens ... Naja Biggig hatte zum Glueck noch nen guten Enduroschlauch in 19 Zoll dabei. Insgesamt haben wir vier zwei Stunden gewerkelt bis es weiterging. Diesmal mit mehr Respekt und Vorsicht. Keine Zeit fuer Landschaft oder das Wetter, nur die naechsten 10 m im Blick. In Marsabit dann bei nem Schweizer in der Lodge geschlafen und am naechsten Tag bei uebelsten Wolken und Nieselregen weiter die letzten 250 Km bis nach Isiolo gefahren. Diesmal anfangs viel Lehmpiste, schoen verschlammt dann weiter Sandwellblech, welches entweder nur bis 20 Kmh oder eben ab 70 Kmh befahrbar war. Aber dann war es eben ein elender Blindflug, weil noch ettliche Steinbrocken versteckt waren.

Bei der Mittagsrast kamen dann hunderte bunte, fette Fliegen an, und setzten sich geraeuschlos ueberall auf den Koerper, gebissen hat aber keine.

Irgendwann wurde die Piste dann besser und Isolo tauchte nach exakt 496 Km auf. Bilanz : Radeks Frontgabel verliert nun Oel, Davids Frontdaempfer hat nun keine Funktion mehr, mein Cockpit macht bei 4000umin nun ganz komische Gerausche aber wir leben und haben es ueberstanden. An die ganzen warnungen vor Ueberfaellen auf dieser Piste konnte ich beim Fahren gar nicht denken, dafuer war ich viel zu konzentriert. Einmal hat es mich im Tiefsand an die Seite gedreht und die Yamse viel weich um. Circa 30 x gab es nen so heftigen Schlag am Vorderrad, das ich dachte, okay nun ist der Reifeb hin.

In Isolo kauften wir viel essen ein. Die Ministadt selbst war schaebig und wir wurden umlagert von hundert jungen Leuten welche fast alle mit Plasteflaschen Leim schnueffelten und entsprechend fertig aussahen und recht aggressiv bettelten. Wir fuhren weiter zu nem kleinen Camp, wo ich seit Tagen oder eher Wochen endlich mal wieder joggen gehen konnte. Es war aber nervig, da alle Leute lachten oder eben dumme Sprueche machten. Naja und meine Form ist auch nicht sehr gut, 6 Km in 30 min.mittleres Tempo, ist fuer nen MTB Top-Ten Fahrer in Sachsen nicht so doll .........Am Tag darauf ging es dann nach Nanjuki, dort ist der Aequator, grosses fest fuer uns alle. Fotos und grosse Freude. Auch wieder viele Haendler hier, die einem alles moegliche verkaufen wollen. Dann kurz noch was essen gegangen und ueber 2h auf das essen gewartet, die beiden CZ bozs haben getobt auch ich fand es nervig. dann ging es zu nem Camp am Fusse des Mount Kenia, welcher 5198 m hoch ist. Dort zahlten wir fuer den Nationalpark 55 Dollar Eintritt per each und schliefen in nem idyllischem Bergcamp auf 2400 m Hoehe ganz allein mit Lagerfeuer im Wald. Der naechste Tag war dann wieder echt hart fuer uns drei Jungs. Biggi wollte ausschlafen und ne kleinere Wanderung machen, wir wollten die letzen 9km Piste bergauf bis zum letzten Bergcamp fahren und von dort aus bis zum Gletscher am Mt Kenia auf 4300 m wandern. Um halb sechs gings los, zuvor kurz Essen reingepresst. Die 9 Km waren in 20 min geplant, es war aber eine horrende Schlammpiste, die wieder viel Reifen, Ketten und Kupplungsverscheiss bedeutete. Dann standen auch noch jede Menge grosse, schwarze Bueffel auf der Piste herum, die wir mit Hupen und Motorrangeraeuschen vertreiben konnten. Unser Guide meinte dann spaeter, das dies lebensgefaerhlich waere, da die Bueffel bei Gefahr oft auch angreiffen ... Super Aussichten fuer den Rueckweg.

Am letzten, mit Fahrzeugen erreichbaren Camp auf 3000 m die Sachen gewechselt, nen Guide genommen fuer 20 Dollar und auf ging es in 5 h straff auf 4300 m zum Camp am Fusse des Gletschers, Dort oben durften wir denn eh nicht weiter, wegen der fehlenden Ausruestung, also kurz Fotos und in drei Stunden wieder runter. Mir ging es auch wieder sehr grenzwertig, Schwindelgefuehle, Uebelkeit, Kopfweh. Ich bin wohl nicht fuerh Hohen ueber 4000 m gebaut - sehr schade.

Beim Abstieg dann noch drei Norweger und einige Suedafrikaner getroffen, welche gar nicht verstehen konnten, wie ich mit alten Turnschuhen hier oben rumturne. Aber ich bin auch zweimal heftig ausgerutscht und war dann voller Schlamm, naja die Sachen sind eh voellig verkeimt

Unten waren wir drei dann voellig fertig, kurz ausgruht und gehoft das uns fiuer den Rueckweg die Bueffel nicht angreifen werden. Die Abfahrt ging dann auch v iel besser, da es viel trockener war. Die Bueffel standen wieder auf der Piste und diesmalk vertrieben wir sie mit viel mehr Repekt und immer bereit das Bike zu verlassen und zu Fuss zu fluechten. Aber es ging alles gut und spater landeten wir dann in nem Camp auf 2200 m Hoehe in dem Biggi 2 h vor unserer Ankunft mit ihrem weiblichem Charme bewirkt hatte, dass wir dort Campen durften und das auch noch zu nem Top-Preis. Danke Biggi.

Gestern ging es dann ca. 200 Km nach Nairobi, ueber gute Landstrassen und drei mal mit Regenpausen da hier nun Regenzeit herrscht und jedesmal kurz die Welt untergeht. In Nairobi wirkte dann alles sehr europaisch und sauber. Wir fanden die Jungle Juction, die von nem Deutschen betrieben wird, Hier treffen sich alle Traveler, es sind heute hier 8 Motorraeder, 6 fette Jeeps und 4 Trucks. Die haben ne gute Werkstatt und es sind viele Deutsche hier - wir reden also wieder deutsch, mal ganz was neues. Die Tage hier werden wir zur Bikepflege und Sachenwaschen nutzen. Meine alte Kette wird nach nun 26TKM getauscht und alles gereingt.

Also, uns geht es gut hier, wir bleiben hier wohl drei Tage. Die Tschechen machen erstmal mit den Eltern und der Freundin vom Radek 3 Wochen Safariurlaub, evtl. treffen wir uns dann kurz vor Weihnachten auf der schoenen Insel Sansibar. Wir vier sind schon zu nem guten Team herangewachsen.

Schadensbilanz: Motojacke und Hose rechts boese zerschrammt, Stiefel und Handschuhe echt mitgenommen, Griffschuetzer abgeplatzt und wieder prov, rangeklemmt, koffer rechts boese zerschrammt und untern leicht offen, haelt aber noch gut, Frontwindschutz eingerissen durch Steintreffer - den Bengel habe ich mir schnappen koennen, er machts nun sicher nie wieder - es gibt da so eine multinationale Sprache in solchen Faellen ....Schlafsack wirkt von innen klebrig,

 

Kurzum : Es macht spass, ist nicht immer lustig, oft gefaehrlich und jeder Tag ist spannend. Ich komme damit klar, geniesse es und bin unendlich dankbar, dass ich die Moeglichkeit habe dies alles so zu erleben. Mir ist bewusst dass dieser Zustand leider nicht fuer ewig ist und die irgendwann nur ein kleiner, kurzer Abschnitt meines Lebens gewesen sein wird. Aber ich lebe im jetzt und hier. Ich kann nur sagen, wer auch immer die Moeglichkeit hat, soll es genau so tun. Die Welt ist gross, das Leben kurz und die Eindruecke gewaltig. Gruss in die Heimat, Danke fuer alle Nachrichten, Kommentare und Gaestebucheintrage. Ich lese alle und mehrfach, wenn ich mal die Gelegenheit habe und freue mich ueber jedes Zeichen.

God bless you all !!!

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9 Kommentare

  • #1

    steffen (Sonntag, 29 November 2009 13:05)

    so....wiedermal der erste...ohne worte....GEIL

  • #2

    M.Arnswald (Sonntag, 29 November 2009 13:17)

    Mensch Thomas, da habt ihr ja schon eine ganze Menge geschafft. Ich war schon leicht beunruhigt wegen der relativ langen Schreibpause... sehe jeden Tag mindestens einmal nach wie der Stand an der "Reisefront" ist. Wie du siehst ist es ja doch nicht so ganz ohne!!! Aber glaube mir Nicole und ich beneiden euch sehr um diese Erlebnisse... und planen auch eine längere (4-5 Monate) Aktion mit Linus, bevor dieser in die Schule kommt. Dazu hast du mit deinen Berichten mit beigetragen. Also, bleibt weiterhin so standhaft gegen jegliche Gefahren und Leiden und bringt die Sache zu einem guten Ende...

    Bis dahin Gruß Micha und Nicole

  • #3

    Andybandi (Sonntag, 29 November 2009 13:33)

    Hallo Thomas! Mensch hast mir ja einen ganzen schön einen schrecken eingejagt bei Deinen Sturz...
    Bin seit einer Woche wieder im Lande im hässlichen Deutschland und arbeite wie ein Urinsklave...
    Sharm EL Sheikh war einfach Traumhaft, waren jeden Tag mehrmals schnorcheln im Roten Meer bei den Tiraninseln, bin total begeistert von der bunten Unterwasserwelt, haben zahlreiche schöne Korallen und bunte Fische gesehen, landesinnere nur Wüste, Sand, aller 1oom eine Polizeikontrolle, die die ruhe weck hatten, sich auf den Boden warfen und ryhtmische Oberkörperbewegungen machten, schön war der Strand, das Meer, Sonnenaufgang, Sonnenuntergang den ich genoss mit meinen Goldschatz, Traumhaftschönsten liebsten Frau der Welt die ich über alles liebe was es gibt in der Welt!!!!!
    Liebe Grüße Andy und Anja(Hessen)

  • #4

    Triemser (Sonntag, 29 November 2009 15:10)

    ...wie immer verschlinge ich Deine Reiseberichte und schliesse mich Steffen an: GEEEEEIIIIILLLLL!!!

  • #5

    René (Montag, 30 November 2009)

    Hallo Thomas, zur Abwechselung mal Grüße aus Leipzig. Auch ich lese Deine Berichte und finde sie spannend. Kann mich dem Neid auch nur schwer entziehen. Respekt für den Mut für dieses Projekt und vor allem der Umsetzung. Mit dem Sturz hattest Du ja Glück gehabt, und auch dass das Mopped weitermacht. Passt gut auf Euch auf und kommt gut durch den Regen.
    Grüße René

  • #6

    Hörbi (Dienstag, 08 Dezember 2009 17:18)

    Alter Schwede, ich dachte der Kosovo war ein Abenteuer... aber wenn ich das hier lese; Hut ab. Halt mir die Ohren steif und schön weiter schreiben :-)
    Cu Hörbi

  • #7

    HUBERTUS (Dienstag, 08 Dezember 2009 20:27)

    hallo lieber mot,freunds
    hi8er ist hubertus vo9n fu.deine nachricht afrikA ERHALTEN;SEHR INTERESSANT FÜR EINEWN OSTDEUTSACHEN BEI BAUTZEN:ICH BIN CHEWF MOT:HÖHLE CR;FRAGE LIEB UWE;ADRESS HÖHLE WWW:PEKELNEDOLY:CZ:DORT AUF EIN GESUNDES WQIEDERSEHEN:HÖHLE INNENMASS §%==§§§§§§§§§§§§§§§§§§BIN NE PERFEKT I(M SCHREIBENN

  • #8

    Zimmi (Mittwoch, 09 Dezember 2009 19:26)

    Hallo ihr weltenbummler abenteuer pur, zeige gerade meiner tochter antonia deine log, sie it begeistert, bleibt xsund und passt auf euch auf -- wenn du einen schatz auf sansibar findest bleib dort !!!

  • #9

    william (Montag, 14 Dezember 2009 08:48)

    Cooler Beitrag! Habe alles mit großem Interesse gelesen und die Bilder sind einfach klasse!

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Mi

10

Mär

2010

Wieder daheim : Frost, Kälte, Dunkelheit ...

So, nachdem ich meine tschechischen Freunde Ende Januar mit nem rechtsgelenkten Japaner ( oh Gott ! ) zum Flughafen gefahren hatte und herzlich verabschiedete, kümmerte ich mich dann um den ganzen Zoll- und Verladekram für die bereits in drei großen Holzkisten verpackten Motorräder. Insgesamt hatte ich neun Tage Zeit, bis mein Flieger gen Germny fliegen sollte. Sportler wie ich bin, wurde die Zeit natürlich sinnvoll ( nach meinen bescheidenen Maßstäben ) genutzt und mit nem recht schweren Leihrennrad ging es fast jeden Tag, neben dem Weg zur Spedition und dem Zollamt, in alle Himmelsrichtungen ( okay, außer Westen, denn da war der Atlantik ). Nach über 1000 Km und mit den besten Trainingsstreifen sowie dem schlimmsten Sonnenbrand den ich je hatte, gab ich es dann schweren Herzens am 4.02.10 wieder bei Cycleteknic Tableview ab und nen Tag später wurde ich durch Raum und Zeit gebeamt ... Nach unglaublich kurzen ( in Anbetracht des ungleich längeren Hinweges ) 11 Stunden Flug bis München, 1,5 h Flug bis Berlin und dann nochmal 2 h Zug bis Dresden wurde ich gegen Mitternacht bei Frost am Dresdner Hauptbahnhof freudig von Freundin, Famile und einigen Freunden empfangen - Dank auf diesem Weg an alle die da waren und danke Anja für die langen Hosen sowie der dicken Jacke ...

Nach einer Woche Urlaub mit meiner Freundin ging es dann am 13.02.10 gleich wieder auf Arbeit recht doll zur Sache - links, mitte und rechts demonstriert, blockiert und ( manchmal auch randaliert ) in Dresden und wir mitten drin.

Vor lauter Erzählen von meiner Reise komme ich auf Arbeit ständig in Zeitnot und nun wurde angeregt, einen größeren Vortrag für alle Kollegen welche es interessiert durchzuführen.

Weil mich immer alle Fragen, wieviel denn alles gekostet hat, hier eine kleine Auflistung : 

die Kosten im Vorfeld ( Ausrüstung, Impfungen, Visa etc. ) waren ca. 1000 Euro plus Zeit und Nerve,

die Kreditkarten- sowie EC-Cardabrechnung ergab : 5400 Euro allein unterwegs, plus 370 Euro Rückflug plus Bahn, 600 Euro Motorradtransport mit Schiff bis Prag

macht also 6400 Euro, plus 1000 Euro welche in die Yamse gesteckt werden müssen, sowie 1500 Euro Wertverlust, 350 Euro für diverse Krankenversichungen.

das ganze dann durch 120 Tage macht : 53 Euro am Tag, jeder einfache Türkeiurlaub dürfte also ( pro Tag ) wesentlich teurer sein.

Davon entfallen im Einzelnen :

gefahren Strecke : 25312 Km, Verbrauch 4,38 Liter/100 Km = 1108 Liter, Preis im Schnitt 80 cent = rund 900 Euro für Sprit

für diverse Visa an der Grenze ca. 300 Euro, allein die Einreise mit allem Papieren nach Ägypten 180 Euro, Internet und Telefonie zus. ca. 250 Euro, diverse Nationalparks ca. 500 Euro, neuer Fotoapparat in Luxor 120 Euro, Mietmotorräder in Sansibar 3 Tage für zus. 50 Euro, Fähre nach Sansibar 40 Euro, 1000 Euro wurden allein in Südafrika ausgegeben - ist halt fast wie Europa dort, die Zahl der Hotelübernachtungen war in Europa recht hoch und ging dann ab Sudan gegen null, dafür immer mehr kostenloses Outdoorcampen.

Die längste Tagesetappe : Tag eins 400 Km mit dem Auto nach Berlin um das Sudanvisa persönlich abzuholen, dann mit dem Motorrad exakt 500 Km Autobahn durch CZ nach SK Bratislava - sowie irgendwo in Äthiopien genau 8 h ( reine Fahrzeit ) ist das Motorrad gerollt über 400 Km, fast alles elende Piste.

Die schwerste Etappe : Fahrt über die Grenze von Tansania nach Mosambik, viel Tiefsand, Sonne im Zenit, nix gescheites zu Essen ...

Die höchste Temperatur : 49 Grad im Schatten, Wüstenstrasse / Piste im Ostsudan

Die tiefste Temperatur : 0 Grad auf 3600 m Höhe in Ähtiopien Simmien Mountains ( und mir ging es echt elend )

Das beste Essen : Forraskut Südostungarn, ich habe das letzte Drittel nicht geschafft - unglaublich, dort muss ich wieder mal hin !!

Das schlechteste : "Huhn" am Äquator in Kenia - was war das denn wirklich ?

Die nettesten Leute : Araber ( in Syrien, Jordanien, Sudan ), sowie in Ungarn, Türkei, und die weissen in Südafrika ( ja Peter ich weiss ... )

Die unangenehmsten : ( jetzt bekomme ich wieder Ärger von dem Peter ) teilweise Ägypten ( Touristengegenden ), Tansania ( speziell Daressalam ), Äthiopien ( nicht auf dem Lande ) - naja man wird eben oft abgezogen, reingelegt und betrogen sowie permanent angebettel. Aber genauso oft gibt es auch postive Erlebnisse. Ich habe mich oft gefragt, was denn wohl vor 100 Jahren war, als noch keine Hilfslieferungen nach Afrika kamen ( wie haben die Völker dann dort überlebt ?) und zu welchem Zweck werden die eigentlich gemacht - denn die Leute gewöhnen sich daran und oft gibt es heftige Auseinandersetzungen um die Hilfslieferungen ? Wem hilft es, wenn wir tonnenweise getragen Sachen nach Afrika "spenden" ( um mal das wegwerfen in den Kleidersammler so zu nennen ), dann daran einige wenige gewaltig verdienen und zuletzt die heimische Bekleidungsindustrie keine Chance hat, sich zu entwickeln. Die fettesten Autos und Leute waren übrigens oftmals die Fahrzeuge und Mitarbeiter - oder soll ich Absahner schreiben -  diverser Hilfsorganisationen, dies mal nur am Rande.

Nun Gut, das auch mir eigene Gefühl für Demut und Dankbarkeit - und dies habe ich ohne Zweifel auch überdurchschnittlich und bin mit wenigen Dingen glücklich und nicht materiell eingestellt ( Autos, Luxus, Komfort sind mir echt voll egal, z.B. heute früh wieder bei minus 12 Grad 12 Km mit dem Rad auf Arbeit gefahren ... das gabs in Afrika so nicht ) - ja Gefühl für Demut und Dankbarkeit geht dann leider nach einigen Wochen des Daueranbettelns bei 40 Grad im Schatten leicht verloren, trotzdem habe ich nie vergessen, dass nur ganz wenige Menschen weltweit die Möglichkeit haben, Reisen wie diese zu realisieren. Und leider hatte ich nur 2 x 40 Liter Alukoffer ( die Kritiker sollen erstmal damit auf nem Motorrad unter diesen Bedingungen durch die Welt fahren ) mit und keinen 40 Tonner mit Hilfsgütern. Bis Tansania hatte ich mir im Tagebuch - nett und hilfbereit wie ich ja eigentlich immer bin - diverse Adressen von Leuten notiert, denen ich dann von D aus diverse Sachen schicken wollte, da wir bei Ihnen schlafen konnten oder diese uns sonstwie positiv aufgefallen waren. Leider wurde mir dies dann auch alles gestohlen - nochmal herzlichen Dank dafür an den xxx Täter. Auch kaufte ich oft in Städten mehr essen als nötig um es dann auf dem Lande den Kindern zu verschenken, aber der Effekt ist sicher gleich null - von daher sinnlos. Es beruhigt wohl nur das schlechte Gewissen.

Nun ja man könnte ewig darüber philosophieren, es wäre auch echt nett, wenn meine "Kritiker" - welche nur über die Kommentarleiste schreiben, mir mal persönlich schreiben würden.

 

Letzten Freitag habe ich die Yamaha aus Prag geholt. Es gab ein Wiedersehen mit meinen CZ Freunden und da das Wetter so extrem winterlich war ( minus 8 Grad und Schneesturm ) musste die letzte Fahrt der Yamse ins deutsche Heimatland mit dem Hänger vom Polo-Shop erfolgen.

 

Ich denke dies war der letzte Eintrag auf meiner Seite, ich danke allen Lesern, meiner Freundin Anja fürs durchhalten ohne mich, Birgit meiner Reisepartnerin bis Daressalam ( ich hatte und habe immer Respekt vor ihrer Leistung als Frau ... ), meinen CZ Freunden Radek, David sowie später dann noch Silva der Freundin vom Radek, dem Freistaat Sachsen weil nicht in allen Berufen Reisen wie diese möglich sind, dem Hersteller Yamaha für den Bau eines absoluten Adventure Reisebikes, meinen Eltern dafür dass ich so bin wie ich bin, der Mopo DD für den Bericht, meinem Schutzengel, der Fa. Held und Salewa - top Ware, keine Frage !, Roland Kaiser - dessen Lieder hörte ich oft abends im MP3 Player - es war der Klang der Heimat, sowie stellvertretend für hunderte nette Kontakte wenigstens aus jedem Land einen oder zwei : der freundliche Tankstellenmitarbeiter in Bratislava der mit den Weg zum Hostel zeigte, der LKW Fahrer mit der Landkarte in HU; die netten Polizeibeamten in Rumänien auf der Suche nach dem Hotel, den jungen Leuten aus dem alten fünfer BMW welche uns in Bulgarien ( Vidin ) den Weg zum Hotel zeigten, die Tankstellenbetreiberin in GR wo wie schlafen durften, dem netten Motorradpolizisten in Bolu TR, dem Hotelchef in Alleppo SYR, unserer Gastgeberfamilie bei Amman JOR, der Lehrer in New Valley und der Hotelmanager in Assuan Ägypten, dem Busfahrer in der sudanischen Wüste bei meinem Platten, dem Scout in den Simmien Mountains, ein zäher Hund !! Ähtiopien, der Lodgebetreiber am Fuße des Mt. Kenia  - danke für den tollen Preis nach Biggis Vorarbeit; dem netten Pfarrer aus Leipzig in Tansania, dem Enduroverleih für den Toppreis in Sansibar, der Mitarbeiterin im Fahrzeugteilehandel bei Pemba Mosambik - vier Seiten nur über mich geschrieben - unfassbar, Brad aus Kapstadt für die Hilfe in Simbabwe im Nationalpark - Zufälle gibts ..., und in Südafrika Dank an Yamaha Durban, dem Lemontree Backpacker - ganz verrückte Jungs und Schicksale sowie den Erbauern des Chapmans Peak, wo ich mit dem Rennrad mehrfach darübergebügelt bin und nun bald auch Lance Armstrong dies tun wird.

 

Das wars !! Auf ein neues Abenteuer irgendwann, erstmal haben mich andere Aufgaben und Verpflichtungen fest im Griff ...

 

Es war schön, jederzeit wieder.

 

Thomas Kiraly

 

 

 

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