Dresden - Kapstadt per Motorrad

Di

05

Jan

2010

Simbabwe - man kann durchaus mit den Crocs baden ...

 

Ich haette es ahnen muessen, aber wieder war der Leichtsinn groesser als das Gefuehl fuer eine kritische Situation : In Simbabwe ca. 400 Km vor der Grenze zu Suedafrika landeten wir vier ( Silva, Radek, David und ich ) an einem fantastischem Stausee - Lake Mutirikwi bei wieder bruetender  Hitze. Recht flott fanden wir auch nen gescheiten Campingplatz dort und ich mit David gingen erst mal ne grosse Runde schwimmen. Anfangs hatte ich noch etwas Respekt vor dem Wasser, denn in Afrika birgt ja quasie jedes stehende Gewaesser so seine ganz eigenen Gefahren und es war trotz klarstem Wasser auch kein Mensch im Wasser, aber die grosse Hitze den ganzen Tag nach ueber 400 Km auf dem Bike ueber Landstrassen und einigen Ruettelpistenabschnitten trieb mich dann doch ins Wasser. Bilharziose ( ne ganz gemeine Krankheit – sehr verbreitet in fast allen stehenden Gewaessern in Afrika )schloss ich aus, dass es nen gewaltig grosser Stausee war  und kein Schilff fuer die Schnecken vorhanden war. Als wir ganz weit draussen waren, kamen Radek und der Platzbetreiber ganz aufgeregt ans Ufer gerannt und schrieen uns zu, dass wir sofort aus dem Wasser raus kommen sollten. Also dann mit hohem Puls Anschlag aus dem Wasser gekrault und am Ufer dann die Frage warum der Stress. Nun, meinte der Platzchef, es gaebe hier jede Menge Krokodile da es auch sehr viele Fische gaebe – und die Crocs hier waeren gewaltig gross, gelegentlich reissen die Crocs hier die Kuehe vom Ufer weg ins Wasser ... Na hola !! Mein Puls ging vor Aufregung gleich gar nicht wieder runter. Es zeigte erneut, dass man auf diesem Kontinent wirklich staendig und immer irgendwie auf der Hut sein muss.

 

Aber der Reihe nach, nachdem wir nun in Pemba - Mosambik - Weihnachten voellig unscheinbar erlebten, naemlich ueberhaupt nicht, kuemmerte ich mich zunaechst um meine voellig tote Hinterradbremse. Es war echt nicht leicht ueberhaupt nen Ansatz zu finden, an sich bin ich ja sehr kreativ was dies anbelangt, aber erstens fehlt es hier in dem armen Mosambik an allem und zweitens sind die Leute hier wieder mal nicht sehr gescheit. Beispiel : Ich wurde zu nem im Ort Pemba als der Mechanikerguru schlechthin verschriehenen Mosambikaner gebracht – wieder gegen Cash -  dieser stellte fest, ja die Bremse ist tot. Aha ! Nun wollte er die Belaege ausbauen, ich fragte ihn wozu, wenn er den eh keine anderen hat, aber er bestand darauf, weil er koenne evtl. Welche nachbauen oder auftreiben. Er lies sich von einem seiner Helfer in seiner Lehmboden -  Holzstangenwandwerkstatt mit auf dem Boden verstreut liegenden Werkzeug sowie diversen Schrottteilen, nen 8er Inbus geben und steckte diesen in ein Loch, welches bei der Brembobremse nur zur Zierde und voellig ohne Funktion ist ... Dann fing er langsam an zu drehen und zu drehen ohne wirklich zu begreifen was er denn da tut.  Das reichte mir, ich gab ihm zu verstehen wie intelligent er ist und stieg auf das Bike. Frecherweise wollte er fuer seine absolute hirnlose Taetigkeit auc h noch Geld haben , was ich aber grosszuegig ignorierte und unter dem Geschrei seiner Helfershelfer davonbrauste, wieder ohne hintere Bremse. Aus der Not heraus baute ich mir nun am Abend neue Belaege aus Kaltmetall welches ich in Massen dabei habe, dies ist ne Epoxidharzmischung und ueber nacht konnte es gut austrocknen. Frueh schliff ich es noch glatt und baute alles wieder ein. Es hielt zu meiner Ueberraschung sogar 2-3 Tage, wobei ich wieder nur sehr sparsam bremste und hinten nur im Notfall. Am selben Tag machte ich noch nen Oelwechsel, wenigstens das bekommt man scheinbar auf der ganzen Welt in ausreichender Qualitaet. Wobei das Entsorgen wieder ein kleines Drama war – das einfachste waere gewesen, ich haette es irgendwo hin geschuettet, aber ich als alter Oeko wuerde dies nie tun. Also zu nem Benzin und OelHaendler welcher auch Altoel verkaufte !! Vor dem Oelwechsel  wollte er es mir zu nem guten Preis abkaufen, am Ende wo es dann in einem seiner Kanister war, meinte er ploetzlich, es waere zu alt und nicht mehr verwendbar ... Wie bitte das Oel war max. 8 Wochen alt ( seit Aegypten drin ) und ich haette nun seinen Kanister damit verschmutzt was wieder Geld kosten sollte ... Wieder kochte ich, angesichts des linken Spieles mit nem Weissen und gab dem Kanister nen Klapps worauf die ganze heisse Bruehe aus seinem Holztisch breitlief und verschwand ruckzuck.

Es ging dann von Pemba aus den langen weg schreag runter Richtung Grenze zu Simbabwe. Unterwegs schliefen wir immer Outdoor irgendwo im nichts, wobei die Menschen in Mosambik wieder sehr aufdringlich und staendig in grosser Zahl um uns herum waren. Einmal hatte David wieder nen Platten am Vorderreifen und nach ca. 30 min. Bauerei standen um uns, ich habe es genau gezaehlt und fotografiert 138 Menschen, auf einer ganz einsamen Landtstrasse. Und die grosse Masse von denen lachte staendig wie kleine Kinder bei fast jeder Ausserung oder Handlung von uns.  Angebettelt wurde man hier sowieso ohne Ende. Es galt also wieder die Nerven zu behalten.

Weiter ging es nach Isla de Mosambik, welches frueher mal die Hauptstadt von Mosambik war und jetzt nur noch ne kleine heruntergekommene Insel ist. Es gab dort keinen Strom, kein Wasser, kein Internet – wie fast ueberall im Mosambik und die Insel gehoert zum Weltkulturerbe – stand zumindest dort irgendwo dran und auch im Reisefuehrer.

 Unterwegs wunderte ich mich immer wieder ueber die ausgebrannten Fahrzeuge am Pisten- oder Strassenrand. Irgendwann fragte ich mal jemanden was es denn damit auf sich haette, weil ich dies in ganz Afrika so nie gesehen hatte. Antwort: “Ach die sind alle am Wegesrand auf alte Minen gefahren und dann gibts eben ne Explosion und die Fahrzeuge brennen aus” Da fielen mir dann auch die ganzen Warnungen von Freunden und im Internet ueber die Minengefahr in Mosambik wieder ein. Und wir schliefen immer Outdoor und trampelten ueberall durch den Busch zu Fuss und mit den Bikes ... Nee, nee, nee ...

Einmal schliefen wir wieder im tropischen Busch, als nen gewaltiger Regen, mitten beim Nudelnkochen, niederging und alles ueberschwemmte. Daran, wie sich der  Schlafplatz bei Starkregen so machen wuerde hatte keiner von uns gedacht. Durch mein Zelt floss dann einer schooner Schlammbach und ich musste mit Haenden und Fuessen im Dunkeln bei heftigen Blitzen und Gewittern nen Wasserabflussgraben bauen um das Schlimmste zu verhindern, zu allem uebel brach dann auch noch mein Fiberglaszeltgestaenge was bedeutete, dass ich das Ueberzelt abheben und das Gestaenge irgendwie mit Panzerband und ner gebastelten Huelse reparieren musste. Nachher stand nun auch im Zelt das Wasser und ne Stunde konnte ich dann mit dem Handtuch drinnen alles auswischen – bei weiter anhaltendem Regen.

 

Dann ging es noch auf ner gewaltigen Bruecke ueber den Sambesi, welcher gewaltig breit war und erhaben sowie traege mit einer Unmenge an Spuren seines langen Weges durch Afrika dahinfloss.

Wir befanden uns nun auch im Gebiet der sog. Tsetsefliegen, welche in diversen Berichten immer wieder schlecht erwaehnt warden – und dies zurecht !!! Diese Mistbiester sind vergleichbar mit den Bremsen bei uns und gehen sofort auf die Haut um dort zuzubeissen, es tut weh und nervt ungemein, da sie dies auch bei vollem Sonnenschein und nicht wie die Muecken Heimlich und nachts machen. Ausserdem sollen sie noch die Schlafkrankheit uebertragen ... Also wenn ich in naher Zukunft zur Fruehschicht mal nicht erscheinen sollte – ich kann nix dafuer, es wird dann wohl die Schlafkrankheit sein.

Endlich war die Grenze zu Simbabwe erreicht und gestaltete sich recht easy, ist ja eigentlich immer das selbe Prozederre und schwupps ist man nach dem ueblichen Visaaderlass von 30 Dollar im naechsten Land. Wir schliefen gleich hinter der Grenze bei Mutare auf nem einsamen Campingplatz, der einzige weit und breit und wir waren auch ganz allein mit dem platzbesitzer und seiner Familie.

Zunaechst musste ich mich wieder um meine hinter Bremse kuemmern, nachdem ich dam armen david nun fast mit meiner Yamse ins Heck geknallt waere - aber er hatte auch jede Menge Sachen zum trocknen ueber das Bremslicht gehangen ...

Also in den Ort hinein und mich durchgefragt, es fand sic auch wieder ein Motorradhaendler der die ueblichen 125 er Chinakisten vertreibt, von denen es in ganz Afrika nur so wimmelt. Dieser nahm sich  mein Problem an, ich baute die blanken Bremskloetze aus und er meinte, da wird einfach neuer Belag draufgeklebt ...Das wird hier bei den chinabikes auch immer so gemacht und haelt genauso gut wie ein Neuteil, fuer das die meisten Kunden bei ihm eh nie Geld haetten. Na Prima also nur zu. Nach nur 30 min kam sein Helfer wieder zurueckgewetzt und praesentierte stolz die aufgeklebten Belaege. Es wirkte durchaus solide und bremste auch recht gut. Also die Sorge war ich nun endlich los, trotzdem wird die Liste der Ausfaeelle des gesamten Equipments immer groesser: das Zeltgestaenge ist nun provisorisch stabilisiert, von drei Headlights geht nur noch eines, der Foto ging 2 Tage nicht wegen dem Regen, der Koffertraeger ist ein einer Stelle die eigentlich nur auf Druck belastet wird eingerissen und musste geschweisst werden, meine Regenjacke - okay schon 12 Jahre alt - ist voellig undicht, die Isomatte nun recht durchgelegen und entsprechend hart, die Turnschuhe loesen sich vorne auf und die Sohle geht ab, rechter Koffer voellig undicht, Federbeinfeder hat sich gesetzt, musste daher auf hart umspannen, jetzt ist die Yamse hinten wieder hoch, Ruckdaempfer tot - ist aber nicht weiter dramatisch,  Spanngurt fuers Gepack loest sich auf, Klarglasvisier ist durchgerieben im Koffer -also wertlos, alle drei Schluepfer haben schoene Loecher ueberall und sind durchgewetzt, Zuendschloss ist  extrem schwergaengig trotz Unmengen Spruehoels laesst sich die Yamse nicht mehr abschliessen, irgendwas rasselt und klappert im Auspuff, Louis Gepaeckrolle reisst nun auf und ist voellig undicht, drei Sonnenbrillen habe ich schon eingebuest, drei Basecaps ... Soviel mal kurz zum Sachenverschleiss ...

Den Silvestertag verbrachten wir mit nem schoenen Ausflug in nen Berg=Nationalpark ganz in der Naehe, es wurden ca. 280 Km ohne Gepaeck etc. gefahren und ging ueber viel Piste durchs Gebirge im Nyanga Nationalpark. Leider fing ich mir dann auf einsamster Piste im gebirge nen Nagel im Hinterreifen ein und musste dann wieder bauen. Dummerweise hatten wir aber nun keine Pumpe dabei da alles in den Koffern war und die waren am Zelt in ca. 100 km Entfernung, aber wie aus dem nichts tauchte dann nen Jeep auf und Brad aus Suedafrika, welcher seinen Grossvater in Simbabwe besuchen wollte, sprang heraus und hatte zum Glueck nen Minikompressor dabei, also Ruckzuck schlauch geklebt und alles wieder eingebaut sowie aufgepumpt. War ne schoene Tour und abends wurde dann versucht Silvester zu feiern ---- es ging echt nicht Es war nichts los, wir landeten in dem einzigen Club der Stadt, viel zu laut und nur ca. 10 Leute da, also fuhren wir wieder zurueck zu den Zelten und rutschten so leise und nuechtern wie es wohl noch nie zum Jahreswechsel fuer mich war, ins Jahr 2010 herein.

Frueh ging es dann weiter ins Gebirge und wir schliefen auf dem Gipfel eines Berges, machten grosses Lagerfeuer und es gab Quellwasser sowie zum tausendsden Male wieder Nudeln - aber von denen bekomme ich ja nie genug.

Am Naechsten Tag ging es dann zu dem oben schon erwaehntee Lake - Crocodile - bloederweise habe ich nun grad im Web gelesen, dass dort nun doch auch die Bilharziose vorkommt, neben Crocs und Hippos .... Schoener Mist, ich hoffe David und ich bereuen die naechsten Tage unseren Uebermut nicht doch noch.

Tags darauf erreichten wir die Grenze zu Suedafrika von der ich immer erwartete, dass sie am leichtesten und schnellsten passieren zu waere. leider waren aber gerade Ferien zu Ende und alles stroemte zurueck nach Suedafika, an der Grenze war nen Gewaltiger Stau von Fahrzeugen alles Art, die Grenzer in Simbabwe machten uns keine Hoffnung dass wir innerhalb von 24 Stunden nach ZA eingereist 1000 Menschen vor nem Grenzgebauede und alle in einer Reihe die sich endlose ueber das ganze Areal zog. Radek prbierte sich an dem Polizisten der an der Tuer im Schatten sass und alle Dreangler abwimmelte, beide wurden laut und von weitem erkannte ich, dass es so nichts wird, wir muessen uns wohl ganz hinten anstellen.

Mir fiel dann doch noch mein Polizeigewerkschaftsausweis ein und mit viel Hoing ums maul schmieren sowie Fotos und Polizeiwappen konnte ich es tatsaechlich bewirken, dass er uns alle vier, an der tobenden Menge vorbei ins Grenzgebaude lies. Die Tschechen waren schwer begeistert. Im Gebaude hingen wir dann zwar nochmal ne Stunde sinnlos fest aber kein Vergleich zur Endlosschlange ausserhalb. Wir sprachen mit einigen in der Schlange, die hingen schon seit 14 Stunden dort fest, Leute wurde weggetragen, da sie in der Hitze einfach umfielen, Kinder schrien, es waren Zustaende wie ich sie niemanden wuensche.

Nun ja, irgendwann waren wir dann in Suedafrika, mit einem Schlag war alles anders : Geldautomaten ueberall, Tankstellen mit gutem Benzin, alles viel sauberer, freundlicher - wie in Europa. Zu fahren sind nun noch ca. 3-4000 Km, ueber Swasiland und Lesotho an der Ostkueste nach Kapstadt ist der Plan.

Urspruenglich wollte ich mich ja mit Biggi wieder in harare am 3.1.10 treffen, aber ihr Unfall sowie die malaria welche sie leider erwischte machten diesen Plan zunichte. Ich hoffe sie ist bald wieder fit und kommt gut durch, Malawi gilt ja als sehr sicher. Naja und da ich mit den Tschechen sehr gut klarkomme, nehmen wir nun den selben Weg und haben viel Spass zusammen...

 

Gruss in die Heimat


die Bilder fuer Mosambik und Simbabwe folgen irgendwann, die Uploadspeeds hier sind elend ... und wir haben nie richtig Zeit tagsueber

 

 

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11 Kommentare

  • #1

    Sven F. (Donnerstag, 07 Januar 2010 01:48)

    Erster, na da lohnt sich es mal Nachtschicht zu haben
    ... Roland S. und ich wünschen Dir/Euch noch eine
    schöne Fahrt auf den letzten "paar" Kilometern und
    viel Spaß beim nächsten Baden, ... schnapp ...
    Wenn Du wieder heil in DD bist, ruckzuck zurück auf`s Rad und die Radler kontrollieren. Danke ...

  • #2

    Triemser (Donnerstag, 07 Januar 2010 07:36)

    ...überleg´ Dir nochmal, ob Du so schnell wiederkommen willst...hier zeigt "Väterchen Frost" uns seine "kalte Schulter" ;-)
    Bis dahin...lass`es weiter krachen und beiss zurück, wenn die Krokos spielen wollen...

  • #3

    Deine Family (Donnerstag, 07 Januar 2010 12:12)

    Haben geraden den letzten Eintrag gelesen. Mutti fiel ja bald in Ohnmacht wegen den Crocos und der zerlöcherten Unterwäsche :-)
    Aber sonst sind wir sehr froh, dass es dir/euch gut geht und ihr viel Spaß habt.
    Viele liebe Grüße
    Eltern, Henry, Fanny und Anja

  • #4

    Carmens Eltern (Donnerstag, 07 Januar 2010 16:57)

    Hallo Thomas, wir wünschen dir ein gesundes neues Jahr und weiterhin gute Fahrt mit und ohne Crocos. Sei froh das weit weg bist und im Warmen. Wir erwarten hier 50 cm Neuschnee und -20 Grad. Du bist zu beneiden. Thomas und Andrea

  • #5

    Thomas (Donnerstag, 07 Januar 2010 18:19)

    Hallo Thomas, gerade einmal wieder Deinen spannenden Etappenbericht gelesen. Hoffe das Du von juckender Haut und Erhöhung der
    Körpertemperatur, bezugnehmend der Bilharziose, verschont bleibst. Ansonsten kann ich Dir nur Raten, im warmen Afrika zu bleiben. Den Grund nennt bereits mein Vorschreiber. Für den Rest der "paar Kilometer" im Verhältnis gesehen alles Gute und viel Spass! Dies alles natürlich mit der Yamaha, ist ja nicht ohne Grund die Marke eines mehrfachen Weltmeisters. (46)
    Thomas

  • #6

    René (Donnerstag, 07 Januar 2010 21:47)

    Hallo Thomas, auch von mir noch mal alles Gute im neuen Jahr, und geniesse die, hoffentlich sorgenfreien letzten Kilometerchen und die restliche Zeit im EU-ähnlichem Südafrika. Tanke noch schön die Sonne, auch wenn sie warm ist, hier wirst Du eine Weile darauf verzichten müssen. Hab noch viel Spaß da unten

  • #7

    Andibandy (Samstag, 09 Januar 2010 20:01)

    Hi Thomas! Erst mal ein gesundes neues Jahr, Mensch Mensch was machst Du nur, wärst beinahe von einem Schnapi verschluckt wurden, Mensch Mensch, wenn ich das meinen Omis erzähle die bekommen gleich einen Herzschlag...:-)
    Bei uns im Lande herschen mometan nur Minusgrade, wenn ich auf Schicht fahre -15 Grad im Auto früh, natürlich ohne Handschuhe, Scheis glatt auf den Straßen, um die Zeit streuen die hier nicht im Goldenen Westen...:-)
    Sonst gibts nix neues, Ende Februar geht es in die Dolos mit meinem Goldschatz der schönsten liebsten bezaubersten Mädchen der Erde, sie kocht gerade es gibt leckere Pilze mit selbst gemachten Buletten...lecker :-)
    Jedenfalls wünschen wir Dir noch viel Spass mit Deinen zwei Mitfahrern die letzten Kilometer, wir sind gedanken bei Dir und freuen uns riesig wenn Du wieder im Lande bist!!!!
    Bis bald liebe Grüße von Andy und Anja(Hessen)

  • #8

    Wattsau (Montag, 11 Januar 2010 10:05)

    Hallo Großer.Wir freuen uns schon wenn du wieder in Dresden bist. Bis du da bist kann Iven bestimmt schon laufen. Erste Schritte klappen schon alleine.Haben 20cm Schnee in Dresden bei -5C°. Das heist jede menge Rollen Training.Wir hoffen und wünschen dir, das du ohne große Verluste nach Hause kommst und findest.
    PS: Seih bitte nicht mehr so leichtsinnig.

  • #9

    Schorsch (Dienstag, 12 Januar 2010 14:58)

    Hallo Thomas,
    ich habe mittlerweile schon den einen oder anderen Tag Deiner Tour in unserem Blue-Knights-Forum verfolgen können, da Torsten von den Blue Knights Germany XIX Deine Berichte dort immer dankenswerterweise einstellt.
    Einfach ein Wahnsinn diese Tour und ich bin immer ganz grün vor Neid, habe aber auch einen Riesenrespekt vor Deiner Leistung und Deinem Mut.
    Also, pass auf Dich auf und komme gesund wieder nach Hause.
    Schorsch, Past-President Blue Knights Germany V

  • #10

    torsten (Samstag, 16 Januar 2010 23:04)

    Hallo Thomas,

    ich denke mal, mittlerweile geht Deine Tour dem Ende zu. Ich drücke Dir die Daumen, das Dein Motorrad auch die letzten Tage und km noch durchhält. War ja mal ein Neufahrzeug.
    Wenn man Deine Berichte liest, ich glaube Du kannst schon ein Buch füllen, kommt irgendwie doch ein bissl Neid durch.
    Hast Du eigentlich vor, über die Tour ein Buch zu schreiben ? Da musst Du nich mehr soviel Joggen und Radfahren ( läster, läster )

    Bis auf Bald

  • #11

    PfeffiHansen, der sächsische Schweizer (Montag, 18 Januar 2010 11:28)

    Gruezi Thomas, lange schon verfolge ich deinen Blog & freue mich über jeden neuen Eintrag. Deine Reise mit der Yamaha hat mich nun entgültig von den Qualitätendieser Maschine überzeugt. Danke auch für deine grundehrlichen Berichte, ich kann es Dir nachempfinden was einem so durch den Kopf geht mitten im afrikanischen Chaos.
    Es grüsst der ExDresdner aus der CH.
    P.S.: Apropos Leichtsinn: "Sie angelten ohne Erlaubnis - und bezahlten mit dem Leben. Im Chivero-Stausee in Simbabwe haben Krokodile in den vergangenen Wochen acht Angler getötet und einen weiteren schwer verletzt. Die Männer wateten zum Fischfang in das Gewässer, dort lauerten die Krokodile." So steht es im Spiegel-Online geschrieben: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,672416,00.html

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Mi

10

Mär

2010

Wieder daheim : Frost, Kälte, Dunkelheit ...

So, nachdem ich meine tschechischen Freunde Ende Januar mit nem rechtsgelenkten Japaner ( oh Gott ! ) zum Flughafen gefahren hatte und herzlich verabschiedete, kümmerte ich mich dann um den ganzen Zoll- und Verladekram für die bereits in drei großen Holzkisten verpackten Motorräder. Insgesamt hatte ich neun Tage Zeit, bis mein Flieger gen Germny fliegen sollte. Sportler wie ich bin, wurde die Zeit natürlich sinnvoll ( nach meinen bescheidenen Maßstäben ) genutzt und mit nem recht schweren Leihrennrad ging es fast jeden Tag, neben dem Weg zur Spedition und dem Zollamt, in alle Himmelsrichtungen ( okay, außer Westen, denn da war der Atlantik ). Nach über 1000 Km und mit den besten Trainingsstreifen sowie dem schlimmsten Sonnenbrand den ich je hatte, gab ich es dann schweren Herzens am 4.02.10 wieder bei Cycleteknic Tableview ab und nen Tag später wurde ich durch Raum und Zeit gebeamt ... Nach unglaublich kurzen ( in Anbetracht des ungleich längeren Hinweges ) 11 Stunden Flug bis München, 1,5 h Flug bis Berlin und dann nochmal 2 h Zug bis Dresden wurde ich gegen Mitternacht bei Frost am Dresdner Hauptbahnhof freudig von Freundin, Famile und einigen Freunden empfangen - Dank auf diesem Weg an alle die da waren und danke Anja für die langen Hosen sowie der dicken Jacke ...

Nach einer Woche Urlaub mit meiner Freundin ging es dann am 13.02.10 gleich wieder auf Arbeit recht doll zur Sache - links, mitte und rechts demonstriert, blockiert und ( manchmal auch randaliert ) in Dresden und wir mitten drin.

Vor lauter Erzählen von meiner Reise komme ich auf Arbeit ständig in Zeitnot und nun wurde angeregt, einen größeren Vortrag für alle Kollegen welche es interessiert durchzuführen.

Weil mich immer alle Fragen, wieviel denn alles gekostet hat, hier eine kleine Auflistung : 

die Kosten im Vorfeld ( Ausrüstung, Impfungen, Visa etc. ) waren ca. 1000 Euro plus Zeit und Nerve,

die Kreditkarten- sowie EC-Cardabrechnung ergab : 5400 Euro allein unterwegs, plus 370 Euro Rückflug plus Bahn, 600 Euro Motorradtransport mit Schiff bis Prag

macht also 6400 Euro, plus 1000 Euro welche in die Yamse gesteckt werden müssen, sowie 1500 Euro Wertverlust, 350 Euro für diverse Krankenversichungen.

das ganze dann durch 120 Tage macht : 53 Euro am Tag, jeder einfache Türkeiurlaub dürfte also ( pro Tag ) wesentlich teurer sein.

Davon entfallen im Einzelnen :

gefahren Strecke : 25312 Km, Verbrauch 4,38 Liter/100 Km = 1108 Liter, Preis im Schnitt 80 cent = rund 900 Euro für Sprit

für diverse Visa an der Grenze ca. 300 Euro, allein die Einreise mit allem Papieren nach Ägypten 180 Euro, Internet und Telefonie zus. ca. 250 Euro, diverse Nationalparks ca. 500 Euro, neuer Fotoapparat in Luxor 120 Euro, Mietmotorräder in Sansibar 3 Tage für zus. 50 Euro, Fähre nach Sansibar 40 Euro, 1000 Euro wurden allein in Südafrika ausgegeben - ist halt fast wie Europa dort, die Zahl der Hotelübernachtungen war in Europa recht hoch und ging dann ab Sudan gegen null, dafür immer mehr kostenloses Outdoorcampen.

Die längste Tagesetappe : Tag eins 400 Km mit dem Auto nach Berlin um das Sudanvisa persönlich abzuholen, dann mit dem Motorrad exakt 500 Km Autobahn durch CZ nach SK Bratislava - sowie irgendwo in Äthiopien genau 8 h ( reine Fahrzeit ) ist das Motorrad gerollt über 400 Km, fast alles elende Piste.

Die schwerste Etappe : Fahrt über die Grenze von Tansania nach Mosambik, viel Tiefsand, Sonne im Zenit, nix gescheites zu Essen ...

Die höchste Temperatur : 49 Grad im Schatten, Wüstenstrasse / Piste im Ostsudan

Die tiefste Temperatur : 0 Grad auf 3600 m Höhe in Ähtiopien Simmien Mountains ( und mir ging es echt elend )

Das beste Essen : Forraskut Südostungarn, ich habe das letzte Drittel nicht geschafft - unglaublich, dort muss ich wieder mal hin !!

Das schlechteste : "Huhn" am Äquator in Kenia - was war das denn wirklich ?

Die nettesten Leute : Araber ( in Syrien, Jordanien, Sudan ), sowie in Ungarn, Türkei, und die weissen in Südafrika ( ja Peter ich weiss ... )

Die unangenehmsten : ( jetzt bekomme ich wieder Ärger von dem Peter ) teilweise Ägypten ( Touristengegenden ), Tansania ( speziell Daressalam ), Äthiopien ( nicht auf dem Lande ) - naja man wird eben oft abgezogen, reingelegt und betrogen sowie permanent angebettel. Aber genauso oft gibt es auch postive Erlebnisse. Ich habe mich oft gefragt, was denn wohl vor 100 Jahren war, als noch keine Hilfslieferungen nach Afrika kamen ( wie haben die Völker dann dort überlebt ?) und zu welchem Zweck werden die eigentlich gemacht - denn die Leute gewöhnen sich daran und oft gibt es heftige Auseinandersetzungen um die Hilfslieferungen ? Wem hilft es, wenn wir tonnenweise getragen Sachen nach Afrika "spenden" ( um mal das wegwerfen in den Kleidersammler so zu nennen ), dann daran einige wenige gewaltig verdienen und zuletzt die heimische Bekleidungsindustrie keine Chance hat, sich zu entwickeln. Die fettesten Autos und Leute waren übrigens oftmals die Fahrzeuge und Mitarbeiter - oder soll ich Absahner schreiben -  diverser Hilfsorganisationen, dies mal nur am Rande.

Nun Gut, das auch mir eigene Gefühl für Demut und Dankbarkeit - und dies habe ich ohne Zweifel auch überdurchschnittlich und bin mit wenigen Dingen glücklich und nicht materiell eingestellt ( Autos, Luxus, Komfort sind mir echt voll egal, z.B. heute früh wieder bei minus 12 Grad 12 Km mit dem Rad auf Arbeit gefahren ... das gabs in Afrika so nicht ) - ja Gefühl für Demut und Dankbarkeit geht dann leider nach einigen Wochen des Daueranbettelns bei 40 Grad im Schatten leicht verloren, trotzdem habe ich nie vergessen, dass nur ganz wenige Menschen weltweit die Möglichkeit haben, Reisen wie diese zu realisieren. Und leider hatte ich nur 2 x 40 Liter Alukoffer ( die Kritiker sollen erstmal damit auf nem Motorrad unter diesen Bedingungen durch die Welt fahren ) mit und keinen 40 Tonner mit Hilfsgütern. Bis Tansania hatte ich mir im Tagebuch - nett und hilfbereit wie ich ja eigentlich immer bin - diverse Adressen von Leuten notiert, denen ich dann von D aus diverse Sachen schicken wollte, da wir bei Ihnen schlafen konnten oder diese uns sonstwie positiv aufgefallen waren. Leider wurde mir dies dann auch alles gestohlen - nochmal herzlichen Dank dafür an den xxx Täter. Auch kaufte ich oft in Städten mehr essen als nötig um es dann auf dem Lande den Kindern zu verschenken, aber der Effekt ist sicher gleich null - von daher sinnlos. Es beruhigt wohl nur das schlechte Gewissen.

Nun ja man könnte ewig darüber philosophieren, es wäre auch echt nett, wenn meine "Kritiker" - welche nur über die Kommentarleiste schreiben, mir mal persönlich schreiben würden.

 

Letzten Freitag habe ich die Yamaha aus Prag geholt. Es gab ein Wiedersehen mit meinen CZ Freunden und da das Wetter so extrem winterlich war ( minus 8 Grad und Schneesturm ) musste die letzte Fahrt der Yamse ins deutsche Heimatland mit dem Hänger vom Polo-Shop erfolgen.

 

Ich denke dies war der letzte Eintrag auf meiner Seite, ich danke allen Lesern, meiner Freundin Anja fürs durchhalten ohne mich, Birgit meiner Reisepartnerin bis Daressalam ( ich hatte und habe immer Respekt vor ihrer Leistung als Frau ... ), meinen CZ Freunden Radek, David sowie später dann noch Silva der Freundin vom Radek, dem Freistaat Sachsen weil nicht in allen Berufen Reisen wie diese möglich sind, dem Hersteller Yamaha für den Bau eines absoluten Adventure Reisebikes, meinen Eltern dafür dass ich so bin wie ich bin, der Mopo DD für den Bericht, meinem Schutzengel, der Fa. Held und Salewa - top Ware, keine Frage !, Roland Kaiser - dessen Lieder hörte ich oft abends im MP3 Player - es war der Klang der Heimat, sowie stellvertretend für hunderte nette Kontakte wenigstens aus jedem Land einen oder zwei : der freundliche Tankstellenmitarbeiter in Bratislava der mit den Weg zum Hostel zeigte, der LKW Fahrer mit der Landkarte in HU; die netten Polizeibeamten in Rumänien auf der Suche nach dem Hotel, den jungen Leuten aus dem alten fünfer BMW welche uns in Bulgarien ( Vidin ) den Weg zum Hotel zeigten, die Tankstellenbetreiberin in GR wo wie schlafen durften, dem netten Motorradpolizisten in Bolu TR, dem Hotelchef in Alleppo SYR, unserer Gastgeberfamilie bei Amman JOR, der Lehrer in New Valley und der Hotelmanager in Assuan Ägypten, dem Busfahrer in der sudanischen Wüste bei meinem Platten, dem Scout in den Simmien Mountains, ein zäher Hund !! Ähtiopien, der Lodgebetreiber am Fuße des Mt. Kenia  - danke für den tollen Preis nach Biggis Vorarbeit; dem netten Pfarrer aus Leipzig in Tansania, dem Enduroverleih für den Toppreis in Sansibar, der Mitarbeiterin im Fahrzeugteilehandel bei Pemba Mosambik - vier Seiten nur über mich geschrieben - unfassbar, Brad aus Kapstadt für die Hilfe in Simbabwe im Nationalpark - Zufälle gibts ..., und in Südafrika Dank an Yamaha Durban, dem Lemontree Backpacker - ganz verrückte Jungs und Schicksale sowie den Erbauern des Chapmans Peak, wo ich mit dem Rennrad mehrfach darübergebügelt bin und nun bald auch Lance Armstrong dies tun wird.

 

Das wars !! Auf ein neues Abenteuer irgendwann, erstmal haben mich andere Aufgaben und Verpflichtungen fest im Griff ...

 

Es war schön, jederzeit wieder.

 

Thomas Kiraly

 

 

 

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Mi

20

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2010

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05

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