Dresden - Kapstadt per Motorrad

Do

10

Dez

2009

Tansania : trotz Pfarrers Segen bestohlen, Natur pur, Baden im Ozean

Hallo aus Daressalam,

 

kurz was zu den Rahmenbedingungen hier : Webcafe in der staatl. Post, rechts von mir 10 Leute, links 17 ...,drueckend heiss, jeden Tag heftiger Platzregen – wie aus dem nichts. Man schwitzt durch die extrem hohe Luftfeuchte schon vom nichtstun und das auch gleich sobald der Tag beginnt. Ich komme mir vor wie frueher als Kind im Dresdner Zoo wenn es dann immer als Hightlight ins Tropenhaus ging wo die Krokodile etc. waren – so heiss und feucht ist es hier. Habe grad gelesen, dass in Deutschland balf Frost usw sein soll – unvorstellbar fuer mich hier.

 

Nun ja, also in der Jungle Junction bei Chris Handschuh ( nen deutscher Motorradmechaniker, welcher seit 20 Jahren in Afrika und seit 7 Jahren in Nairobi diese Oase fuer Reisende betreibt ) wurden also unsere Bikes wieder hergerichtet. Kettenkit neu drauf, Oelwechsel, alles gereinigt ( war aber nach 100 Km parr Tage spaeter wieder alles fuer die Katz ... ), Lufi zum x-ten Male ausgeblasen und mit den anderen Travelern u.a. Aus Suedafrika, Frankreich, Schweiz und eben viele Deutsche ( auch einer aus Thueringen der auch Thomas hiess - juhu ), ueber das erlebte oder eben das kommende ausgetauscht. Jeder hatte so seine eigenen Storys und Meinungen, wie es eben dann so ist ( einer warnte vor den aggressive Tse Tse Fliegen die boese beissen sollen, ein anderer vor vielen wilden Tieren auf den Hauptstrassen ).

Wir blieben dort dann laenger wie geplant, da bei Biggis Bike die ganze Benzinleitung sowie die Doppelvergaser auch noch gereinigt werden mussten und eben auch, weil es echt entspannend war dort. Weiterhin mussten noch diverse Versicherungen fuer die Bikes abgeschlossen werden – u.a. ne sog. Yellowcard fuer Ostafrika.

Ich konnte zudem jeden Tag joggen und kenne nun Nairobi recht gut. Und wenn kein Stromausfall war, konnte man auch im Internet surfen – wie daheim !! Meine Sachen wurden auch alle gewaschen, die Motohose aber irgendwie zu heiss, da nun das Sitzleder derart geschrumpft war, dass ich es dann raussreissen musste.

Beim entmisten der beiden beiden Koffer ( was ja quasi seit Monaten meine Schraenke sind ) entdeckte ich dann auch voller Freude, dass sich das Reifendichtmittelspray mit einer wohl mittleren Explosion im innern des rechten Koffers ( der Kleiderschrank wenn man so will ) grosszuegig und mit hoechster Sorgfalt verteilt hat und die paar Textilien die ich noch habe plus die Inlets fuer die Motosachen schoen eingesaut hat. Also war wieder stundenlanges Reinigen angesagt. Nen Tag spaeter hatte ich dann ca. 5000 Miniameisen im Zelt, da ich irgendwelches Obst im Zelt hatte, dies durch die brachiale Sonne weich und matschig geworden ist und das Zelt nicht geschlossen war – wieder alles super gelaufen.

Und einen Tag bevor wir eigentlich losfahren wollten, lage meine klammen Sachen alle vor dem Zelt zum trockenen, war kurz Joggen, Koffer beide auf und wie aus dem Nichts kam wieder ein gewaltiger, tropischer Regenguss ... Soviel zu den Problemen die mich diese Tage so beschaeftigt hatten.

Aber ich konnte auch wieder mal am Tel. der Stimme meiner Freundin lauschen und das war wieder sehr angenehm fuer die Moral und das Herz.

Dann ging es also irgendwann weiter Richtung Sueden – Tansania. Kurz vor der Grenze halfen wir noch nem kenianischen 125 er Motorradfahrer, welcher schlauer sein wollte als ne Herde Schafe und sich gar heftig vor unseren Augen ueberschlug und dann kurz liegenblieb. Also endlich mal das erste Hilfe Zeugs augepackt und dem stark blutenden jungen Mann die Wunden mit Jod desinfiziert und alles abgepflastert.

Dann waren wir endlich an der Grenze, die Strasse bis dahin gin fast nur ueber Baustellen, also immer neben einer irgendwann mal fertigen Asphaltstrasse entlang.

Die Grenze klappte super – mittlerweile Routine und weiter ging es in Tansania, auf ruppigen Pisten ( dies soll der Transeastafricanhighway sein ?? ) Richtung dem grossen Mount Meru, welcher in der Naehe des Kilimandscharo steht. Den Kili sahen wir leider nur immer in den Wolken, ist eben Regenzeit, und ich hatte ihn mir dann auch schon laenger aus dem Kopf geschlagen. Weil es zum einen mittlerweile 1000 Dollar kostet darauf zu laufen, jetzt in der Regenzeit fast immer dichte Wolken und schlechtes Wetter am Kili herrschen und ich die Hoehe ab 4000 m auch nicht so doll vertrage und bevor ich nen Batzen Geld in den Sand setze ... Ich bin ja eh nicht so der grosse Bergsteigertyp, lieber Rennrad oder MTB fahren.

So also am Fusse des Mt. Meru wurde es schon dunkel und alles wirkte bedrohlich. Die Grenzbeamten meinten 150 Km zuvor, dass bis Arusha ueberall mit wilden Grosstieren zu rechnen waere, welche nachts immer jagen ... Also fragten wir dann in der Daemmerung nen Jungen welcher uns zu einer Mision schickte. Dort traf ich dann beim ausspaehen der Lage auf den netten Pfarrer Herrn Dietzold aus Leipzig !! welcher voellig begeistert von uns beiden war und uns sofort nen Platz in einem Misionshaus anbot – sehr schoen. Abends gab es dann selbstgekochtes, da ich nun auch nen Gaskocher habe und frueh beim Pfarrer mit seiner Frau dann noch nen gewaltiges Fruehstueck mit nem langen Gespraech ueber Gott und die Welt. Als wir dann losfuhren segnete er uns dann noch die weitere Reise, also sollte nun eigentlich nichts mehr passieren ...

Kurz nach der Abfahrt trafen wir dann noch zwei Schweizer die auf den Motorraedern ( Cagiva Elefant - so eine hatte ich mal ) von Cape Town nach Europa fuhren. Wieder Infos ausgetauscht und weiter ging es nach Arusha und von da aus wieder nach Sueden.

Die Piste wurde nicht besser, die Wasserdurchfahrten bzw. Megapfuetzen oder fast schon kleine Seen wurden immer mehr. Aber mit etwas Gottvertrauen und dem wissen, dass die LKW s hier auch alle durchfahren, ging es immer irgendwie.

In Babati wurde dann ne billige Lodge gesucht und gefunden – fuer 2,5 Eu p.P. Lohnt sich das Wildcampen dann nicht wirklich und ich konnte wieder joggen gehen und Obst in Unmengen essen.

Am naechsten Tag ging es erneut ueber eine heftige Rumpelpiste ( Steine, Ausspuelungen vom Regen, nasser Lehm ) nach Dodoma, der Hauptstadt von Tansania. Dodoma ist nur auf dem papier die Hauptstadt, alles wichtige ist in Daressalam. Wir ergatterten wieder nen Guesthouse welches schon etwas besser wirkte und am morgen packte ich mein ganzes Zeugs ( Motojacke, Helm, Camelback, Minirucksack ) bei der Rezeption ab wo auch nen Rezeptionist sass – 3 m entfernt. Biggi packte derweil ihr Zeug auf Motorrad und als ich mich kurz mal entfernt und die Sachen nicht im Blick hatte, muss sich eine s******, s******* N********* meinen Rucksack geschnappt haben und damit verschwunden sein. Drin war das Navi !!!!, mein Tagebuch von Anja, die Tansaniakarte, die Endurosommerhandschuh, Waschzeug und Kleinkram ... Ich war bedient ! Nun denn, im Guesthouse passierte erst mal nichts, die schwarzen wirkten lethargisch wie immer und waren selbst durch Biggis laute, deutliche Worte nicht gross aus der Ruhe zu bringen. Immerhin sollten wir dann zum Chef, man suchte das Gelaende komplett ab und meinte, wir sollten zur Polizei fahren, was wir dann auch taten. Die Wache selbst war wieder ein tolles Erlebniss ... Ca. 50 Menschen, die alle irgendwas wollten, umringen am Haupttresen drei genervte Officers, welche offenbar in dem allg. Chaos nicht mehr durchsahen. Wir wurden dann gleich ne Etage hoeher geschikt und hatten eine Audienz bei der Chefin. Diese stellte uns zwei zivile Detektives ab welche sich unseren Fall annahmen. Dies machten sie auch recht gruendlich, der Rezeptionsmann wurde gleich auf die Wache zitiert, man schaute sich alles im Guesthouse an und ich wurde lang und breit vernommen – beim Preis des Navis ( Ebaywert 250 Eus ) ging ein Raunen durch die Runde ... Naja Biggishandynummer wurde noch hinterlassen und wenn sie wirklich irgendeinen Typen hochnehmen mit dem Navi, werden wir sofort informiert.

Fuer micht interessant war noch zu erleben, wie hier die Leute vernommen werden und besonders wie man der Wahrheitsfindung ein klein wenig auf die Spruenge hilft ... Neben uns vernahm ein ca. 45 Jahre alter Uniformierter einen Jugendlichen, welcher ueberall voller Blut war. Es zog sich so dahin, als es ploetzlich mehrfach krachte und laut klatschte. Der Polizist schlug Tatsache mit allem was er gerade so hatte auf den Jugendlichen ein. Meine beiden Detektives hob das dar nicht an, ich frug dann den alten Uniformierten was den der Grund fuer diesen Exzess sei. Er meinte, der Jugendliche sagte nicht die Wahrheit ... Wenig spaeter, nach einigen Schlaegen mehr, gingen dann beide aus dem Raum und nach 5 min. kamen beide wieder. Der Jugendliche wirkte nun recht eingeschuechtert und die Vernehmung lief nun viel besser als vorher ... Offenbar durfte er nun kurz mit seinem Anwalt telefonieren :-)))))))))))))))))))))) Nein, also ich gab dann doch noch zu verstehen, dass dies in Germany nicht mehr aktueller Stand der Vernehmung ist und man war echt voellig verwundert. Zitat : Aber was ist, wenn du weisst er luegt dich an ?

Naja andere Laender ander Sitten.

Ziemlich angesaeuert mit soviel Platz im Koffer wie noch nie, ging es dann weiter fuer uns nach Morogoro in Richtung Kueste des indischen Ozeans. Es wurde schon dunkel uns eigentlich ist die Grundregel : Dont ride in the Night !! Aber wir waren nur 80 Km enfernt und es bot sich keine wirklich gute Gelegenheit zum Campen, die paar Leute die an der Strecke lebten, schuetzten sich mit grossen Feuern vor den Tieren und mit angepasstem Tempo ging es eben auch im dunkeln.

Morogoro ist ne ueble Stadt, entsprechend schlecht war auch die Unterkunft. Nen Minzimmer mit Minidoppelbett, kein Moskitonetz, dafuer aber Moskitos ..., brutal heiss, keine Fenster, Wasser ging nur in der Hockklospuelung und fuer hier recht teuer. Da ich bis Mitternach immer noch nicht schlafen konnte, ging ich auf den Hof und baute dort mein Zelt irgendwie zwischen Muell und Steinen auf – alles war besser als dieses Zimmer. Naja eine gewisse Leidensfaehigkeit gehoert wohl dazu.

Am naechsten Tag ging es anfangs ueber gute Landstrasse hoch nach Norden Richtung Tanga. Dann irgendwann rechts weg, unsere neue Tansaniakarte ist echt Mist aber es gibt eben nix besseres hier. Ne Daumenbreite sind ca. 50 Km und genau so weit war die fette gelbe Piste von der Hauptstrsse bis zum Meer. Es waren dann am Ende fast 90 Km engste Buschpiste, an Eingeborenendoerfern vorbei und mit nem Gelandewagen nicht fahrrbar da oft nur eine Spur oder diverse fette Baeume so umgestuertzt waren, dass wir uns gerade so hindurchschlaengeln konnten. Auf diesem Weg brach in mir wieder der Endurofahrer heraus und ich musste immer wieder mit Drifts und Dampf durch den Busch jagen, in den Wartepausen auf Biggi machte ich dann paar Pics von den Buschmaennern und Frauen. Biggis baute diese Kontakte oft noch tiefer mit dem Versuch einer Komunikation aus. Da es dort nicht mal Handys und Pepsicola gab, schlussfolgerten wir, dass hier wirklich noch keine weisse Haut gewesen sein konnte. Nach endlosen Km Buschpiste sahen wir dann das Meer und alles war gut. Im kleinen Ort Pangani trafen wir dann auf Georg, nen netten Bayern, welcher direkt am Meer nen tolles Haus hatte und sich bei Biggis Anblick ( staubig und dreckig im Gesicht sowie am ganzen Koerper ) erbarmte und uns fuer nen Minipreis zu sich einlud und zwei bzw. drei Tage mit Abendbrot und Fruehstueck perfekt versorgte. Wir konnten relaxen, ich war viel am Strand, viel baden und holte mir bei der Gelegenheit auch leider gleich nen heftigen Sonnenbrand. Abends gab es dann noch nen tolles Lagerfeuer direkt am Meer und zu viert ( Georg, Biggi, ische und seine Haushaelterin ) wurden dann noch Lieder mit ner Gitarre die Biggi sehr gut spielen kann gesungen. Und dann alles unter nem gewaltigen Sternenhimmel, mitten im Nichts, ringsrum keine Menschenseele, mitten am Strand des gewaltigen indischen Ozeans bei abendlichen 30 Grad. Und daheim ist Frost und Weihnachten ... Und das tollste war, den netten Pfarrer aus Leipzig kennt er auch gut, dieser ist auch oft zu Gast bei ihm im Haus – Tansania ist wohl doch nur ein Dorf ...

Gestern ging es nun wieder 50 % Piste und 50 % Strasse ueber 290 Km nach Daressalam. Unterwegs brach dann noch bei Biggis BMW die Tragschraube fuer den hinteren Daempfer, aber in ner kleinen Mopedwerkstatt konnte alles wieder repariert werden - mit deutscher Kontrolle, da die Deppen natuerlich wieder trotz zeigen und sehen des Schadens an einer ganz anderen Stelle anfingen zu schrauben ... Ohne Worte. Dann wurde ich - Biggi mal vor mir nicht - von der Traffic Police angehalten, nen cooler Typ und als ich meine Bilder ins Spiel brachte und dann noch vier saechs. Polizeiwappen verschenkte war die Freude echt gross.

 

Heute in Dares wurde wieder viel Geld ausgeben – es gibt hier leider wieder recht viel zu kaufen, die tage werden wir wohl ein paar Km die Kueste runter fahren, da soll noch nen ganz toller Strand sein. Dann gehts wieder zurueck ueber Morogoro – Iringa nach Malawi wo wir wohl Weihnachten am Lake Malawi sein werden. Sansibar wurde aus Kostengruenden gestrichen, dort wuerden wohl die Touris gar heftig abgezogen, haben uns sogar die Schweizer gesagt und wenn die das sagen ... Allein die Faehre kostet pro Person schon 80 US Dollar, Tansanisches Geld nehmen die gar nicht mehr ....

 

So der Trip geht nun schon ueber 15000 Km, der Hinterreifen baut ganz schoen ab, ich habe irgendwie doch leicht zugenommen ( so lange ohne richtigen Sport ), das schreit nach viel Radtraining ab Februar ..., sonst laeuft alles, Navis gibts hier auch zu kaufen aber fuer den vierfachen Preis, naja wir werden wohl hoff. bald wieder die Tschechen treffen oder uns so durchschlagen.

 

Viele Gruesse aus den Tropen ins vorweihnachtliche Deutschland

 

 

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20 Kommentare

  • #1

    René (Donnerstag, 10 Dezember 2009 23:41)

    Auch wenn ich dem Steffen den ersten Platz wegnehme. Schön wieder von Dir zu hören. Bin schon gespannt auf Eure neuen Erlebnisse. Bis Morgen

  • #2

    steffen (Freitag, 11 Dezember 2009 03:57)

    ach mensch...ich werd morgen wieder erster...

  • #3

    Triemser (Freitag, 11 Dezember 2009 07:17)

    Guten Morgen Weltenbummler...oder Guten Abend...dann bis später und Kopf hoch: Alles ist gut!!!

  • #4

    Triemser (Freitag, 11 Dezember 2009 19:42)

    Hey Thomas, scheint ja so, als ob Du in Zukunft nur noch mit ´nem Messer zwischen den Zähnen Dich zeigen solltest:-)
    Aber Kopf hoch...Ihr seid gesund und Du wirst ganz sicher Deinen Enkeln von diesem Trip erzählen!!!
    Also, Daumen hoch und Respekt!!!

  • #5

    Zimmi (Samstag, 12 Dezember 2009 11:43)

    Eh mann -- genieße die Fahrt auch ohne Navi - du weißt doch aus dem Kopf wie Afrika aussieht, sonst fährst du halt immer in eine Rtg. und kommst am Meer raus -- heute hat es geschneit bei uns im Dresdener Flachland und der Stollen schmeckt bei deiner Lektüre gleich nochmal so gut --- ich kann mir aber nicht vorstellen das du bei dem Trip zugenommen hast - haltet die Ohren steif und bleibt gesund !!

  • #6

    Arndt W (Samstag, 12 Dezember 2009 22:02)

    Servus Thomas,
    echt mega was ihr dort unten so erlebt. Da erscheinen unsere alltäglichen Dinge so langweilig.
    Macht weiter so! Genießt die Fahrt!
    Auf die nächste Radsport-Saison!
    Grüße
    Arndt

  • #7

    Andybandi (Sonntag, 13 Dezember 2009 12:37)

    Hi Thomas! Schön wieder was von Dir zuhören, scheiß auf das Navi, geniesse die Zeit ohne... ist doch viel abendteuerlicher, aber ich glaube ihr erlebt genug da unten, übrigens unsere Schlägertruben beim Fussi sind aucht nicht ohne, meist zu 4 auf einen lieben freundlichen Fußballfan....:-)
    Habe gerade gefrühstückt mit meinen Goldschatz, am Freitag habe ich ihr einen Hochzeitsantrag gemacht mit 4 verschiedenen Blumensträußen und jeden Strauß steckte eine Karte drinne Willst... Du... Mich... Heiraten... sie sagte natürlich ja, termin steht noch nicht fest, Du bist aber natürlich mein Trauzeuge!!!!!!Wehe nicht!!!
    Sonst gibts nichts neues im Golden Westen, arbeiten, arbeiten sogar Heiligabend und Silvester... Mein Goldschotz und ich wünsche Dir noch viel viel Abendteuer und halt die Ohren steif!!!! Dein Andy und Anja(Hessen)

  • #8

    Luhni (Mittwoch, 16 Dezember 2009 21:44)

    Grüße aus den kalten Deutschland! Ihr schlagt euch wacker - weiter so!

    Die Zeit vergeht...echt wahnsinn

    Na dann euch ein schönes Weihnachtsfest!

    Alles Gute

  • #9

    Thomas (Donnerstag, 17 Dezember 2009 11:06)

    Hallo Thomas alter Sachse,
    hab mit viel Intersse deinen Bericht gelesen.Es beruhigt mich aber schon,dass sich sich sogar ein Cop beklauen laesst.
    Bin auch wieder am Strand,wo es doch angenehmer ist als in Nairobi.
    Gute Reise und viele Gruesse Thomas

  • #10

    Uwe F. (Freitag, 18 Dezember 2009 13:10)

    Hallo Ihr beiden, wir sind stolz, dass Ihr schon soweit gekommen seid. Ich sagte ja ab Kenia wird´s leichter. Nun sind wir mal gespannt wie Eure Reise weiter geht. Ich hoffe, dass Ihr nicht über Simbabwe fahren wollt, was auch nicht anzuraten ist, denn da gibt es Unrruhen, fahrt über Zambia--is besser. Im Touti-Zentrum bei den Vicfalls kist Zimbabwe kein Problem. Verbringt die Feiertage schön und problemlos.
    Als dann weiter unfallfrei.

    Koll. Uwe aus dem Vogtland)

  • #11

    hj (Mittwoch, 23 Dezember 2009 02:08)

    Hallo Thomas,

    bis jetzt hab ich zwar alle Deine Berichte gelesen, aber nie selbst geschrieben, was ich jetzt nachholen möchte. Allzuviele Möglichkeiten ein Abenteuer zu erleben gibt es ja nicht mehr, aber mit Sicherheit erlebt ihr gerade eins. Ich drücke Euch die Daumen und wünsche Euch ein schönes Weihnachtsfest

  • #12

    Hörbi (Mittwoch, 23 Dezember 2009 09:26)

    He großer Krieger,
    ich wollt Euch an dieser Stelle fröhliche Weihnachten wünschen. Bei mir liegen ca. 20cm Schnee, vor drei Tagen hatten wir noch -21 Grad und der Bauch platzt fast vom Stollen essen. Es sollte also fast wie bei Euch sein :-)
    Ich wünsche Euch ein paar schöne Feiertage und weiter viele spannende Erlebnisse.

    Cu Hörbi

  • #13

    Gerd und Jeanette (Mittwoch, 23 Dezember 2009 10:33)

    Hallo Thomas,
    wir wünschen Dir ein paar schöne Feiertage.Wir denken alle an Heiligabend an Euch und Leonik mit seinem ersten Zahn isst auch ein Stück Stollen für dich mit.Also weiterhin gute Fahrt und viele neue Eindrücke senden Dir die vier aus zacke.

  • #14

    Thomas (Mittwoch, 23 Dezember 2009 16:45)

    Hallo Biggi und Thomas, auf diesen Weg wünsche ich wünsche Euch unter der Sonne Afrikas ein schönes Weihnachtsfest und für die restliche Wegstrecke alles Gute. Ebenso Euren Familien, welche diese Weihnacht ohne Euch feiern werden, diese aber in Gedanken ganz fest an Euch glauben. Bleibt gesund und munter wie bisher, freue mich auch schon auf einen neuen Erlebnisbericht von Dir.

  • #15

    Triemser (Mittwoch, 23 Dezember 2009 18:22)

    ...also...haltet unter der Sonne Afrika´s die deutsche Weihnachtstradition aufrecht;-)

    Da bleibt mir nur zu sagen...Frohe Weihnacht und dass Ihr immer genug psi auf den Stollen und Fett auf der Kette habt!

    HoHoHo...

  • #16

    Martina und Detlef (Mittwoch, 23 Dezember 2009 20:49)

    Wir wünschen Dir zum Weihnachtsfeste,
    natürlich nur das "Allerbeste"
    Und alles was Dein Herz erfreut
    wünschen wir Dir lieben Thomas heut.
    Werden Heiligabend im Gedanken alle bei Dir sein.

  • #17

    Ani (Donnerstag, 24 Dezember 2009 06:46)

    Mausi...
    heute ist nun "heilig Abend" und ich werde diesen Tag leider ohne dich verbringen müssen. Ich wünsche dir, dass du mit den beiden Jungs trotzdem einen besinnlichen & erlebnisreichen Tag hast und die Feiertage auch ein wenig als solche nutzt.
    Ich bin natürlich wie jeden Tag in Gedanken ganz nah bei dir.

    Ich vermisse dich. HDMAL
    Deine Ani

    P.s. dein Brief ist zeitgerecht angekommen- vielen lieben Dank, dass ist das schönste Weihnachtsgeschenk, dass du mir machen konntest.
    Küss dich...

  • #18

    steffen (Donnerstag, 24 Dezember 2009 09:12)

    ich wünsch Dir/Euch ne "weiße Weihnacht" am Strand in Mozambique...müsste ja zu machen sein...???
    genieß die Ruhe...
    mfg steffen

  • #19

    Leonie-Sophie (Donnerstag, 24 Dezember 2009 09:49)

    Lieber Onkel Thomas
    Wir wünschen Dir ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes neues jahr. Ich habe dich Ganz dolle lieb.
    Von Deiner lieben Leonie und Deinem lieben Leonik

  • #20

    M. Arnswald (Donnerstag, 24 Dezember 2009 09:56)

    Hallo Ihr Zwei!!!

    Natürlich denken wir auch zu Weihnachten an Euch und wünschen Euch ein paar schöne Tage... macht das Beste daraus, denn so ganz ohne Familie ist sicher nicht ganz einfach... Aber wie gesagt, hier denken ganz viele an Euch!!! Lasst mal wieder was hören.

    Gruß Linus, Nicole und Micha

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Mi

10

Mär

2010

Wieder daheim : Frost, Kälte, Dunkelheit ...

So, nachdem ich meine tschechischen Freunde Ende Januar mit nem rechtsgelenkten Japaner ( oh Gott ! ) zum Flughafen gefahren hatte und herzlich verabschiedete, kümmerte ich mich dann um den ganzen Zoll- und Verladekram für die bereits in drei großen Holzkisten verpackten Motorräder. Insgesamt hatte ich neun Tage Zeit, bis mein Flieger gen Germny fliegen sollte. Sportler wie ich bin, wurde die Zeit natürlich sinnvoll ( nach meinen bescheidenen Maßstäben ) genutzt und mit nem recht schweren Leihrennrad ging es fast jeden Tag, neben dem Weg zur Spedition und dem Zollamt, in alle Himmelsrichtungen ( okay, außer Westen, denn da war der Atlantik ). Nach über 1000 Km und mit den besten Trainingsstreifen sowie dem schlimmsten Sonnenbrand den ich je hatte, gab ich es dann schweren Herzens am 4.02.10 wieder bei Cycleteknic Tableview ab und nen Tag später wurde ich durch Raum und Zeit gebeamt ... Nach unglaublich kurzen ( in Anbetracht des ungleich längeren Hinweges ) 11 Stunden Flug bis München, 1,5 h Flug bis Berlin und dann nochmal 2 h Zug bis Dresden wurde ich gegen Mitternacht bei Frost am Dresdner Hauptbahnhof freudig von Freundin, Famile und einigen Freunden empfangen - Dank auf diesem Weg an alle die da waren und danke Anja für die langen Hosen sowie der dicken Jacke ...

Nach einer Woche Urlaub mit meiner Freundin ging es dann am 13.02.10 gleich wieder auf Arbeit recht doll zur Sache - links, mitte und rechts demonstriert, blockiert und ( manchmal auch randaliert ) in Dresden und wir mitten drin.

Vor lauter Erzählen von meiner Reise komme ich auf Arbeit ständig in Zeitnot und nun wurde angeregt, einen größeren Vortrag für alle Kollegen welche es interessiert durchzuführen.

Weil mich immer alle Fragen, wieviel denn alles gekostet hat, hier eine kleine Auflistung : 

die Kosten im Vorfeld ( Ausrüstung, Impfungen, Visa etc. ) waren ca. 1000 Euro plus Zeit und Nerve,

die Kreditkarten- sowie EC-Cardabrechnung ergab : 5400 Euro allein unterwegs, plus 370 Euro Rückflug plus Bahn, 600 Euro Motorradtransport mit Schiff bis Prag

macht also 6400 Euro, plus 1000 Euro welche in die Yamse gesteckt werden müssen, sowie 1500 Euro Wertverlust, 350 Euro für diverse Krankenversichungen.

das ganze dann durch 120 Tage macht : 53 Euro am Tag, jeder einfache Türkeiurlaub dürfte also ( pro Tag ) wesentlich teurer sein.

Davon entfallen im Einzelnen :

gefahren Strecke : 25312 Km, Verbrauch 4,38 Liter/100 Km = 1108 Liter, Preis im Schnitt 80 cent = rund 900 Euro für Sprit

für diverse Visa an der Grenze ca. 300 Euro, allein die Einreise mit allem Papieren nach Ägypten 180 Euro, Internet und Telefonie zus. ca. 250 Euro, diverse Nationalparks ca. 500 Euro, neuer Fotoapparat in Luxor 120 Euro, Mietmotorräder in Sansibar 3 Tage für zus. 50 Euro, Fähre nach Sansibar 40 Euro, 1000 Euro wurden allein in Südafrika ausgegeben - ist halt fast wie Europa dort, die Zahl der Hotelübernachtungen war in Europa recht hoch und ging dann ab Sudan gegen null, dafür immer mehr kostenloses Outdoorcampen.

Die längste Tagesetappe : Tag eins 400 Km mit dem Auto nach Berlin um das Sudanvisa persönlich abzuholen, dann mit dem Motorrad exakt 500 Km Autobahn durch CZ nach SK Bratislava - sowie irgendwo in Äthiopien genau 8 h ( reine Fahrzeit ) ist das Motorrad gerollt über 400 Km, fast alles elende Piste.

Die schwerste Etappe : Fahrt über die Grenze von Tansania nach Mosambik, viel Tiefsand, Sonne im Zenit, nix gescheites zu Essen ...

Die höchste Temperatur : 49 Grad im Schatten, Wüstenstrasse / Piste im Ostsudan

Die tiefste Temperatur : 0 Grad auf 3600 m Höhe in Ähtiopien Simmien Mountains ( und mir ging es echt elend )

Das beste Essen : Forraskut Südostungarn, ich habe das letzte Drittel nicht geschafft - unglaublich, dort muss ich wieder mal hin !!

Das schlechteste : "Huhn" am Äquator in Kenia - was war das denn wirklich ?

Die nettesten Leute : Araber ( in Syrien, Jordanien, Sudan ), sowie in Ungarn, Türkei, und die weissen in Südafrika ( ja Peter ich weiss ... )

Die unangenehmsten : ( jetzt bekomme ich wieder Ärger von dem Peter ) teilweise Ägypten ( Touristengegenden ), Tansania ( speziell Daressalam ), Äthiopien ( nicht auf dem Lande ) - naja man wird eben oft abgezogen, reingelegt und betrogen sowie permanent angebettel. Aber genauso oft gibt es auch postive Erlebnisse. Ich habe mich oft gefragt, was denn wohl vor 100 Jahren war, als noch keine Hilfslieferungen nach Afrika kamen ( wie haben die Völker dann dort überlebt ?) und zu welchem Zweck werden die eigentlich gemacht - denn die Leute gewöhnen sich daran und oft gibt es heftige Auseinandersetzungen um die Hilfslieferungen ? Wem hilft es, wenn wir tonnenweise getragen Sachen nach Afrika "spenden" ( um mal das wegwerfen in den Kleidersammler so zu nennen ), dann daran einige wenige gewaltig verdienen und zuletzt die heimische Bekleidungsindustrie keine Chance hat, sich zu entwickeln. Die fettesten Autos und Leute waren übrigens oftmals die Fahrzeuge und Mitarbeiter - oder soll ich Absahner schreiben -  diverser Hilfsorganisationen, dies mal nur am Rande.

Nun Gut, das auch mir eigene Gefühl für Demut und Dankbarkeit - und dies habe ich ohne Zweifel auch überdurchschnittlich und bin mit wenigen Dingen glücklich und nicht materiell eingestellt ( Autos, Luxus, Komfort sind mir echt voll egal, z.B. heute früh wieder bei minus 12 Grad 12 Km mit dem Rad auf Arbeit gefahren ... das gabs in Afrika so nicht ) - ja Gefühl für Demut und Dankbarkeit geht dann leider nach einigen Wochen des Daueranbettelns bei 40 Grad im Schatten leicht verloren, trotzdem habe ich nie vergessen, dass nur ganz wenige Menschen weltweit die Möglichkeit haben, Reisen wie diese zu realisieren. Und leider hatte ich nur 2 x 40 Liter Alukoffer ( die Kritiker sollen erstmal damit auf nem Motorrad unter diesen Bedingungen durch die Welt fahren ) mit und keinen 40 Tonner mit Hilfsgütern. Bis Tansania hatte ich mir im Tagebuch - nett und hilfbereit wie ich ja eigentlich immer bin - diverse Adressen von Leuten notiert, denen ich dann von D aus diverse Sachen schicken wollte, da wir bei Ihnen schlafen konnten oder diese uns sonstwie positiv aufgefallen waren. Leider wurde mir dies dann auch alles gestohlen - nochmal herzlichen Dank dafür an den xxx Täter. Auch kaufte ich oft in Städten mehr essen als nötig um es dann auf dem Lande den Kindern zu verschenken, aber der Effekt ist sicher gleich null - von daher sinnlos. Es beruhigt wohl nur das schlechte Gewissen.

Nun ja man könnte ewig darüber philosophieren, es wäre auch echt nett, wenn meine "Kritiker" - welche nur über die Kommentarleiste schreiben, mir mal persönlich schreiben würden.

 

Letzten Freitag habe ich die Yamaha aus Prag geholt. Es gab ein Wiedersehen mit meinen CZ Freunden und da das Wetter so extrem winterlich war ( minus 8 Grad und Schneesturm ) musste die letzte Fahrt der Yamse ins deutsche Heimatland mit dem Hänger vom Polo-Shop erfolgen.

 

Ich denke dies war der letzte Eintrag auf meiner Seite, ich danke allen Lesern, meiner Freundin Anja fürs durchhalten ohne mich, Birgit meiner Reisepartnerin bis Daressalam ( ich hatte und habe immer Respekt vor ihrer Leistung als Frau ... ), meinen CZ Freunden Radek, David sowie später dann noch Silva der Freundin vom Radek, dem Freistaat Sachsen weil nicht in allen Berufen Reisen wie diese möglich sind, dem Hersteller Yamaha für den Bau eines absoluten Adventure Reisebikes, meinen Eltern dafür dass ich so bin wie ich bin, der Mopo DD für den Bericht, meinem Schutzengel, der Fa. Held und Salewa - top Ware, keine Frage !, Roland Kaiser - dessen Lieder hörte ich oft abends im MP3 Player - es war der Klang der Heimat, sowie stellvertretend für hunderte nette Kontakte wenigstens aus jedem Land einen oder zwei : der freundliche Tankstellenmitarbeiter in Bratislava der mit den Weg zum Hostel zeigte, der LKW Fahrer mit der Landkarte in HU; die netten Polizeibeamten in Rumänien auf der Suche nach dem Hotel, den jungen Leuten aus dem alten fünfer BMW welche uns in Bulgarien ( Vidin ) den Weg zum Hotel zeigten, die Tankstellenbetreiberin in GR wo wie schlafen durften, dem netten Motorradpolizisten in Bolu TR, dem Hotelchef in Alleppo SYR, unserer Gastgeberfamilie bei Amman JOR, der Lehrer in New Valley und der Hotelmanager in Assuan Ägypten, dem Busfahrer in der sudanischen Wüste bei meinem Platten, dem Scout in den Simmien Mountains, ein zäher Hund !! Ähtiopien, der Lodgebetreiber am Fuße des Mt. Kenia  - danke für den tollen Preis nach Biggis Vorarbeit; dem netten Pfarrer aus Leipzig in Tansania, dem Enduroverleih für den Toppreis in Sansibar, der Mitarbeiterin im Fahrzeugteilehandel bei Pemba Mosambik - vier Seiten nur über mich geschrieben - unfassbar, Brad aus Kapstadt für die Hilfe in Simbabwe im Nationalpark - Zufälle gibts ..., und in Südafrika Dank an Yamaha Durban, dem Lemontree Backpacker - ganz verrückte Jungs und Schicksale sowie den Erbauern des Chapmans Peak, wo ich mit dem Rennrad mehrfach darübergebügelt bin und nun bald auch Lance Armstrong dies tun wird.

 

Das wars !! Auf ein neues Abenteuer irgendwann, erstmal haben mich andere Aufgaben und Verpflichtungen fest im Griff ...

 

Es war schön, jederzeit wieder.

 

Thomas Kiraly

 

 

 

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